Hü und Hott in der Halbleiterpolitik USA erlauben Nvidia-Export gegen 25-Prozent-Abgabe

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Die US-Regierung will den Export von Nvidias H200-Beschleunigern nach China erlauben, knüpft die Freigabe aber an Auflagen. Zentraler Punkt ist eine Abgabe von 25 Prozent auf die Erlöse. Zudem sollen nur „zugelassene Kunden“ beliefert werden. Die Details erarbeitet das US-Handelsministerium.

China-Export wieder gelockert: Nvidia-CEO Jensen Huang dürfte das freuen.(Bild:  Nvidia)
China-Export wieder gelockert: Nvidia-CEO Jensen Huang dürfte das freuen.
(Bild: Nvidia)

Die Maßnahme solle wirtschaftliche Interessen der USA sichern, ohne die nationale Sicherheit zu gefährden. Nach Angaben Trumps gilt das Modell nicht nur für Nvidia, sondern perspektivisch auch für andere US-Chiphersteller wie AMD und Intel.

Für Nvidia ist der Schritt politisch und wirtschaftlich relevant, weswegen in Washington massiv lobbyiert wurde. China zählt zu den wichtigsten Absatzmärkten für KI-Beschleuniger, wurde zuletzt aber durch Exportbeschränkungen weitgehend abgeschnitten. Das Unternehmen erklärte, das Angebot für genehmigte kommerzielle Kunden, die vom Handelsministerium geprüft würden, schaffe ein „wohlüberlegtes Gleichgewicht“ und sei „großartig für Amerika“.

Ein Kompromiss unterhalb der Leistungsgrenze

Freigegeben wird nicht die leistungsstärkste Generation. Der H200 basiert noch auf der Hopper-Architektur und bleibt unterhalb der aktuellen Blackwell-Chips, die weiter vom Export ausgeschlossen sind. Dennoch liegt der H200 deutlich über den abgespeckten H20-Modellen, deren Ausfuhr nach China Anfang des Jahres erlaubt wurde. Damals forderte Trump eine staatliche Erlösbeteiligung von 15 Prozent, nun sind es 25 Prozent.

US-Regierungsvertreter werten die Entscheidung als Kompromiss. Ein vollständiger Exportstopp, so die Argumentation, würde chinesische Anbieter wie Huawei stärken, die eigene KI-Beschleuniger entwickeln. Gleichzeitig wollen die USA verhindern, dass modernste Hardware direkt für militärische oder sicherheitsrelevante Anwendungen genutzt wird.

Kritik kommt aus Sicherheitskreisen und dem Kongress. Dort heißt es, auch H200-Chips seien leistungsfähig genug, um militärische KI-Projekte oder Überwachungssysteme zu unterstützen. Ob die geplante Kundenprüfung solche Risiken wirksam begrenzt, bleibt offen.

Hinzu kommt der geopolitische Kontext: Die USA sind bei wichtigen Rohstoffen, etwa seltenen Erden, weiterhin stark von China abhängig. Beobachter sehen die neue Regelung auch als politisches Tauschgeschäft, das wirtschaftlichen Druck reduzieren soll, ohne die grundsätzliche Linie der Technologiebeschränkung aufzugeben. Für Cloud-Anbieter und Rechenzentrumsbetreiber in China würde das den Zugang zu leistungsfähigerer US-Hardware erleichtern, wenn auch zu höheren Kosten. Damit verschiebt sich die Grenze dessen, was handelspolitisch akzeptabel ist. (mc)

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