Meilensteine der Elektronik

Vom mechanischen Stift zum Display-Spezialisten

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Sharp Labs – Forschungseinrichtung in Europa

Anfang der 1980er Jahre begann Sharp mit dem Komponentenvertrieb in Europa und setzte damit den Grundstein für die heutige Sharp Devices Europe. Gestartet wurde zunächst als eine Abteilung. Im Jahr 1990 fokussierte Sharp seine Forschungen zentral in Oxford, Großbritannien. Geboren waren die Sharp Laboratories of Europe (SLE) im Oxford Science Park. Geforscht wird hier schwerpunktmäßig an neuen Technologien auf dem Gebiet der LC-Displays, Informationstechnologie, Halbleiterlaser, Sprach- und Verschlüsselungssoftware und Anwendungen für Bio-Science.

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Eingebunden sind die europäischen Forschungsstätten in ein internationales Netzwerk von Entwicklungszentren in Japan, Europa und den USA. Ebenfalls in der europäischen Forschungsstätte in Oxford ansässig ist das Entwicklungszentrum der Sharp Devices Europe (SDE). Von hier werden die Kunden direkt unterstützt und die Standardprodukte der Muttergesellschaft für regionale und internationale Märkte sowie spezifische Anwendungen entwickelt und angepasst. Kunden von SDE profitieren so von kürzeren Realisierungszeiten durch effiziente technische Unterstützung.

Die Memory LC-Displays

Doch von der Forschung zurück zu den Anwendungen: Auf einem besonderen Typ von Flüssigkristallen basieren die Memory LC-Displays. Man bezeichnet diesen Typ als cholesterischen LC, der eine helikale Struktur hat und über die beiden stabilen Zustände planar und fokal konisch verfügt, die einen Hell-Dunkel-Kontrast erzeugen. Durch diese beiden Zustände lässt sich ein monochromes Bild generieren, ohne dass eine permanente Stromzufuhr erforderlich ist.

Allerdings waren für diese Arten von Display hohe Versorgungsspannungen notwendig und sie benötigten eine lange Zeit, um Inhalte darzustellen. Einige brauchten bis zu einer Sekunde, um die Anzeige zu aktualisieren. Ein weiterer Nachteil eines solchen Displays ist die Tatsache, dass es zu sogenannten Nachbildern kommt. Das heißt, bei einem Wechsel der Anzeige ist das vorherige Bild oder der Text noch zu erkennen. Bei aktuellen Displays wird die Anzeige zweimal aktualisiert, um diesem Problem zu begegnen.

Die Memory-in-Pixel-Displays von Sharp bieten als Weiterentwicklung der cholesterischen LCDs auf Basis der TFT-Technik einen hohen Kontrast und ein hoch aufgelöstes Bild. Bei den aktuellen Modellen verfügt jedes Pixel über einen Speicher von einem Bit. Gerade bei Anwendungen, wo statischer Inhalt vergleichsweise lange gezeigt wird, bieten sich Memory LCDs an. Ein ganz anderes Kaliber war der riesige 108-Zoll-LCD-TV aus dem Jahr 2008. Ganze 274 cm maß die Diagonale des Sharp LB-1085. Das Gerät besaß eine Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel im Vollbildmodus mit 1080 p. Bei der Helligkeit gab Sharp einen Wert von 400 Candela pro Quadratmeter an und einen Kontrast von 1200:1. Auch der Preis war nicht ohne: 120.000 Euro sollte das Gerät damals kosten.

Ein Display kann unterschiedliche Inhalte darstellen

Eine andere Lösung von Sharp war das Dual Directional Viewing aus dem Jahr 2005. Mit diesem Display ist es möglich, verschiedene Inhalte auf ein und demselben Gerät darzustellen. Wie funktioniert diese Technik? Das LCD-Panel zeigt zwei unterschiedliche Informationen, je nachdem, ob man von links oder rechts auf das Display schaut. Grundprinzip ist die Parallaxenbarriere. Diese ist dem LC-Display vorgeschaltet und gibt je nach Betrachtungswinkel den Blick von links oder rechts auf das Display frei.

Im Gegensatz zu einer brillenlosen Darstellung in 3D, welche die Illusion eines dreidimensionalen Bildes erzeugt, indem sie zwei 2-D-Bilder übereinanderlegt, zeigt DualView tatsächlich zwei separate 2-D-Bilder gleichzeitig auf dem Display an. Sharp verwendet in seinen DualView-Bildschirmen eine Parallaxenbarriere, die extrem nah an den LCD-Bildpunkten anliegt – in weniger als 100 µm Entfernung. Ein LCD ist aus Glas aufgebaut, und die Glasschichten sind dünner als ein Blatt Papier. Die unter dem Markennamen DualView vermarktete Erfindung kommt vor allem in der automobilen Oberklasse zum Einsatz. Denn im Armaturenbereich ist Platz rar.

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