Echtzeit-Datenverarbeitung, DSGVO-Konformität und niedrige Latenzzeiten sind Vorteile des Edge Computing. Doch eine eigene Rechenzentrum-Infrastruktur ist für viele Unternehmen nur schwer zu stemmen. Ein Hyperscaler hingegen verursacht Kosten, Latenz und Abhängigkeit ohne vollständige Datensouveränität. Als Alternative zur Entscheidung zwischen Edge oder Cloud bieten sich lokale Colocation-Rechenzentren an.
Colocation-Rechenzentrum von Portus: Die Alternative zu On-Premises und Hyperscalern
(Bild: Portus Data Centers)
Wenn heutzutage ein Automobilzulieferer seine Produktionslinien mit KI-gestützter Qualitätskontrolle ausstattet, kann das Unternehmen schnell an Grenzen stoßen: Die Bilderkennung muss Bauteile in Echtzeit analysieren, Fehler identifizieren und bei Abweichungen sofort in den Fertigungsprozess eingreifen. Dauert die Datenübertragung zur Cloud und zurück zu lange, können dadurch fehlerhafte Teile auf dem Band entstehen.
Unternehmen stehen mehr denn je vor der Herausforderung, Anwendungen zu entwickeln, die Daten in Echtzeit verarbeiten und sofort reagieren. Bei Verzögerungen geraten kritische Geschäftsprozesse ins Stocken oder es entstehen Wettbewerbsnachteile.
Edge-Rechenzentren lösen genau dieses Problem: Datenverarbeitung findet dort statt, wo Daten entstehen, an der „Kante“ (Edge) des Netzwerks, nah am Endgerät. Wo zentrale Clouds zu langsam sind, ermöglichen lokale Data Centers zeitkritische Verarbeitung mit Latenzzeiten von oftmals unter zehn Millisekunden.
Während traditionelle Rechenzentren oftmals auf Zentralisierung und massive Skalierung setzen – ein typisches Hyperscaler-Datacenter umfasst zehntausende Server auf mehreren tausend Quadratmetern – sind Edge-Rechenzentren in der Regel kompakter, dezentral und nah am Nutzer positioniert.
Deutschland unterscheidet sich von anderen Märkten: Während in den USA Edge Computing oftmals per Consumer-Anwendungen und Content Delivery Networks vorangetrieben werden, dominieren hierzulande industrielle Anwendungen. Laut Bitkom setzen bereits 43 Prozent der deutschen Industrieunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern auf Edge-Lösungen, Tendenz steigend.
Entlastung zentraler Clouds und Netze
Die Vorteile lokaler Datenverarbeitung gehen weit über niedrige Latenzzeiten hinaus. Bandbreiteneinsparung ist ein oft unterschätzter Faktor. Beispielsweise produziert eine moderne Fabrik täglich mehrere Terabyte an Maschinendaten, Sensorwerten und Qualitätsmetriken. Diese Daten komplett in zentrale Clouds zu übertragen, wäre technisch und wirtschaftlich ineffizient.
Die Entlastung zentraler Clouds und Netze ist mit zunehmender Digitalisierung entscheidend. Laut Gartner wird die Anzahl vernetzter IoT-Geräte bis Ende 2025 auf über 75 Milliarden steigen. Würden alle diese Geräte ihre Rohdaten in zentrale Clouds senden, wären die Netzkapazitäten schnell erschöpft.
Edge-Rechenzentren und Colocation: Lokal, praktisch, gut
Der Aufbau und das Betreiben eigener Infrastruktur bringen viele Unternehmen an ihre Grenzen. Selbst kleine Edge-Standorte erfordern hohe Anfangsinvestitionen und genug Fachpersonal, das nicht immer vorhanden ist.
Bei Colocation hingegen nutzen Unternehmen professionelle Rechenzentrumsinfrastruktur, behalten aber die Kontrolle über Hardware und Daten. Der Provider stellt lediglich Raum, Strom, Kühlung, physische Sicherheit und Netzwerk-Anbindung bereit.
Zudem ist die Kostenstruktur transparent und planbar: Stellfläche (pro Rack oder Kilowatt), Strom nach Verbrauch, Netzwerk-Ports und optional Managed Services. Monitoring-Services überwachen Serverstatus, Stromverbrauch, Temperatur und Netzwerk-Konnektivität rund um die Uhr. Bei Auffälligkeiten erfolgen automatische Alerts, im Notfall direkte Eskalation. Das kompensiert fehlende eigene 24/7-IT-Teams. Nicht nur für mittelständische Unternehmen ist dies eine echte Alternative.
Compliance und Resilienz
Digitale Souveränität bedeutet mehr als Datenspeicherung im eigenen Land: Sie steht für Kontrolle über digitale Wertschöpfungsketten, Unabhängigkeit von außereuropäischen Anbietern und die Fähigkeit, zentrale Datenprozesse im eigenen Rechtsraum zu betreiben. Lokale Rechenzentren sind das Fundament dieser Autonomie und für regulatorische Anforderungen unverzichtbar: DSGVO, Telekommunikationsgesetz und branchenspezifische Vorgaben wie TISAX oder KRITIS erfordern nachweisbare Datenlokalisierung in regionalen Rechenzentren.
Die NIS2-Richtlinie verschärft EU-weit Cybersecurity-Anforderungen und erhöht den Nachweisdruck für Risikomanagement und Incident Response. Lokale Datenhaltung bietet zudem Resilienz: Edge-Standorte arbeiten autonom weiter, selbst bei Verbindungsausfällen zur zentralen Cloud – ein kritischer Vorteil bei Netzstörungen oder Cyberangriffen.
Stand: 08.12.2025
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Connectivity: Der unterschätzte Erfolgsfaktor
Edge Computing lebt von Konnektivität. Ein Edge-Standort ohne exzellente Netzwerk-Anbindung ist wertlos. Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen Colocation-Anbietern. Carrier-neutrale Rechenzentren erlauben Kunden die freie Wahl unter dutzenden Netzwerk-Providern. Das schafft Wettbewerb, senkt Kosten und ermöglicht optimale Verbindungen zu verschiedenen Zielen. Ein Unternehmen kann beispielsweise einen Provider für Anbindung zu AWS wählen, einen anderen für Azure, und einen dritten für Verbindungen zu eigenen Standorten.
Wertvoll sind direkte Peering-Möglichkeiten und Zugang zu Internet Exchanges. Unternehmen, die am DE-CIX angebunden sind, erreichen tausende Netzwerke weltweit ohne Umwege über Transit-Provider. Das senkt nicht nur Latenz, sondern auch Bandbreiten-Kosten erheblich.
Für Edge-Szenarien mit 5G-Integration ist die Nähe zu Telekommunikations-Anbietern relevant. Colocation-Rechenzentren, in denen Deutsche Telekom, Vodafone oder andere Carrier bereits präsent sind, ermöglichen kurze Wege zwischen Mobilfunknetz und Edge-Infrastruktur.
Strategische Standorte für Edge-Infrastruktur
Die geografische Lage von Edge-Standorten ist entscheidend. Deutschland bietet mehrere strategische Vorteile: Frankfurt am Main als größter Internet-Knoten Europas (DE-CIX) garantiert exzellente Konnektivität. München punktet mit direktem Zugang zu süddeutschen Wirtschaftsregionen und hervorragender Glasfaser-Infrastruktur, während Hamburg als Tor zu Skandinavien und mit seiner Nähe zu Offshore-Windparks für Energiewirtschaft und Logistik relevant ist.
Auch Luxemburg gewinnt als Datacenter-Standort zunehmend an Bedeutung: Das Großherzogtum liegt zentral in Europa mit unmittelbarer Nähe zu Deutschland, Frankreich und Belgien und bietet als internationaler Finanzplatz ein stabiles rechtliches und wirtschaftliches Umfeld. Mit der Präsenz des DE-CIX Luxemburg profitieren Unternehmen von direktem Zugang zu einem der wichtigsten Internet-Knoten Europas.
Rechenzentren in diesen Regionen erreichen Latenzzeiten von unter fünf Millisekunden zu den wichtigsten deutschen und europäischen Wirtschaftsregionen.
Portus Data Centers: Regional verankert, international vernetzt
Die Portus Data Centers (PDC) Group bietet seit 2020 trägerneutrale Edge-Colocation-Dienste in ganz Deutschland und den umliegenden Regionen an. Derzeit ist der Anbieter an drei strategischen Standorten tätig: Hamburg, München und Luxemburg.
Der Rechenzentrumsbetreiber ermöglicht Datenverarbeitung am Unternehmensstandort – dort, wo Kunden es benötigen. „Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre individuellen Anforderungen zu unterstützen und sicherzustellen, dass sowohl die Bedürfnisse ihres Unternehmens als auch ihrer Endkunden erfüllt werden", betont Falk Weinreich, Group CEO von Portus Data Centers. „Wir schaffen eine hochmoderne Plattform für Unternehmen jeder Größe – regional verankert, aber mit bester internationaler Anbindung“. Ziel ist es, den Betrieb einer hochleistungsfähigen IT-Infrastruktur mit geringer Latenz anzubieten, eine wichtige Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. (mc)