Düstere VDMA-Prognose „Wachstumsverwöhnte“ Robotik- und Automatisierungsbranche schrumpft

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Die deutsche Robotik- und Automationsbranche steht erneut vor Herausforderungen: Für 2025 prognostiziert der VDMA einen Umsatzrückgang von neun Prozent auf 13,8 Milliarden Euro.

Robotik und Automation Deutschland Gesamtumsatz(Bild:  VDMA Robotik + Automation)
Robotik und Automation Deutschland Gesamtumsatz
(Bild: VDMA Robotik + Automation)

Bereits 2024 schrumpften die Erlöse um sechs Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Auch die Auftragslage verschlechterte sich 2024 deutlich. Im Inland brachen die Bestellungen um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Auch aus dem Ausland blieben Wachstumsimpulse aus, die Nachfrage sank insgesamt um zwei Prozent. Lediglich die Eurozone bildete eine Ausnahme: Hier legten die Auftragseingänge um 44 Prozent zu. Außerhalb der Eurozone ging die Auslandsnachfrage hingegen um 13 Prozent zurück.

Das Diagramm des VDMA über den Gesamtumsatz der Branche zeigt die Berg- und Talfahrt der letzten zehn Jahre. Während 2023 die Branche mit 16,2 Mrd. ein Maximum darstellt, ging es ab dem Corona-Tief bei 12,1 Mrd. nur aufwärts. Auf diesem Niveau war die Branche aber auch schon vor zehn Jahren, also 2015.

Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation, sieht strukturelle Probleme als Ursache für die aktuelle negative Entwicklung. Die Branche sei zu stark von der deutschen Automobilindustrie abhängig und kämpfe mit Wettbewerbsnachteilen. Um gegenzusteuern, fordert Ley schnellere Innovationsprozesse, mehr Agilität und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur. „Der Abwärtstrend basiert nicht allein auf zyklischen Nachfrageschwankungen, sondern hat inzwischen ganz handfeste strukturelle Ursachen“, warnt Ley.

Zugleich richtet er einen Appell an die Politik: Standortnachteile wie übermäßige Regulierung und hohe Kostenbelastungen müssten abgebaut werden, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten sieht Ley langfristig positive Perspektiven für die Branche: „Alle langfristigen Wachstumstrends für unsere Zukunftsbranche sind weiter intakt. Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen“, betont der VDMA-Fachverbandsvorsitzende. (mc)

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