Interview

Was tun, wenn plötzlich ein Lieferant wegen Insolvenz ausfällt?

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Welche Rolle spielt die Mechanik-Konstruktion /-Fertigung in der Wertschöpfungskette von MCD?

Die Konstruktion ist ein sehr wichtiger Teil der Wertschöpfung. Hier werden unsere Ideen in eine anwendbare Form übertragen. Die Konstruktionsgrundlagen sind Wissenskapital für MCD. Bereits in der Insolvenzphase wurde dieser Teil auch komplett in MCD integriert und ausgebaut

Die Fertigung ist eigentlich nur Mittel zum Zweck. Allerdings gibt es besondere Fertigungsarten, die in unserem Sonderbereich sehr wichtig sind und die man kaum irgendwo einkaufen kann. Da steckt viel Erfahrung drin. Wir haben zusammen mit dem externen Lieferanten begonnen, Standardgeräte zu entwickeln, um schneller liefern zu können und um kostengünstiger anbieten zu können.

Was muss ein Mechanik-Betrieb bieten, damit er als Partner für MCD interessant ist?

Er muss grundsätzliches Verständnis für die Fertigung von kundenspezifischen Einzelanfertigungen mitbringen. Dann muss er natürlich die MCD-Ideen im Ansatz verstehen und beim Tempo der zeitlichen Planung von MCD mitmachen. Wir erwarten, dass er Verantwortung übernimmt. Dazu gehört, dass er termingerecht liefert und auch zur gemeinsamen Optimierung von Konstruktionen und Prozessen beiträgt. Um es einfach zu sagen, er muss so handeln und fertigen, wie für seine eigenen Kunden. Fast schon selbstverständlich ist es, dass der Betrieb ein Qualitätsmanagement betreibt und zertifiziert ist.

Sie hatten seinerzeit (wie vermutlich immer) eine angespannte Terminsituation, als die Mitteilung von der Insolvenz herein platzte. Welche Optionen hatten Sie in dieser Situation?

In dem Moment hatten wir absolut keine Option. Eine der größten Herausforderungen waren die bestehenden Kundentermine. Nach Beruhigung der Situation untersuchten wir mögliche Lösungen. Zur Firmengruppe gehörte damals schon die noch junge Firma MCF Technologie GmbH in Ettlingen, die Verdrahtungsarbeiten für uns durchführte. Unser erster Lösungsansatz war nach Firmen zu suchen, die wir hätten übernehmen können oder die vorab für uns hätten fertigen können.

Dabei stießen wir auf eine Firma, die auch in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. Wir bemerkten, dass sich die Mitarbeiter verändern wollten und konnten einige sehr begabte Fachleute gewinnen, die bereits in diesem Bereich gearbeitet haben und sehr schnell bei uns starten konnten. Sofort wurde ein neuer Gebäudebereich angemietet, gebrauchte Maschinen gekauft und mit den ersten Produkten gestartet. Mit sehr viel Aufwand und Energie gelang es uns, innerhalb kürzester Zeit dafür zu sorgen, dass unsere Kunden ohne Zeitverzögerung bedient werden konnten.

Beim Start der Mechanikfertigung griffen wir zunächst auf eine Vielzahl von externen Einzelfertigungsbetrieben sowohl in Deutschland als auch in osteuropäischen Ländern zurück und vergaben Einzelkomponenten zur Fertigung. Die Montage allerdings übernahmen wir von Anfang an selber.

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