Aprilscherz 2013 Weltweit erster luftloser Reifen sendet Informationen über Schlaglöcher ins Internet

Der luftlose Reifen für Pkw ist schon lange ein Traum der Reifenentwickler. Mit einem neuen Modell, dem ContiSpringContact 1, sind die Entwickler von Continental in Hannover-Stöcken nun einen guten Schritt weiter gekommen.

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ContiSpringContact 1: der weltweit erste luftlose Reifen sendet Informationen über Schlaglöcher direkt ins Internet
ContiSpringContact 1: der weltweit erste luftlose Reifen sendet Informationen über Schlaglöcher direkt ins Internet
(Bild: Continental)

Moderne Pkw-Reifen sind Hochleistungsprodukte, die im normalen Betrieb in der Regel nur eine Schwäche haben – den Luftdruckverlust, hervorgerufen durch Fremdkörper wie Nägel, oder die viel zu seltenen Luftdruckkorrekturen durch den Autofahrer. „Reifen ohne Luft würden das Problem beseitigen, doch dann fiele der Reifen als wichtige Federung zwischen Straße und Felge aus“, betont Reifenentwickler Reiner Dämpfer. „Kein Vollgummireifen könnte sich derart verformen, dass er bei akzeptabler Laufleistung vernünftige Fahreigenschaften erreichen könnte.“

Mikrosensoren erkennen Federungsspitzen

Mit dem neuen ContiSpringContact 1 hat der europäische Marktführer nun eine verblüffende Problemlösung parat: An der Felge fest montierte, gummiummantelte Federn (engl. Spring) halten einen Gummiring fest, der durch die Federn flexibel genug bleibt, um die in Umfangsrichtung auftretenden Kräfte zu bändigen. Mikrosensoren in den Federn detektieren kurzfristige Federungsspitzen, erkennen so in Millisekunden Schlaglöcher und senden diese Informationen über eine Funkverbindung direkt über das Internet an die örtliche Straßenmeisterei. Querkräfte werden durch seitliche Verbindungen der Felge mit einem „intelligenten“ Gummi aufgefangen.

Diese Gummibänder reagieren auf Schwingungen und ziehen sich bei hohen Belastungen stark zusammen. So können auch die Seitenführungskräfte gut übertragen werden. Damit die Konstruktion optisch nicht allzu auffällig ist, sind Federn und Gummibänder unter einer Gummihülle verdeckt, die auch ausreichend Platz für die auf jedem Reifen nötigen Angaben wie beispielsweise die Reifendimension und eine Fülle anderer Informationen hat. Das Profil ist nahezu unverändert vom ContiEcoContact 5 übernommen worden.

Schwierige Abstimmung der Federn und Bänder

Das Hauptproblem, so Dämpfer, war die richtige Abstimmung der Federn und Gummibänder. Mit den ersten Prototypen bestückt, wären die Versuchswagen auf der hauseigenen Teststrecke, dem Contidrom, „wie Kaninchen herumgehoppelt“, erinnert sich Dämpfer. Der Grund: Die beim Federn entstehenden Frequenzen hätten den Wagen zum unkontrollierten Springen gebracht. Dies wiederum hätte die Ingenieure dazu inspiriert, die „intelligenten“ Gummibänder zu entwickeln und die Federn mit Gummi zu ummanteln, das das Ein- und Ausfedern harmonisiert und begrenzt.

Reifen-Testflotte unerkannt unterwegs

Continental hat den neuen ContiSpringContact 1 nun seit über einem Jahr in einem Feldversuch in der Region Hannover eingesetzt – unbemerkt von Passanten und anderen Autofahrern. Die rund 40 Fahrzeuge der Testflotte bremsen, beschleunigen und fahren Kurven wie normal ausgestattete Wagen. Zwei Dinge ist den Testfahreren allerdings inzwischen klar: Der Reifen hält rund doppelt so lange wie ein normaler Pneu, Pannen hat es bisher nicht gegeben. Die gesammelten Daten über vorhandene Schlaglöcher stehen ab heute den interessierten Straßenmeistereien zur Verfügung.

Weitere Größen für SUVs geplant

Der neue ContiSpringContact 1 ist ab 1. April 2013 im Handel erhältlich, Continental produziert 23 Dimensionen für Felgen mit 14 bis 17 Zoll Durchmesser, größenabhängig sind die Reifen bis zu 240 km/h freigegeben. Eine Ausweitung der Dimensionspalette besonders für SUV ist geplant.

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