Ein bekannter Name, ein neuer Auftritt: Variosystems ist die Transformation vom Entwickler und EMS-Spezialisten zum Systemanbieter gelungen, der sich von der Produktidee bis zur Serienproduktion und darüber hinaus um alles kümmert. Unter dem Credo „Co-Creating Leading Innovators“ unterstreicht das Unternehmen die neue Ausrichtung zum vertrauenswürdigen Partner.
Variosystems hat die Transformation zum Systemanbieter mit starkem Fokus auf das Kundenerlebnis abgeschlossen und präsentiert sich in neuen Farben.
(Bild: Variosystems)
Insbesondere in den vergangenen Jahren zeichnete sich die Fragilität der globalen Wirtschaft und Lieferketten ab, und nicht jedes Unternehmen kann spontan auf Unwägbarkeiten reagieren, die mitunter existenzbedrohende Auswirkungen haben können. Deswegen ist es in sicheren wie unsicheren Zeiten wichtig, einen Partner an seiner Seite zu haben, der sich verlässlich um anstehende Projekte und ihre Umsetzung kümmert; das ist natürlich nicht nur, aber auch in der Elektronikindustrie so.
Die Coronapandemie hat etwa in der Hinsicht den Weg in die Zukunft gewiesen, als dass sie die Digitalisierung vorangetrieben und damit gezeigt hat, dass auch das ortsunabhängige Arbeiten möglich ist – etwas, das zuvor in vielen Branchen als schwer umsetzbar galt. Mit dieser Erkenntnis im Gepäck hat man im Jahr 2022 beim schweizerischen EMS-Unternehmen Variosystems den Aufbruch ausgerufen. Das passte insofern, da Unternehmensgründer Peter Germann sich im März 2022 in den verdienten Ruhestand verabschiedete und neue Führungspersonen künftig die Geschicke lenken sollten. Im Mai 2022 kam der aktuelle Variosystems-CEO Stephan Sonderegger in die Firma und schloss damit den Ausbau des Management-Teams ab.
Jetzt, zwei weitere Jahre später, ist Variosystems’ Transformation vom EMS-Spezialisten zum Systemanbieter abgeschlossen, und seit der electronica 2024 präsentiert sich das Unternehmen in neuem Gewand und frischen Farben. Das vertraute Blau, das für die Entwicklungsexpertise des Unternehmens steht, wurde um Farben erweitert, die den verstärkten Fokus auf den Kunden symbolisieren. „Wir decken als globaler Elektronik-Servicepartner von der Entwicklung und Beschaffung über die Industrialisierung und Serienfertigung bis zum Life-Cycle Management die gesamte Wertschöpfungskette ab“, wird mitgeteilt. Darüber konnten wir mit CEO Stephan Sonderegger sprechen.
Alles aus einer Hand, alles für den Kunden
Stephan Sonderegger ist seit Mai 2022 Geschäftsführer von Variosystems.
(Bild: Variosystems)
Als er 2022 zum Unternehmen gekommen ist, mit dem Erfahrungsschatz, den ihm unter anderem seine Zeit bei OEM eingebracht hat, traf Sonderegger bei Variosystems auf eine klare Bereitschaft zur Veränderung, erzählte er uns im Vorfeld der weltgrößten Elektronikmesse. Man wollte in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ambitionierte Ziele erreichen und sich nicht auf bereits verdienten Lorbeeren ausruhen. Das zentrale Ziel für die Wandlung zum Allround-Unternehmen stand damals schon fest: Ein engmaschiges Kundenerlebnis muss in den Fokus rücken. Als etablierter Entwickler hatte es Variosystems bis dato geschafft, die Umsätze zu verdoppeln, doch das Ende der Fahnenstange war bislang nicht erreicht.
Die Ausgangslage für die Veränderung war bereits vielversprechend, erzählt Sonderegger, nun galt es, gemeinsam zu wachsen. Für ihn stellte das keine Herausforderung dar, die auch negativ konnotiert sein kann, sondern vielmehr ein spannendes Abenteuer. Variosystems sollte ganzheitliche Lösungen anbieten und damit die Position als verlässlicher und vielseitiger Partner der Elektronikindustrie festigen. Integraler Bestandteil der Wachstumsstrategie war die absolute Kundenzentrierung, für die im gesamten Unternehmen Customer-Success-Teams aufgebaut wurden. Sie sind Schnittstellen zu allen Services von der Entwicklung bis zum Life-Cycle-Management und garantieren die durchgängige Betreuung vom Prototyp bis zur Serienproduktion.
Transformation beginnt beim Mitarbeiter
Um ein Unternehmen vom EMS-Spezialisten zum Systemanbieter umzustellen, wird neben einer Vision nicht zuletzt auch der Zuspruch vom Mitarbeiterstamm benötigt. Die Erfahrungen, die Sonderegger und das Managementteam dabei gemacht haben, lassen sich auf eine Phrase reduzieren: „Wir müssen reden“. Und zwar viel. Interne Kommunikation und Transparenz, so hat man bei Variosystems gelernt, ist bei einer Umstrukturierung der Schlüssel zum Erfolg, denn nur so lassen sich die Mitarbeiter für den neu eingeschlagenen Weg begeistern.
Diejenigen, die dem Unternehmen treu geblieben sind, sind trotz der aktuell schwierigeren Wirtschaftslage ausgezeichneter Stimmung. „2024 sind wir mit Blick auf die Umsätze nicht gewachsen, auch wegen Unternehmenserweiterungen“, so Sonderegger, „die zahlreichen Krisen zeigen ihre Wirkung. Aber wir können gut damit umgehen.“ Das liegt nicht zuletzt daran, dass Variosystems viele Neukunden gewinnen konnte, die das Komplettangebot nutzen wollen. Wichtig ist dem Unternehmen die Partnerschaft mit den Kunden; Variosystems will die führenden Innovatoren unterstützen, nicht im Rampenlicht stehen. Daher auch der Slogan „Co-Creating Leading Innovators“.
Der Fokus auf den Kunden durch individuelle Betreuer macht sich dabei unter anderem in einer kürzeren Time-to-Market bemerkbar. Ebenfalls spielt Nearshoring dabei eine Rolle. Sind die Services und Produkte in unmittelbarer Nähe vorhanden, ist das in diesen Zeiten ein großes Plus. So wird ein Mehrwert für den Kunden geschaffen, den er zu honorieren weiß. Oder, wie Variosystems selbst von sich sagt: „Mit Kundenorganisationen in Europa, Asien-Pazifik, China und Nordamerika sichern wir die engmaschige Betreuung unserer Kunden. Sie können sich ganz auf Forschung, Entwicklung und Vermarktung konzentrieren – wir übernehmen den Rest.“
Stand: 08.12.2025
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Schlussendlich sieht sich Variosystems in seiner neuen Rolle nicht zwangsläufig als E²MS-Anbieter (Electronics Engineering and Manufacturing Services), sondern orientiert sich mehr am CDMO-Modell (Contract Development and Manufacturing Organization) aus der Pharma- und Medizinindustrie. „CDMO ist umfassender, etwa mit Blick auf Compliance-Themen“, so Sonderegger. In seinen Augen lohnt es sich daher, sich für die Unternehmenstransformation auch bei anderen Industrien etwas abzuschauen. (sb)