Sie erleben eine konjunkturelle Flaute, aber ausgerechnet in dieser „dunklen Stunde“ müssen Chinas Display-Hersteller Milliarden investieren. Nur so können sie sich neue Wachstumschancen sichern. BOE und andere führende Unternehmen setzen nun verstärkt auf VR-Bildschirme, zeigen jüngste Statistiken und die Ankündigung von Fabrikerweiterungen in der Volksrepublik.
Die chinesische Display-Branche steckt in einer Krise. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf neuer VR- und AR-Technik.
Das chinesische Unternehmen BOE, einer der größten Hersteller von Bildschirmen der Erde, hat soeben den Bau einer massiven neuen Fabrik in Peking angekündigt. 29 Milliarden Yuan, etwas mehr als vier Milliarden Euro, gibt BOE dafür aus. Der Fokus liegt auf neuen Produktionslinien für Virtual-Reality-Displays und der jüngsten Generation von „Mini-LED“, einem weiteren High-End-Produkt.
Hatten die Corona-Epidemie und der Trend zum „Homeoffice” der Display-Industrie in China vorübergehend einen Boom beschert, so hat sich Blatt inzwischen gründlich gewendet.
Die weltweit sinkende Nachfrage für Fernsehbildschirme, Computer und Handys, kombiniert mit den Auswirkungen ständiger Corona-Lockdowns in China, habe BOE im dritten Quartal dieses Jahres rote Zahlen schreiben lassen. Der Nettoverlust von 1,3 Milliarden Yuan für die Monate Juli bis September kontrastiert mit einem Nettogewinn von 7,2 Milliarden Yuan im selben Zeitraum vor einem Jahr.
Nicht nur gingen die Displayverkäufe um 27 Prozent im Jahresvergleich zurück, sondern gleichzeitig sind auch noch die Preise für LCD-Bildschirme deutlich gesunken, dem momentan wichtigsten Produkt der Firma. Auch der Absatz der neuen OLED-Displays, auf deren Verkauf die Firma noch immer große Hoffnungen setzt, verläuft derzeit eher schleppend.
Einem alarmierenden Bericht des Marktforschungsinstituts Omdia zufolge ist die Kapazitätsauslastung von Bildschirmherstellern im dritten Quartal dieses Jahres weltweit um 69 Prozent implodiert. Nicht nur bei BOE ist der Nettogewinn daher in diesen drei Monaten um mehr als 118 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Auch bei Tianma Microelectronics (minus 28,74 Prozent), TCL Technology, dem Mutterkonzern von TCL CSOT (minus 96.92 Prozent in den ersten drei Quartalen) und Visionox (minus 85 Prozent in den ersten drei Quartalen) sieht es ähnlich aus.
Es braucht einige Nerven und unternehmerischen Mut, in so einer Situation umgerechnet vier Milliarden Euro in eine Zukunftstechnologie wie VR-Brillen und deren Displays zu stecken – momentan ist das eher noch ein Nischenmarkt. „BOE hat es eilig, neue Märkte zu finden, die es erschließen kann“, kommentiert das japanische Wirtschaftsmagazin Nikkei Asia aus Shanghai.
Was wird mit dem Metaverse?
Im Metaverse haben BOE und auch seine größeren chinesischen Konkurrenten wie TCL CSOT, Tianma und Visionox ihren Retter in der Not ausgemacht. Sie beobachten, wie nachgeordnete Spieler der industriellen Wertschöpfungskette, etwa die TV-Produzenten TCL Electronics, die Skyworth Group oder auch Hisense Video, neue VR/AR-Produkte herausbringen oder vorbereiten.
„Es wird allgemein erwartet, dass Virtual Reality und Augmented Reality (AR) in der Zukunft zu einem der neuen Wachstumsmotoren der Display-Industrie werden“, heißt es auch in einer Analyse des chinesischen Wirtschaftsmagazins Diyi Caijing zur Lage der chinesischen Display-Industrie.
Doch um für diese neue, erhoffte Wachstumsphase gerüstet zu sein, müssen die Hersteller derzeit große Summen in neue Technologien wie LTPS (für „Low Temperature Silicon“) und LTPO (Low Temperature Polycrystalline Oxide) oder auch Micro-OLED, einen weiteren Hoffnungsträger, investieren.
Mit Micro-OLED kann eine höhere Pixel-Dichte erzielt werden. Mit LTPO kann sie ebenfalls gesteigert werden, bei geringeren Herstellungskosten im Vergleich zu LTPS. Daher wird erwartet, dass sich LTPS- und dann LTPO-Technologien in neuen VR-Produkten durchsetzen werden.
Und die chinesischen Hersteller positionieren sich entsprechend. Die „Guangzhou ChinaRay Optoelectronic Material Co., Ltd.”, ein Tochterunternehmen von TCL CSOT, hat kürzlich angekündigt, eine neue Produktionslinie für Micro-OLED in Guangzhou zu bauen. Sie werde eine Jahreskapazität von 624.000 Displays haben, hieß es.
Derselbe OMDIA-Bericht, der die konjunkturelle Flaute für die Display-Industrie insgesamt beziffert, bescheinigt dem Markt für AR/VR-Bildschirme nach wie vor gute Wachstumsaussichten. Von 2021 (11,77 Milliarden USD) bis zum Jahr 2023 (30,38 Milliarden USD) werden sich die Verkäufe von AR/VR-Near-Eye-Displays beinahe verdreifachen, lautet die Prognose aufgrund gegenwärtiger Trends.
Stand: 08.12.2025
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Bei den Geräten sagt derselbe Bericht LTPS/LTPO-Laptops ein jährliches Durchschnittswachstum (CAGR) von 19 Prozent aus, bei Bildschirmen für Autos sogar von 20 Prozent und für Tablets immerhin noch von 8 Prozent . Es ist einer der wenigen Lichtblicke in ansonsten eher trüben Zeiten für die Bildschirm-Branche in China. (mbf)