Nvidias KI-Chips in China China: 2 Millionen H200-Chips bestellt, 54 Milliarden US-Dollar vorausbezahlt

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die US-Regierung hat Nvidia den Export von H200-KI-Chips nach China erlaubt, in China evaluiert man noch Importregeln. Wegen dieser Unsicherheiten verlangt Nvidia die Vorauszahlung der Ware. Stornierungen, Erstattungen und Veränderungen der Bestellungen seien ebenfalls nicht möglich, heißt es laut Reuters-Quellen.

Der GB200-Superchip von Nvidia, den CEO Jensen Huang im Rahmen der Computex 2025 präsentierte.(Bild:  Nvidia)
Der GB200-Superchip von Nvidia, den CEO Jensen Huang im Rahmen der Computex 2025 präsentierte.
(Bild: Nvidia)

Im andauernden Chipkrieg zwischen den USA und China gerät unter anderem das US-Unternehmen Nvidia immer wieder unter Druck. Der Konzern, der derzeit zu den zehn wertvollsten Unternehmen weltweit gezählt wird, bestreitet sein Geschäft seit einigen Jahren hauptsächlich mit Infrastrukturanwendungen für KI-Rechenzentren.

Und da die US-Regierung den Entwicklungsfortschritt chinesischer Unternehmen im Hinblick auf Chips, Hardware, Ausrüstungen und künstliche Intelligenz beschränken möchte, unterliegen vornehmlich Produkte US-amerikanischer Unternehmen rigiden Exportbeschränkungen, sofern sie nach China geliefert werden sollen.

Einer der leistungsstärksten KI-Chips von Nvidia ist der H200, dessen Export nach China überraschenderweise in jüngster Vergangenheit von der US-Regierung unter bestimmten Bedingungen erlaubt wurde. Die chinesische Regierung wiederum befürchtet, dass sich heimische Unternehmen von US-amerikanischer Technologie abhängig machen könnten. Deswegen evaluiert man Importbeschränkungen auf die H200-Chips von Nvidia – wir berichteten darüber.

Angesichts all dieser Unsicherheiten setzt Nvidia eigene Regeln für Kunden aus China auf, wie Reuters am 8. Januar 2026 auf Basis der Aussagen zweier anonymer Quellen berichtet. Und zur Erfüllung dieser Regeln müssen die Kunden in Vorleistung gehen.

2 Millionen Chips bestellt und vorausbezahlt

Reuters berichtete bereits im Dezember 2025, als H200-Bestellungen nach China möglich wurden, dass die Bestellungen durch die Decke gingen. Zwei Millionen H200 sollen geschätzt bestellt worden sein, während Nvidia sogar nur 700.000 auf Lager hätte. Der Preispunkt: etwa 27.000 US-Dollar pro Stück. Bedeutet, dass die Bestellungen bei vollständiger Vorauszahlung einen geschätzten Volumen von 54 Milliarden US-Dollar entsprechen.

Angesichts dessen, dass laut den jetzigen Quellen von Reuters Nvidia restriktive Regeln für H200-Bestellungen aus China aufsetzt, ist das ein ganzer Batzen Geld, der bei der nicht stornierbaren, nicht erstattbaren und nicht anpassbaren Bestellung fällig wird. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt kleinerer europäischer Volkswirtschaften. Unklar ist bislang, über welchen Zeitraum sich Auslieferung und Umsatzrealisierung verteilen würden.

„Als Alternative zur Barzahlung können Kunden unter besonderen Umständen eine gewerbliche Versicherung oder Vermögenswerte als Sicherheit hinterlegen“, sagt Reuters. „Die Standardbedingungen von Nvidia für chinesische Kunden sahen bisher Vorauszahlungen vor, aber manchmal wurde ihnen gestattet, eine Anzahlung zu leisten, anstatt den gesamten Betrag im Voraus zu bezahlen. Bei der H200 hat das Unternehmen jedoch besonders streng auf die Einhaltung der Bedingungen geachtet.“ Auf Anfragen zu einer Stellungnahme vonseiten Reuters haben weder Nvidia noch das Industrieministerium von China reagiert. (sb)

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