Cockpit-Konzept Mehr technische Möglichkeiten mit einer Komplettlösung

Das Gespräch führte Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Displays, Deckglas, Touchsensorik und Kameras kombiniert mit dem Integrations-Know-how verschiedener Materialien und Funktionen sowie Lichteffekte. VIA optronics und Antolin bieten durch ihre strategische Zusammenarbeit eine komplette Cockpitlösung an.

„Wir können unseren Kunden mit der Cockpit-Komplettlösung aus Displays, Deckglas, Touchsensorik und Kameras in Kombination mit verschiedenen Materialien und Funktionen anbieten“, sagt Dr. Jasmin Wagner, Chief Marketing Officer VIA optronics.(Bild:  VIA optronics)
„Wir können unseren Kunden mit der Cockpit-Komplettlösung aus Displays, Deckglas, Touchsensorik und Kameras in Kombination mit verschiedenen Materialien und Funktionen anbieten“, sagt Dr. Jasmin Wagner, Chief Marketing Officer VIA optronics.
(Bild: VIA optronics)

Manuelles und autonomes Fahren soll mit dem Cockpit-Konzept Sunrise von VIA optronics ermöglicht werden. Auf dem Weg zum autonomen Fahren haben sich VIA Optronics und Antoloin-Irausa zusammengeschlossen, um mit dem Display-Konzept Sunrise den nahtlosen Übergang zwischen manuellen und autonomen Fahren anbieten zu können. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Antolin das Know-how von VIA beim optischen Bonding, Touch-Sensing und Kameramodule für die Automobil-, Industrie- und Unterhaltungselektronikbranche nutzen.

Im Gespräch gibt Dr. Jasmin Wagner, Chief Marketing Office bei VIA optronics, mehr Details über das Cockpit-Konzept:

Frau Dr. Wagner, welche technischen und strategischen Ziele verfolgen VIA optronics und Antolin mit dem gemeinsamen Sunrise-Cockpit?

Technisches Ziel ist es, die Kompetenzen beider Unternehmen in einem Bauteil/Cockpit zu vereinen. Für VIA optronics sind das die Komponenten Display, Deckglas, Touchsensorik, die Verbindung der Komponenten durch optisches Bonden sowie Kameras.

Bei Antolin sind es sowohl das Integrations-Know-how hinsichtlich unterschiedlicher Materialien und Funktionen in einem Cockpit-Dashboard als auch die im Demonstrator realisierten Lichteffekte und Beleuchtungen.

Die Kompetenzen beider Unternehmen ergänzen sich und führen zu einer One-Stop-Shop-Lösung für automobile Dashboard-Anwendungen. Strategisches Ziel beider Unternehmen ist es, gemeinsam am Markt aufzutreten, um den Kunden eine Komplettlösung anzubieten und somit die Lieferkette zu vereinfachen und gleichzeitig durch die Partnerschaft die Bandbreite der technischen Möglichkeiten für den Kunden zu erweitern.

Wie werden die verschiedenen Techniken wie optisches Bonding, Touchsensorik und Kameramodule in Sunrise integriert und zusammengeführt?

Optisches Bonden ist ein Verfahren zum Verkleben verschiedener Komponenten, wie Display und Glas oder Display mit Touchpanel (Touchbedieneinheit). Die Touchsensorik wird in Form einer Folie durch ein Laminierverfahren auf das Glas aufgebracht. Das so entstandene Touchpanel wird durch optisches Bonden mit dem Display verbunden.

Die Kamera wird an beliebiger Stelle hinter dem Cover-/Deck-Glass und im Gehäuse des Dashboards integriert. Sämtliche Komponenten wie Kamera, Displays oder Touchsensorik werden elektrisch mit der zentralen Steuereinheit des Systems verbunden und angesteuert. So kann beispielsweise über das Touchpanel das Display durch Berührung gesteuert werden oder die integrierte Kamera den „Wachzustand des Fahrers“ überwachen und bei Bedarf Warnsignale auslösen.

Wie können Automobilhersteller und deren Zulieferer von dem Cockpit-Konzept partizipieren – wie ist eine mögliche Zusammenarbeit geplant?

Das Cockpit-Konzept setzt sich aus Komponenten und Techniken zusammen, die bereits zur Serienreife entwickelt wurden. Eine Modifikation in Form und Funktion ist jederzeit möglich. So können Automobilzulieferer kundenspezifische Individualisierungen vornehmen, die den jeweils unterschiedlichen Anforderungen an Design und Funktion gerecht werden.

Antolin und VIA optronics sind mit ihrer jeweiligen Zulieferkette die Zulieferer der Automobilhersteller; da das Cockpit-Konzept seriennah entwickelt wurde, ist eine Übertragung des Konzepts auf zukünftige Dashboard-Anwendungen kurzfristig möglich. Der Vorteil für die Automobilhersteller besteht darin, dass lange Entwicklungszeiten entfallen und eine schnelle Umsetzung in die Serie möglich ist.

Im Cockpit befinden sich bedarfsgesteuerte Techniken für eine verbesserte Nutzererfahrung und Vielseitigkeit. Können Sie das bitte präzisieren!

Generell ermöglicht die Technik einen jederzeitigen Wechsel zwischen autonomem Fahren und „sich selbst fahren“ – die integrierten Technologien wechseln beim Umschalten je nach Bedarf.

Während des autonomen Fahrens können verschiedene Aspekte der Unterhaltung wie Musik hören oder Filme anschauen ermöglicht werden. Beim Umschalten in den autonomen Fahrmodus greifen sicherheitsrelevante Mechanismen: Beispielsweise werden dann Bedienknöpfe für sicherheitsrelevante Anwendungen wie Warnblinker ausgefahren, was bereits die zukünftigen NCAP-Anforderungen (European New Car Assessment Program) abdeckt.

Darüber hinaus wird die Aufmerksamkeit des Fahrers in dem Moment, in dem er selbst die Kontrolle übernehmen möchte, auf die für das Fahren notwendigen Anzeigeelemente beschränkt. So sind beispielsweise Videos, die auf dem Beifahrerdisplay abgespielt werden, für den Fahrer nicht mehr sichtbar.

Wie unterscheidet sich das Cockpit-Konzept von anderen Cockpits auf dem Markt?

Das Konzept nutzt die aktuellen Entwicklungen der Elektronik und integriert neue Materialkonzepte. Bei den Materialkonzepten wurde stark auf Nachhaltigkeit geachtet. So wird beispielsweise veganes Leder für die Abdeckung des Cockpits verwendet; dekorative Stoffelemente werden aus recycelten Fischernetzen hergestellt.

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Bei den elektronischen Komponenten kommen aktuelle Displaytechniken wie OLED und microLED zum Einsatz. Die Touchsensorik basiert auf hochleitfähigem Material, den Metal Mesh, das eine hohe Präzision bei der Bedienung ermöglicht. Bei der Integration von Lichteffekten über eine LED-Matrix-Technik erscheint das Cockpit optisch als Einheit – die unterschiedlich verbauten Displays werden durch geschickte Integration der Lichttechnik optisch verbunden.

 (heh)

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