Grundlagen der Organischen Beleuchtung

Welche Vorteile die OLED-Technologie bringt

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Singlet-Harvesting-Emitter und eine tiefblaue Emission

Singlet-Harvesting-Emitter nutzen das Prinzip der thermisch unterstützten Anregung, um Elektronen aus dem Triplett-Niveau in das energetisch höher liegende, emittierende Singulett-Niveau anzuheben. Diese thermisch unterstützte Anregung findet bereits bei Temperaturen ab etwa -200 °C statt, also schon weit unterhalb typischer Anwendungstemperaturen für OLEDs. Die so gewonnene zusätzliche Anregungsenergie führt zu einer kürzeren Wellenlänge der Emission. Daher ist mit Singlet-Harvesting-Emittern eine tiefblaue Emission leichter erreichbar als mit konventionellen Materialien.

Die geringere elektrische Anregungsenergie wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Stabilität und damit auf die Lebensdauer der emittierenden Schicht und des Bauteils aus. Mit Singlet Harvesting kann sowohl die direkte Anregung in den Singulett-Zustand als auch über die weitere thermisch unterstütze Anregung, die elektronische Anregung in die Triplett-Zustände, genutzt werden.

Seit Unternehmensgründung im Jahr 2003 hat cynora Iridium-freie und flüssig prozessierbare Emitter für Druck- und Beschichtungsverfahren entwickelt. So stehen neben verdampfbaren Emittern für die etablierten Vakuum-Prozesse auch lösliche Emitter für die aufkommenden Flüssigprozesse, wie beispielsweise Schlitzguss oder Inkjet-Druck, zur Verfügung.

OLEDs kostengünstig auf flexible Substrate aufbringen

In Kooperationen werden die Lösungs-, Viskositäts-, Benetzungs- und Schichtbildungseigenschaften so angepasst, dass sich diese Materialien als homogene, ultradünne Filme oder hochpräzise strukturierte Schichten auftragen lassen. Derartige OLED-Tinten und Fertigungstechniken sind prädestiniert zur kostengünstigen Herstellung von OLEDs auf flexiblen Substraten oder großen Flächen und damit einer der Schlüssel zu wettbewerbsfähigen Massenprodukten. Wie bereits erwähnt, lassen sich OLEDs genauso dünn, flexibel und transparent fertigen wie das jeweilige Substrat. Noch dominiert Glas als Substrat. Doch zeichnet sich ab, dass künftig Kunststoffe diese Rolle übernehmen werden, die bereits in Kleinserien erprobt und weiterentwickelt werden.

Rollbare oder faltbare Lichtquellen

Während Metallfolien die Emission auf eine Richtung beschränken und das Bauteil im ausgeschalteten Zustand spiegeln können, ermöglichen transparente Kunststofffolien und Elektrodenmaterialien eine Abstrahlung in beide Richtungen und sind im ausgeschalteten Zustand annähernd durchsichtig.

Die Anforderungen an Flexibilität, Rollbarkeit und Knickfestigkeit der Bauteile hängen stark von der jeweiligen Anwendung ab. Für Lichtquellen mit komplexer Geometrie oder Displays mit statischer Biegung ist es bereits ausreichend, das Bauteil einmalig an eine Topografie anzupassen. Für flexible Beleuchtung oder in ihrer Biegung in einem gewissen Rahmen verstellbare Fernseher reicht eine begrenzte Anzahl von Biegevorgängen aus. Rollbare oder gar faltbare Lichtquellen und Displays für mobile Anwendungen stellen hingegen sehr hohe Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit des Bauteils, insbesondere an das Substrat und die Verkapselung.

* Dr. Mathias Mydlak ist Diplom-Chemiker und bei cynora für die Geschäftsentwicklung verantwortlich.

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