Angemerkt Keine Verkehrswende ohne Lidar

Ein Kommentar von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Neben dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird das autonome Fahren ein Baustein für die Verkehrswende in Deutschland sein. Dabei spielt Lidar eine wesentliche Rolle. Jetzt beendet Bosch seine Lidar-Entwicklung.

Stau im Straßenverkehr: Neben dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird das autonome Fahren ein Baustein sein, um die Verkehrswende in Deutschland auf den Weg zu bringen.(Bild:  wal_172619  /  Pixabay)
Stau im Straßenverkehr: Neben dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird das autonome Fahren ein Baustein sein, um die Verkehrswende in Deutschland auf den Weg zu bringen.
(Bild: wal_172619 / Pixabay)

Die Verkehrswende in Deutschland kommt nur schleppend in Gang. Sei es öffentlicher Nahverkehr, Deutschlandticket oder mehr Radspuren in den Städten und ausgebaute Radwege auf dem Land. Baustellen gibt es in Deutschland genügend. Auch das batterieelektrische Auto ist ein Baustein zur Verkehrswende. Doch die Zweifel sind groß und auch berechtigt, ob damit die Infrastruktur entlastet werden kann. Effizienteren Verkehr verspricht auch das autonome Fahren. Allerdings tun sich hier die Deutschen noch schwer.

Verschiedene Anbieter arbeiten hier bereits in Kooperationen zusammen. Der Vorteil: Die autonomen Fahrzeuge werden nach Bedarf gerufen. Allerdings müssen sich die Fahrzeuge ihren Weg durch den Dschungel des Stadtverkehrs bahnen.

Dabei kommen drei verschiedene Sensortypen zum Einsatz: Kamera, Radar und Lidar. Alle drei zusammen – die so genannte Sensorfusion – liefern dem Fahrzeug die notwendigen Informationen über seine Umgebung. Kamera und Radar sind etabliert, vor allem weil diese Technik seit vielen Jahren erprobt ist. Auch Lidar wurde bereits in den 1960er Jahren entwickelt. Dennoch werden skalierbare und kostengünstige Lösungen mit Lidar dringend benötigt.

Bosch beendet Lidar-Entwicklung

Die deutschen Automobilzulieferer, allen voran Bosch, haben erst spät mit der Entwicklung eigener Lidar-Systeme begonnen. Seit 2020 beschäftigen sich die Bosch-Ingenieure mit Lidar. Doch jetzt soll Schluss sein. War es zu teuer, die Konkurrenz zu groß?

Details lässt sich Bosch nicht entlocken. Das ist beunruhigend, vor allem mit Blick auf den großen Markt des autonomen Fahrens. Wieder einmal scheint eine Entwicklung an Deutschland vorbeizugehen. Und das bei einem Kernthema der deutschen Industrie: dem Automobilbau. Dann entwickeln und bauen andere die Lidar-Technologie, die dann in zukünftigen Generationen autonomer Fahrzeuge ab Level 3 auf den Straßen unterwegs sein wird.

Grundlegende Verkehrswende notwendig

Warum wird die Entwicklung einer Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren nach drei Jahren eingestellt? Die Signale aus Politik und Gesellschaft sind eindeutig: Eine grundlegende Verkehrswende wird gefordert, und die großen Zulieferer ziehen sich zurück, weil sie nicht genug Profit machen? Autonomes Fahren muss und wird kommen. Und Lidar ist ein Schlüssel dazu. Jetzt aufzuhören wäre eine Bankrotterklärung!

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