Mögliche Spannungen im Hintergrund Warum geht KUKA-Chef Peter Mohnen so plötzlich?

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Peter Mohnen gibt überraschend die Führung des Roboterherstellers KUKA auf. Der CEO verlässt das Unternehmen Mitte 2025 und die Hintergründe seines Rückzugs werfen Fragen auf.

Peter Mohnen: Langjähriger KUKA-Chef geht. (Bild:  KUKA)
Peter Mohnen: Langjähriger KUKA-Chef geht.
(Bild: KUKA)

KUKA verliert seinen langjährigen Vorstandsvorsitzenden: Peter Mohnen wird das Unternehmen zum 1. Juli 2025 verlassen. Dies gab der Augsburger Automatisierungsspezialist am Sonntag bekannt. Der 54-Jährige steht seit 2018 an der Spitze von KUKA und war zuvor bereits sechs Jahre als Finanzvorstand tätig. Eigentlich wäre sein Vertrag bis Ende 2025 gültig. Eine Nachfolge soll zeitnah benannt werden.

In der offiziellen Mitteilung würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende Andy Gu Mohnens Leistung. Er habe das Unternehmen durch Krisen wie die Corona-Pandemie gesteuert und historische Umsatz- sowie Ertragsrekorde erreicht. Dennoch kommt der Abschied zu einem Zeitpunkt, der aufhorchen lässt: Das Marktumfeld bleibt angespannt, die Anforderungen des chinesischen Eigentümers Midea steigen.

Spannungen mit Midea als möglicher Hintergrund

Nach Recherchen der Augsburger Allgemeinen geht der Rückzug Mohnens nicht allein auf persönliche Gründe zurück. Demnach gab es wiederholt Meinungsverschiedenheiten mit dem Mutterkonzern Midea, der KUKA seit 2016 besitzt. Insbesondere bei der Frage nach weiteren Kostensenkungen am Standort Augsburg sollen die Vorstellungen auseinandergegangen sein.

Während KUKA 2024 zwar schwarze Zahlen schrieb, fiel das operative Ergebnis offenbar spürbar schwächer aus als im Vorjahr. Midea habe mehr Effizienz und höhere Profitabilität eingefordert. Auch die Zukunft der Arbeitsplätze in Augsburg könnte eine Rolle gespielt haben: Mohnen gelang es 2023, die ursprünglich auslaufende Standortgarantie bis Ende 2025 zu verlängern. Eine Leistung, die intern als sein wichtigster Erfolg gewertet wird. Doch das dauerhafte Austarieren zwischen den Erwartungen der Eigentümer und den Interessen des Unternehmens dürfte Kraft gekostet haben.

Emotionaler Abschied und unklare Zukunft

In seinem Abschiedsstatement zeigte sich Mohnen dankbar und stolz. Er sprach vom einzigartigen Spirit der KUKA-Belegschaft und bezeichnete die Zusammenarbeit als besonderes Erlebnis. Über seine beruflichen Pläne machte er keine Angaben. Auch bleibt offen, ob er dem Unternehmen in beratender Funktion verbunden bleiben wird.

KUKA steht nun vor einem Wendepunkt. Die Suche nach einem neuen CEO dürfte entscheidend dafür sein, welchen Kurs der Robotik-Spezialist künftig einschlägt. Eine wichtige Rolle wird dabei die Balance zwischen lokaler Verankerung in Deutschland und den globalen Ansprüchen des chinesischen Mutterkonzerns spielen. (mc)

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