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Vom Flüchtling zum Fachmann; Tipps zur erfolgreichen Integration

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Das Azubi-Patenmodell: Aus Kollegen werden Freunde

„Im Lahn-Dill-Kreis leben momentan rund 2000 Flüchtlinge. Dies ist eine große Herausforderung für den Kreis und die Kommunen“, so SPD-Landrat Wolfgang Schuster. „Das Projekt der Friedhelm Loh Group, junge Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorzubereiten und den Weg in eine eigenständige Zukunft zu eröffnen, ist daher eine beispielhafte Initiative.

Uns fehlen im Jahr 2030 fast 30.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter. Wir haben im Kreis derzeit fast 90.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Wir brauchen gesteuerte Zuwanderung, sonst ist der Wohlstand gefährdet.“

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Über drei Monate hinweg haben die Flüchtlinge in der Ausbildungswerkstatt von Rittal in Eschenburg-Wissenbach alles gelernt, was sie für eine Ausbildung brauchen – die Grundlagen der Metallbearbeitung und Elektrotechnik direkt an den Maschinen sowie die berufsbezogenen Sprachkenntnisse am Whiteboard im Unterrichtsraum.

An Bereitschaft, Motivation und Ehrgeiz fehle es den Flüchtlingen nicht, so Azubi-Pate Mirco Burbach, der unter anderem Khaibar Fatehzada während seines Praktikums betreut hat – eine tolle Erfahrung für den 22-Jährigen, der zum ersten Mal selbst sein Wissen weitergeben konnte:

„Die Arbeit mit den Flüchtlingen war eine schöne Zeit für mich, weil ich bei vielen Dingen helfen, unterstützen und anleiten konnte.“ Den Praktikanten habe es bei Problemen an den Maschinen oder mit dem Lehrstoff geholfen, auf die Azubis zugehen und auch einmal sprachliche Patzer riskieren zu können.

Der stetige Kontakt zu ihren deutschen Kollegen hilft den Flüchtlingen über so manche sprachliche Hürde hinweg – und Freundschaften entstehen. Samstags gehe es immer mit einem Azubi-Kollegen auf den Fußballplatz, erzählt Fatehzada mit leuchtenden Augen. Er spielt in der A-Liga und wartet auf seinen offiziellen Fußball-Pass.

Fehlende oder ungenügende Sprachkenntnisse sind eine Herausforderung sowohl für die Flüchtlinge als auch ihre Ausbilder im Qualifizierungsprogramm. Deshalb hat die Friedhelm Loh Group eine Lehrerin aus ihrer unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Loh Academy, in die Ausbildungswerkstatt geschickt. In den Unterrichtseinheiten lernen die Flüchtlinge neben Grammatik und Konversation auch berufsbezogene Begriffe – schließlich müssen sie nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen verstehen.

„Wir sammeln die Woche über Worte, die wir nicht verstehen. Im Unterricht sprechen wir darüber“, erzählt Eyobel Gebreyesus. Der 26-jährige Praktikant ist aus Eritrea geflüchtet und fühlt sich wohl bei Rittal. Jeden Tag steigt er vom Bus in den Zug und wieder in den Bus, um zu seinem Praktikumsplatz zu gelangen: „Es ist mein Traum, zu bleiben und bei Rittal zu arbeiten. Die Menschen sind freundlich und es gibt Freiheit hier.“

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