Projektmanagement

Wie die Hardware-Entwicklung von Open-Source-Lösungen profitiert

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Solderpad und Git-Versionsverwaltungssystem

Solderpad ist ein Onlinedienst, der Vorteile von Open-Source-Softwareentwicklung in die Elektronik übertragen möchte. Benutzer können in Solderpad an Elektronikdesigns zusammenarbeiten. Das öffentliche Hosting zielt auf Open-Source-Hardwareprojekte ab. Das Git-Versionsverwaltungssystem bildet den Kern der Plattform, und verwaltet Projekt- und Metadaten.

Darüber hinaus ist Unterstützung für das Verwalten von Repository-Inhalten über die Web-API geplant. Die erste Version der Site verwendet einfache Designexports als Bilder sowie Stücklisten im JSON-Format und vermeidet auf diese Weise, die Komplexitäten der Dateistrukturen firmeneigener Designtools verstehen zu müssen. Designs werden als Datenblatt mit den folgenden Elementen präsentiert:

  • Schemadiagramme und Leiterplattenlayouts, die über die Schwenk-/Zoom-Schnittstelle navigiert werden können
  • Stückliste, die nach Teilen suchbar ist
  • Lizenz- und Urheberrechtsinformationen
  • Textbeschreibung und Kennzeichnung

Versionsverwaltungs-System Git von Linus Torvalds

Git wurde als Versionsverwaltungssystem bereits bei der Entwicklung von Linux verwendet; auch sein Erfinder ist Linus Torvalds. Dass Git sich in erster Linie auf Leistung und den Schutz von beschädigten Dateien konzentriert, überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass der Linux-Kern sich aus über 11 Mio. Code-Zeilen in Zehntausenden von Dateien zusammensetzt, zu denen Tausende von Mitarbeitern Aktualisierungen einreichen.

Git ist eines der zunehmend beliebten Versionsverwaltungssysteme, die verteilt arbeiten. Jeder Entwickler hat seine eigene Kopie des gesamten Repositorys und der Entwicklungshistorie. Änderungen werden in diesem lokalen „Clone“ gespeichert. Hat etwa ein Verantwortlicher Schreibzugriff auf das Master-Repository eines Projekts, das auf einem Server gehostet wird, kann er jegliche lokal gespeicherten Änderungen in regelmäßigen Abständen an dieses senden. Wer keinen Zugriff hat, muss Änderungen an eine berechtigte Person senden.

Git unterstützt viele leistungsfähige Entwicklungspraktiken, etwa eine kostengünstige Methode, um einen Zweig zu erstellen, in dem parallele Entwicklung sicher und nichtlinear fortschreiten kann (d. h. in der der Entwickler etwas ausprobiert). Ein Zweig kann später wieder dem Stamm zugeführt werden, falls dies als angemessen angesehen wird, oder er kann einfach gelöscht werden. Viele verschiedene Zweige können gleichzeitig existieren und Entwickler können problemlos von einem Zweig zu einem anderen wechseln. Eine weitere wichtige Funktion ist die verschlüsselte Authentifizierung der Historie. Diese macht es unmöglich, alte Versionen von Dateien zu ändern, so dass immer ein Prüfpfad gegeben ist.

Einer der wenigen Nachteile von Git ist, dass Benutzer, die bisher keine Erfahrung mit derartigen Systemen hatten, einiges an Einarbeitungszeit investieren müssen. Doch es lohnt sich in den meisten Fällen, da der Aufwand in zukünftigen Projekten zu deutlich verbesserter Produktivität führen kann.

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