Wechsel an der Konzernspitze Intel-Manager Christoph Schell wird neuer CEO bei Kuka

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Der langjährige Intel-Manager Christoph Schell übernimmt zum 1. Juli 2025 den Vorstandsvorsitz bei Kuka. Er folgt auf Peter Mohnen, der den Roboterhersteller nach mehr als einem Jahrzehnt im Vorstand verlässt.

Der Top-Manager von Intel Christoph Schell wird CEO bei Kuka.(Bild:  Intel Corporation)
Der Top-Manager von Intel Christoph Schell wird CEO bei Kuka.
(Bild: Intel Corporation)

Mit dem Wechsel an der Konzernspitze holt sich Kuka einen international erfahrenen Manager aus der Halbleiter- und Digitalbranche ins Haus. Christoph Schell war zuletzt Chief Commercial Officer bei Intel, zuvor bekleidete er unter anderem Führungspositionen bei HP und Philips. Schon seit Anfang 2023 sitzt er im Aufsichtsrat des Augsburger Roboterspezialisten und kennt das Unternehmen von innen. Als Vorsitzender des Strategie- und Technologieausschusses war er in wesentliche Entscheidungen eingebunden.

Erfahrener Technologiemanager übernimmt Führung

Der 53-Jährige stammt aus Kirchheim unter Teck, ist seit Jahren global tätig und bringt ein Netzwerk aus der internationalen Tech-Industrie mit. In einer Mitteilung äußerte er sich überzeugt vom Potenzial der Kuka-Gruppe: Die Verbindung von Robotik, Automatisierung und künstlicher Intelligenz werde „die Welt des Arbeitens und des täglichen Lebens verändern“. Für das Unternehmen ist das auch ein Signal: Kuka will stärker auf Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle setzen.

KUKA finanziell in der Umbruchphase

Die personelle Neuaufstellung an der Spitze fällt in eine Zeit wirtschaftlicher Turbulenzen. 2024 ging der Umsatz des Konzerns um fast acht Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro zurück. Noch deutlicher fiel das operative Ergebnis: Das EBIT schrumpfte fast auf die Hälfte und lag bei 77 Millionen Euro. Während in Europa und Nordamerika die Nachfrage schwächelte, legte das Geschäft in Asien deutlich zu. Dort erzielte Kuka einen Rekordumsatz – ein möglicher Fingerzeig auf künftige regionale Schwerpunkte. Die Finanzzahlen veröffentlichte Kuka nur einen Tag nach der Ankündigung des Rückzugs von Peter Mohnen, wir berichteten.

Peter Mohnen, seit 2018 als CEO, der Kuka über 13 Jahre in unterschiedlichen Rollen geprägt hat, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. In seine Amtszeit fielen unter anderem die vollständige Übernahme durch den chinesischen Midea-Konzern sowie der Ausbau der Präsenz in Asien. Der Aufsichtsratsvorsitzende Haicong Wang bedankte sich für Mohnens „außergewöhnlichen Einsatz“ in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Schell trat bereits im Februar 2024 in der Talkshow von Markus Lanz auf und warb dort für staatliche Subventionen für die geplante Intel-Chipfabrik in Magdeburg und vertritt souverän die Konzern-Position. Er wirkt also mit politischen Akteuren ebenso vertraut ist wie mit wirtschaftlichen Zusammenhängen. Auch seine Tätigkeit im Verwaltungsrat von Mobileye Global Inc. zeigt, wie eng er mit Themen rund um Automatisierung, KI und vernetzte Systeme verknüpft ist.

Für Kuka bedeutet der Wechsel an der Spitze also mehr als nur ein neuer Name auf dem Briefkopf. Mit Schell kommt ein Manager, der die Sprache der globalen Tech-Welt spricht und der das Unternehmen möglicherweise stärker mit digitalen Plattformen, KI-getriebener Fertigung und Softwareintegration verzahnen wird. (mc)

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