Akkupacks in der Resilienzplanung Vom grünen Extra zur kritischen Infrastruktur: Batteriespeicher

Von Alex Stapleton* 4 min Lesedauer

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Der Blackout in Spanien und Portugal 2025 legte ganze Länder lahm. Er machte deutlich: Batteriesysteme sind kein grünes Extra, sondern Schlüssel zur Versorgungssicherheit.

Ohne Netz kein Leben: 
Ein Ausfall im Stromsystem kann binnen Minuten ganze Länder lahmlegen.(Bild:  EyeEm - Freepik.com)
Ohne Netz kein Leben: 
Ein Ausfall im Stromsystem kann binnen Minuten ganze Länder lahmlegen.
(Bild: EyeEm - Freepik.com)

Als Spanien und Portugal im April 2025 von einem flächendeckenden Blackout betroffen waren, kam es zu einer massiven Krise. Züge blieben stehen, Flughäfen und Telekommunikation wurden unterbrochen und es dauerte Stunden, bis die Stromversorgung wiederhergestellt war. Späteren Berichten zufolge lag die Ursache bei konventionellen Kraftwerken, die die Netzspannung nicht mehr kontrollieren konnten. Dies führte zu einer Kaskade von Überspannungen, die immer mehr Generatoren außer Betrieb setzten, bis schließlich das gesamte Netz zusammenbrach.

Erst die grenzüberschreitende Unterstützung aus Frankreich und Marokko half, das System wieder hochzufahren. Auffällig war dabei, welch großen Unterschied ein gut platziertes Notstromsystem machen kann – selbst wenn es nur die wichtigsten Funktionen aufrechterhält, bis das Netz zurückkehrt.

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Batterien als Schlüsselelement der Krisenvorsorge

Das Ereignis war eine eindringliche Erinnerung daran, wie abhängig wir von kontinuierlicher Stromversorgung sind – und wie verwundbar wir werden, wenn das Netz versagt. Lange Zeit wurde Batteriespeicherung vor allem als Nachhaltigkeitsinvestition betrachtet. Viele Unternehmen haben sie eingeführt, um Emissionen zu reduzieren oder ihre Energieeffizienz zu verbessern. Doch diese Denkweise verändert sich. Insbesondere seit dem Spanien-Blackout hat sich der Fokus verschoben: Batteriesysteme gelten immer weniger als „grünes Häkchen“ und immer mehr als zentraler Bestandteil der Business-Continuity-Planung.

Das bedeutet nicht, dass Nachhaltigkeit von der Agenda verschwunden ist – sie bleibt weiterhin wichtig. Aber Resilienz rückt in den Vordergrund und verändert grundlegend, wie Organisationen über Energie nachdenken. Diese Entwicklung erleben wir bei Alexander Battery Technologies hautnah. Wir entwickeln und fertigen kundenspezifische Akkupacks und in letzter Zeit drehen sich unsere Gespräche zunehmend um kleine, maßgeschneiderte Systeme, die gezielt den Betrieb während einer Störung absichern. Dabei handelt es sich nicht um großskalige Energiespeicher, die ganze Gebäude versorgen. Sondern um punktgenaue Lösungen, die in einem ganz bestimmten Szenario eine klar definierte Aufgabe zuverlässig übernehmen.

Punktgenaue Sicherheit: Batterielösungen für kritische Momente

Ein Beispiel ist der Transportsektor. Ein stehengebliebener U-Bahn-Zug benötigt keine Energie, um die gesamte Fahrt zu beenden – er muss lediglich so weit fahren können, dass die Passagiere sicher aussteigen können. Das kann ein halber Kilometer sein, manchmal auch weniger. In einem Notfall kann genau diese kurze Distanz entscheidend sein.

Ähnlich verhält es sich mit Aufzügen in Geschäfts- oder Wohngebäuden. Im Falle eines Stromausfalls steht die sichere Evakuierung von Personen an oberster Stelle. Dafür braucht es keine stundenlange Notstromversorgung, sondern ein Batterypack, das sofort einspringt und nur so lange durchhält, bis die Menschen in Sicherheit sind.

Auch in anderen Branchen wächst das Interesse: Logistikunternehmen möchten ihre Lagerautomatisierung oder Hafenanlagen während lokaler Ausfälle am Laufen halten. Telekommunikationsanbieter suchen nach Backup-Lösungen für Sendemasten und Signal-Infrastruktur, da selbst kurze Unterbrechungen weitreichende Folgen haben können. Diese Systeme benötigen keine riesigen Energiemengen, aber sie müssen absolut zuverlässig sein. Ein kurzer Ausfall kritischer Dienste kann schwerwiegende Konsequenzen haben – sei es für den Ruf, die Abläufe oder die Finanzen.

Früher war diese Art der Planung oft Aufgabe von Facility Managern oder Ingenieuren. Heute ist sie ebenso ein Thema im Vorstand: Geschäftsführungen wollen wissen, was passiert, wenn der Strom ausfällt. Gibt es einen Plan? Welche Systeme sind abgesichert? Wie lange kann der Betrieb aufrechterhalten werden?

Geändert hat sich auch die Art, wie Unternehmen diese Systeme entwickeln. Standardlösungen von der Stange reichen selten aus, um die Komplexität realer Betriebsabläufe abzubilden. Deshalb ist es oft notwendig, bei null anzufangen: Zunächst das Ausfallszenario analysieren, die kritischsten Punkte identifizieren und anschließend ein Backup-System entwerfen, das exakt das Nötige liefert – ohne überflüssige Überdimensionierung oder Mehrkosten.

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Für viele Organisationen ist dieser Wandel nicht von Angst getrieben, sondern von Pragmatismus. Sie haben gesehen, welche Folgen mangelnde Vorbereitung haben kann – sei es durch Cyberangriffe, wetterbedingte Störungen oder Netzfehler. Die Kosten des Nichtstuns sind schlicht zu hoch.

Von der Kür zur Pflicht: Resilienz wird zum Standard

Und es sind nicht nur Großkonzerne, die jetzt reagieren. Auch mittelständische Unternehmen, Infrastrukturanbieter und öffentliche Einrichtungen verfolgen zunehmend proaktive Strategien. Für viele stellt sich längst nicht mehr die Frage „Sollen wir in Backup-Strom investieren?“, sondern „Wie schnell können wir eine Lösung implementieren?“

Batteriebetriebene Systeme hatten schon immer vielfältige Einsatzbereiche – von Elektrofahrzeugen über Medizintechnik bis hin zu Consumer Electronics. Doch die neue Nachfrage nach resilienzorientierten Backup-Lösungen ist etwas anderes. Hier geht es darum, eine ganz bestimmte Funktion in einer Störungssituation aufrechtzuerhalten – mit einem Designansatz, der beim Problem ansetzt, nicht beim Produkt. Oft gibt es dafür keine Schablone und keine fertige Lösung im Regal. Genau hier wird unsere Arbeit beratend: Wir helfen Organisationen, ihren Bedarf präzise zu definieren und eine zuverlässige Lösung zu entwickeln.

Gemeinsam ist all diesen Entwicklungen die Erkenntnis: Resilienz ist heute ein zentraler Bestandteil des Geschäftsbetriebs. „Wir haben nicht damit gerechnet“ ist keine akzeptable Antwort mehr. Infrastrukturausfälle sind keine theoretischen Risiken – es gibt genügend prominente Beispiele, die zeigen, was auf dem Spiel steht. Akkupacks schaffen vielleicht keine Schlagzeilen, aber wenn der Strom ausfällt, können sie den Unterschied machen zwischen einer kurzen Unannehmlichkeit und einer schwerwiegenden Unterbrechung.

Deshalb geht es in der heutigen Energieplanung ebenso sehr um Resilienz wie um Effizienz oder Nachhaltigkeit. Für die Unternehmen und Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, ist entscheidend, dass ihre wichtigsten Systeme auch im Notfall weiterlaufen – zuverlässig, sicher und ohne Kompromisse. (mr)

* Alex Stapleton ist Chief Commercial Officer bei Alexander Battery Technologies

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