Logistik Wie Exoskelette manuelle Tätigkeiten in der Logistik revolutionieren

Von Margit Kuther 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Exoskelette können insbesondere im Frachtumschlagssektor Arbeitende körperlich immens entlasten. So nutzt die Hafenbehörde von Livorno Exoskelette von Mate, die die Muskelbelastung der Hafenarbeiter um bis zu 30 Prozent reduziert und so die Ergonomie, Arbeitsqualität und Betriebssicherheit verbessern.

Diese Exoskelette verringern die Muskelbelastung von Logistikmitarbeitern um bis zu 30 Prozent und verbessern Ergonomie, Arbeitsqualität sowie Betriebssicherheit. (Bild:  Comau)
Diese Exoskelette verringern die Muskelbelastung von Logistikmitarbeitern um bis zu 30 Prozent und verbessern Ergonomie, Arbeitsqualität sowie Betriebssicherheit.
(Bild: Comau)

Die Logistik- und Frachtumschlagstätigkeiten im Hafenumfeld von Livorno beispielsweise werden weitgehend manuell von den Beschäftigten ausgeführt, um die erforderlichen Betriebsstandards zu gewährleisten. Mit dem Ziel, die Aufgaben ihrer Mitarbeiter einfacher, effizienter und ergonomischer zu gestalten, haben die Autorità di Sistema Portuale del Mar Tirreno Settentrionale (Behörde für das Hafensystem des nördlichen Tyrrhenischen Meeres, AdSP MTS) und die Compagnia Portuale di Livorno (Hafengesellschaft Livorno, CPL) zusammen mit Iuvo, einer Ausgründung der Scuola Superiore Sant'Anna (Pisa), und Comau eine Pilotstudie durchgeführt, die zu den ersten in Europa und weltweit gehörte und die Einführung der von den beiden Unternehmen entwickelten Exoskelette Mate-XT und Mate-XB zum Gegenstand hatte.

Mate-XT trägt dazu bei, die Muskelbelastung der oberen Gliedmaßen bei statischen oder sich wiederholenden Tätigkeiten zu verringern, bei denen die Arbeitnehmer ihre Arme über einen längeren Zeitraum hochhalten müssen, während Mate-XB die Muskeln im Lendenbereich bei der Handhabung von Lasten entlastet.

Feldversuche mit 12 Arbeitern

Die von Iuvo und Comau in Zusammenarbeit mit den Hafenbehörden durchgeführten Feldversuche wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten mit 12 Arbeitern durchgeführt, die im Hafengebiet von Livorno beschäftigt waren und während ihrer täglichen Arbeit Mate-Exoskelette trugen. Während dieses Zeitraums wurden die positiven Auswirkungen sowohl auf körperlicher als auch auf betrieblicher Ebene gemessen und validiert.

Manuelle, nicht automatisierbare Tätigkeiten wie das Be- und Entladen von Gütern, das Bewegen schwerer Lasten entlang des Docks, das Festzurren oder Entriegeln von Containern an Bord von Schiffen können für die Bediener extrem ermüdend sein. Die Unterstützung durch tragbare Exoskelette wie Mate-XT und Mate-XB trägt dazu bei, die körperliche Belastung und das Risiko zu verringern, im Laufe der Zeit potenziell behindernde Muskel-Skelett-Erkrankungen auszulösen.

Um dies zu bestätigen, haben das Iuvo und Comau in der Anfangsphase des Projekts genaue instrumentelle Messungen der Muskelaktivität der Arbeiter durchgeführt. Dieselben Arbeiter wurden gebeten, mit Hilfe von Fragebögen das Gefühl der Ermüdung, das sie bei der Benutzung des Mate-Exoskeletts empfinden, direkt zu bewerten. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Die Bediener haben diese neuen Technologien nicht nur begeistert aufgenommen, sondern auch die positiven Auswirkungen erkannt, die die Exoskelette auf ihre Tätigkeit und Leistung haben können.

In Übereinstimmung mit Daten, die zuvor von Iuvo und Comau in Zusammenarbeit mit Unternehmen, die diese Technologie bereits seit mehreren Jahren einsetzen, gesammelt und überprüft wurden, hat sich gezeigt, dass das Exoskelett Mate-XT für die oberen Gliedmaßen und das Mate-XB für die Lendenwirbelsäule den Arbeitsaufwand der Bediener um bis zu 30 Prozent reduzieren können.

Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Hafenarbeiter

Die Pilotstudie und die positiven Ergebnisse belegen das Engagement der AdSP MTS und der CPL für die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Hafenarbeiter sowie für die Erprobung von Spitzentechnologien, die das Arbeitsumfeld sicherer und komfortabler machen.

„Die gemeinsam mit wichtigen Institutionen wie AdSP MTS und CPL durchgeführte Studie ist eine der ersten in Europa und der Welt, die darauf abzielt, die Wirkung von Exoskelett-Technologien für die Verbesserung der Ergonomie und Sicherheit der Arbeiter im Hafensystem zu bewerten“, erklärt Duilio Amico, CEO von Iuvo und Leiter des Bereichs Wearable Technologies bei Comau. „Dieses Projekt bestätigt das Engagement von Iuvo und Comau, ein Ökosystem für die Entwicklung und Einführung von tragbaren Robotertechnologien zu schaffen, die das Wohlbefinden der Arbeitnehmer fördern.“

Mate-Exoskelette bieten zahlreiche Vorteile

„Die im Hafen von Livorno gestartete Pilotstudie war eine wichtige Gelegenheit, um die mit Comau entwickelten tragbaren Robotiklösungen direkt in der Praxis, in neuen Anwendungen und Sektoren zu testen und zu perfektionieren“, betont Nicola Vitiello, Professor an der Scuola Superiore Sant'Anna und Mitbegründer von Iuvo. „Die Vorteile und der Enthusiasmus derjenigen, die die Mate-Exoskelette bei der Ausführung ihrer Aufgaben tragen, sind eine weitere Bestätigung dafür, wie diese innovative Technologie in Zukunft in verschiedenen Bereichen erfolgreich eingesetzt werden kann, um die körperliche Ermüdung deutlich zu verringern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.“

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

„Die Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer sind für unsere Institution von grundlegender Bedeutung“, so Luciano Guerrieri, Präsident der Autorità di Sistema Portuale del Mar Tirreno Settentrionale. „Die ständige Beachtung dieser Aspekte, gepaart mit Offenheit und Interesse an Innovationen, hat es uns ermöglicht, als eines der ersten Hafensysteme der Welt diese Spitzentechnologien zu testen, mit dem Ziel, unser Engagement für die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter zu bekräftigen und zu verbessern.“

„Das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter ist für das Unternehmen von zentraler Bedeutung“, fügt Enzo Raugei hinzu, Vorsitzender der Compagnia Portuale di Livorno. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir bei der Einführung innovativer Technologien in unserer Branche eine Vorreiterrolle spielen und deren Einsatz im Hafengeschäft als Erste verstanden haben. Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitglieder und Mitarbeiter hat für unsere Genossenschaft oberste Priorität, und diese Initiative zeigt, dass wir uns weiterhin dafür einsetzen.“ (mk)

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:49855102)