315,7 Mio. US-$ Strafe Western Digital wegen Verstoß gegen Datensicherheitspatente verurteilt

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Speicherhersteller Western Digital wurde in Kalifornien zu einer Strafzahlung in Höhe von 315,7 Mio. US-$ verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Unternehmen 2016 bei Verschlüsselungstechnologien zwei bestehende Patente verletzt hatte.

Eine WD My Book Duo 8TB aus dem Jahr 2016. Die in dieser Festplatte sowie in Speicherlösungen aus den Western-Digital-Reihen Ultrabook und My Book eingesetzten Technologien zur Selbstverschlüsselung verstoßen laut Ansicht eines kalifornischen Gerichts gegen ein Patent aus dem Jahr 1997.(Bild:  Western Digital)
Eine WD My Book Duo 8TB aus dem Jahr 2016. Die in dieser Festplatte sowie in Speicherlösungen aus den Western-Digital-Reihen Ultrabook und My Book eingesetzten Technologien zur Selbstverschlüsselung verstoßen laut Ansicht eines kalifornischen Gerichts gegen ein Patent aus dem Jahr 1997.
(Bild: Western Digital)

SPEX Technologies hatte Western Digital 2016 wegen Patentrechtsverletzung angezeigt. Demnach verletzten die selbst-verschlüsselnden Festplatten aus den Reihen Ultrastar, My Book und My Passport aus jenem Jahr zwei Datenverschlüsselungspatente, die ins Jahr 1997 zurückreichen.

Laut Klageschrift stammten besagte Patente ursprünglich von der Firma Spyrus. Ursprünglich deckten sie Kryptographietechnologien für PCMCIA- und Compact-Flash-Geräte ab. SPEX Technologies hatte jene Patente von Spyrus erworben und 2016 gegen Western Digital geklagt, wie die Nachrichtenagentur Reuters vergangenen Freitag meldete.

Bei besagten Patenten handelt es sich um US6088802A (Ein US-Patent für ein Peripheriegerät mit integrierter Sicherheitsfunktionalität) und US6003135A (ein US-Patent für ein modulares Sicherheitsgerät). In beiden Fällen geht es im Wesentlichen um die Kommunikation zwischen einem Peripheriegerät – beispielsweise ein Flash-Kartenlesegerät oder eine USB-Festplatte – und einem Host-Computer, um Sicherheitsoperationen zu ermöglichen. „Die Erfindung ermöglicht es einem Peripheriegerät, mit einem Host-Computergerät zu kommunizieren, um eine oder mehrere Sicherheitsoperationen durch das Peripheriegerät an Daten durchzuführen, die im Host-Computergerät gespeichert sind“, heißt es etwa in der Beschreibung des erstgenannten Patents.

Das Patentrecht für die genannten Technologien lief zwar 2017 aus, SPEX Technologies hatte aber noch zuvor seine Klage eingereicht. Das Geschworenengericht sah es nun als erwiesen an, dass Western Digital im Falle der genannten Festplattenreihen patentrechtlich geschützte Datensicherheitstechnologien verwendet hat. Während sich SPEX mit dem Ergebnis zufrieden zeigt, hat Western Digital bereits angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Western Digital in diesem Jahr wegen Patentrechtsstreitigkeiten verurteilt wurde. Bereits im Juli hatte ebenfalls ein kalifornisches Gericht den Speicherhersteller für schuldig befunden, gegen zwei Patente des österreichischen Physikers Dieter Süß und der Firma MR Technologie verstoßen zu haben. In jenem Fall ging es um Technologien zur Verbesserungen von Datenspeichern, um größere Festplattenkapazitäten zu ermöglichen. Western Digital hatte argumentiert, dass es sich bei den eingesetzten Optimierungen um hauseigene Entwicklungen handele, war aber vor Gericht gescheitert.

Das Gericht hatte den Speicherhersteller zur Zahlung von 262 Mio. US-$ Strafe verurteilt. Auch in diesem Fall hatte Western Digital angekündigt, so bald wie möglich Berufung einlegen zu wollen.

(sg)

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