Meilensteine der Elektronik

Vom Allwellenfrequenzmesser zum HF-Präzisionsmessgerät

< zurück

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Als die Röhre durch einen Transistor ersetzt wurde

Ende der 1960 Jahre hatte fast jeder Haushalt einen Kühlschrank und eine Waschmaschine. Auch Autos und Fernreisen konnten sich die Menschen leisten. Das Wirtschaftswunder und die technischen Fortschritte veränderten das Leben der Deutschen in den 1950er und 1960er Jahren. Doch so beeindruckend der Fortschritt auch war, in der Elektroindustrie schien die Vorreiterrolle der USA fest zementiert.

Die traditionelle Röhre wurde vom Transistor abgelöst, integrierte Schaltkreise ersetzten mechanische Schaltungen und Regler. Die Komponenten wurden kleiner, und für die Bestückung der elektronischen Bauteile wurden gedruckte Schaltungen eingeführt. Auch der Computer hielt Einzug. Mit der Erfindung der integrierten Schaltkreise begann die Ära der Mikroelektronik.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 24 Bildern

Für die Entwicklung der Mikroelektronik waren auf integrierte Schaltkreise zugeschnittene Entwicklungen in der Messtechnik essentiell. Rohde & Schwarz sah hier eine Chance, ein neues Geschäftsfeld zu eröffnen. So sollten die neuen Schaltungen automatisch getestet werden. Die Überprüfung aller Bauteile und aller Lötverbindungen von Hand dauerte noch zu lange. Daher entwickelte man einen „Messautomat für integrierte Schaltungen“.

Als das Gerät auf den Markt kam, wurde es in der Fachwelt begeistert aufgenommen. Betont wurde vor allem, dass es in Deutschland entwickelt worden sei, solch ein Gerät konnte man bisher nur den Amerikanern zutrauen. Mit dem SMPU präsentierte Rohde & Schwarz 1974 den weltweit ersten Funkmessplatz mit Mikroprozessorsteuerung. Er kombinierte die Funktionen verschiedener Messgeräte und kam in der Produktion von Funkgeräten und Baugruppen zum Einsatz. Der SMPU ließ sich stufenweise automatisieren und bot die Möglichkeit, moderne Computersteuerungen zu integrieren. Mess- und Prüfzeiten waren in der Produktion seit jeher ein entscheidender Kostenfaktor, den der SMPU erheblich reduzierte.

Einstieg in die Spektrumanalyse mit großem Knall

Funkgeräte, Signalgeneratoren und Messempfänger waren schon immer die Welt von Rohde & Schwarz. 1986 wurde die Produktpalette um den Spektrumanalysator FSA erweitert. Der neue Markt versprach ein hohes Wachstum, auch wenn es bereits einige Wettbewerber gab. Der Einstieg erfolgte allerdings ungewöhnlich: Anstatt auf ein einfaches Gerät zu setzen, setzte sich der Technologietreiber mit einem Topgerät gleich an die Spitze. Der FSA arbeitete bis 2 GHz und stellte in Dynamik, Präzision, Bedienbarkeit und Dokumentationsmöglichkeiten die damals etablierten Geräte in den Schatten. Das Eigenrauschen war um etwa 10 dB besser als bei vergleichbaren Lösungen, und die Bedienung war durch das erste Farbdisplay am Markt sehr komfortabel.

Seit Jahrzehnten spielt für Rohde & Schwarz die Mobilfunktechnik eine wichtige Rolle. Im Jahr 1987 beschloss ein Konsortium mehrerer europäischer Postverwaltungen und Netzbetreiber, ein europaweites digitales Mobilfunktelefonnetz einzuführen. Bisher gab es in verschiedenen europäischen Ländern Mobilfunksysteme, die untereinander nicht kompatibel waren. Zu dem Projekt gehörte es, ein System zu entwickeln, mit dessen Hilfe das Netz und die Mobiltelefone getestet werden konnten. Rohde & Schwarz verfügte über die nötige Erfahrung und erhielt schließlich den Auftrag.

Im April des Jahres 1992 wurde der GSM-Systemsimulator geliefert. Das GSM-Netz entwickelte sich für Rohde & Schwarz zu einem europäischen Exportschlager. Jeder Mobiltelefontyp wurde auf einem Systemsimulator des Münchner Unternehmens zugelassen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43972049)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung