JTAG/Boundary Scan-Test

Warum das Boundary-Scan-Verfahren so genial ist und was es voraussetzt

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4. Was moderne Boundary-Scan-Tools leisten

Nach heutigen Erkenntnissen ergeben sich einige Grundansprüche an ein Boundary-Scan-Testsystem. So möchte sich ein Anwender sicher keine Gedanken über das richtige Schalten des „Test Mode Select“-Signals machen, um in den richtigen Graphen in der „TAP state machine“ zu kommen. Und er möchte sich bestimmt ganz und gar nicht mit einer „TAP state machine“ herumplagen. Allenfalls den Betriebsmode für die Boundary-Scan-Bausteine vorgeben, mehr aber nicht.

Glücklicherweise werden einem diese lästigen Arbeiten von modernen Tools tatsächlich abgenommen. Aber was ist überhaupt gemeint, wenn man über ein Boundary-Scan-Tool spricht? Ein Boundary-Scan-Testsystem besteht immer aus Hardware und Software. Die Hardware muss dabei „einfach nur“ in der Lage sein, die TAP Signale anzusteuern. Diese Grundfunktionalität hat jede Boundary-Scan-Hardware weltweit (es gibt allerdings zum Teil gravierende Unterschiede in der Performance, also echten Durchsatz, und der Flexibilität).

Die Unterschiede der jeweiligen Hersteller liegen in der Software. Deshalb ist in aller Regel die Software gemeint, wenn man über ein Boundary-Scan-Tool spricht. Man darf von einer modernen Boundary-Scan-Software erwarten, dass sie die notwendigen Testvektoren automatisch erzeugt und dass sie den Operator im Prüffeld im Fehlerfall möglichst einfach zur fehlerhaften Stelle des Prüflings führt, also eine bestmögliche Diagnose. Denkt man jedoch an die Integration des Boundary-Scan-Tests in die Fertigungslinie oder in ein anderes Testsystem, so ergibt sich der Anspruch, dass ein modernes Boundary-Scan-Tool über entsprechende Schnittstellen verfügt.

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