Bauteilebeschaffung Wie Distributoren Lieferengpässen entgegenwirken können
Die Lieferengpässe in der Elektronikbranche stellen Distributoren vor besondere Herausforderungen, denn sie stehen oft zwischen Hersteller und Kunden. Die ELEKTRONIKPRAXIS befragt dazu Volker Bredemeier, Vertriebsleiter bei Atlantik Elektronik.
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ELEKTRONIKPRAXIS: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage der Distribution für Atlantik Elektronik?
Volker Bredemeier: Atlantik Elektronik wächst wesentlich schneller als der Markt. Zurückzuführen ist das vor allem auf das gezielte Umsetzen von Produktneuentwicklungen. Wir kennen die Anforderungen des Marktes und erarbeiten, basierend auf den globalen Herausforderungen, gemeinsam für den Kunden Lösungen.
Im vergangenen Geschäftsjahr erreichten wir trotz der weltweit angespannten Wirtschaftslage ein Umsatzplus von 18%. Auch das laufende Geschäftsjahr verläuft für uns überzeugend. Bereits in den ersten acht Monaten erreichten wir ein Umsatzplus von mehr als 30%.
Wie beurteilen Sie die aktuelle Liefersituation von elektronischen Bauteilen?
Nach der Rezession werden vermehrt neue Projekte ins Rennen geschickt. Aus meiner Sicht ist speziell bei wegweisenden neuen Produkten und ausgewählten Consumer-Produkten der kurzfristige Demand größer als die kurzfristige Verfügbarkeit. Für diese Devices kommt es zu einer drastischen Verlängerung der Lieferzeiten.
Welche Konsequenzen hat das für Ihr Unternehmen, und wie reagieren Sie darauf?
Wir reagieren sofort auf solche Entwicklungen. Weil wir uns kümmern, haben wir auch keine Probleme mit Lieferanten und Kunden, denn wir setzen auf regelmäßige realitätsbezogene Gespräche, damit eine proaktive und frühzeitige Planung erfolgen kann.
Gerade bei kritischen Komponenten ist eine sehr enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderlich. Nur so lassen sich frühzeitig Trends erkennen und genau so frühzeitig kann dann im Fall sich abzeichnender Veränderungen reagiert werden.
Wir raten unseren Kunden, Bestellungen und Forecasts in kurzen Abständen zu überprüfen und Aufträge langfristig zu planen. Dieser Lösungsansatz ergibt im Zusammenspiel eine effiziente Supply Chain.
Wo sehen Sie Lösungsansätze?
Nicht nur der Hersteller muss in Vorleistung gehen, auch die Kunden müssen Bedarfe und Trends kommunizieren. Nur durch eine transparente und offene Kommunikation erreicht man langfristige Glaubwürdigkeit und Vertrautheit und letztendlich eine Erfolgsgarantie.
Wie könnte sich Ihrer Meinung nach die Situation in den nächsten Monaten entwickeln?
In den Bereichen Industrie, Automotive und Automatisierung sieht Atlantik Elektronik ein großes Potenzial. Mit neuen Lösungsansätzen und neuen Technologien gehen wir bereits heute neue Wege und beschleunigen Trends. Positiv sehen wir auch die Bereiche Datenvernetzung und -kommunikation sowie Gebäudeautomation.
Wo steht Atlantik derzeit, wo wollen Sie hin?
Wir tendieren immer mehr zum Solution-Anbieter und dort sieht Atlantik die Zukunft.
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