Autonomes Fahren Bosch verabschiedet sich von Lidar

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Erst im Jahr 2020 hatte sich Bosch auf die laserbasierte Lidar-Technik konzentriert. Drei Jahre später ist Schluss. Damit setzt der Automobilzulieferer ein Zeichen beim autonomen Fahren.

Lidar-Sensoren unterstützen beim autonomen Fahren. Jetzt ist der Automobilzulieferer Bosch aus der Entwicklung der laserbasierten Sensoren ausgestiegen.(Bild:  ZF)
Lidar-Sensoren unterstützen beim autonomen Fahren. Jetzt ist der Automobilzulieferer Bosch aus der Entwicklung der laserbasierten Sensoren ausgestiegen.
(Bild: ZF)

Autonomes Fahren ist neben dem batterieelektrischen Fahren eines der großen Themen der Automobilindustrie. Beide werden auch gerne für die Verkehrswende angepriesen. Beim autonomen Fahren sind die Fahrzeuge auf Sensoren - meist in Kombination - der sogenannten Sensorfusion angewiesen, um die Umgebung des Fahrzeugs präzise zu erfassen.

Eine dieser Techniken ist das Lidar. Im Gegensatz zu Kameras kann das teurere Lidar-System die Umgebung wesentlich genauer erfassen. Lidar-Sensoren werden von verschiedenen Herstellern entwickelt. Seit 2020 auch vom Autozulieferer Bosch. Dieser will die Lidar-Entwicklung nun einstellen.

Keine weiteren Ressourcen in die Lidar-Technik

„Vor dem Hintergrund der technischen Komplexität und der Markteinführungszeiten hat Bosch bereits vor einiger Zeit entschieden, keine weiteren Ressourcen in die Hardware-Entwicklung von Lidar-Sensoren zu investieren“, bestätigte eine Konzernsprecherin gegenüber dem Handelsblatt.

Wann genau die Lidar-Entwicklung eingestellt wird, ließ die Konzernsprecherin offen. Die Entwicklungskapazitäten sollen auf andere Technologien wie Radar verlagert werden, so die Sprecherin. Für den Zulieferer Bosch bleibt die Lidar-Technologie wichtig für das autonome Fahren ab Level 3. Bosch wolle weiterhin in der Lage sein, Lidar-Produkte in automatisierte Fahrfunktionen zu integrieren, schreibt Heise.

Lidar bietet Vorteile, aber eignet sich nicht zum Geld verdienen

Die Lidar-Technologie gehört neben Kamera und Radar zu den drei Sensortypen, mit denen das autonome Fahren realisiert werden soll. Der Vorteil von Lidar: Die laserbasierten Sensoren, die ein hoch aufgelöstes 3D-Bild der Umgebung aufnehmen, haben eine hohe Reichweite und ein großes Sichtfeld. Dunkelheit und Witterungseinflüsse sind für den Sensor kein Problem.

Bosch setzt damit ein Zeichen. Die Batterietechnik haben sich bereits asiatische Konzerne gesichert. Jetzt steigt ein großer Technologiezulieferer der Automobilindustrie aus einem Schlüsselsegment aus. Wie geht es weiter? Auf der IAA zeigt der Zulieferer unter anderem verschiedene Hard- und Softwarelösungen für die Video-Umfelderkennung. Die entsprechende Software kann auf verschiedenen Systems-on-a-Chip (SoC) eingesetzt werden.

Bosch, Continental und ZF konnten dem Vernehmen nach keine größeren Aufträge von Automobilherstellern an Land ziehen. Wird auch die laserbasierte Lidar-Technologie von den Asiaten übernommen?

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