Autonomes Fahren TUM testet KI-gesteuertes Shuttle im Wiesnverkehr

Quelle: TUM 3 min Lesedauer

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Das größte Volksfest der Welt als Härtetest für künstliche Intelligenz: Zum ersten Mal stellt sich ein autonom gesteuertes Fahrzeug dem dichten Verkehr rund um das Münchner Oktoberfest.

Unter Leitung der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik präsentiert der Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (MCube) das vollautonome Versuchsfahrzeug Edgar.(Bild:  Andreas Heddergott - TUM)
Unter Leitung der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik präsentiert der Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (MCube) das vollautonome Versuchsfahrzeug Edgar.
(Bild: Andreas Heddergott - TUM)

Unter Leitung der TUM hat der Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (MCube) das automatisierte „Wiesn Shuttle“ entwickelt. In einem zweitägigen Reallabor testet das Team am 25. und 26. September autonomes Fahren unter extremen Rahmenbedingungen.

In diesem Jahr heißt es auf der Wiesn nicht nur ‚O’zapft is‘, sondern auch ‚Ob‘gfahrn is‘.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume

Denn auch verkehrstechnisch herrscht während des Oktoberfests rund um die Theresienwiese eine besondere Situation – reger Stadtverkehr, unberechenbare Fußgängerströme, Fahrräder, Rikschas und andere Verkehrsteilnehmende. Mit modernsten Sensoren und Computertechnik ausgerüstet, stellt sich das Versuchsfahrzeug Edgar der Technischen Universität München (TUM) der Herausforderung. Das Team ist sich sicher, dass die künstliche Intelligenz (KI) die Aufgabe mit Bravour bewältigen wird, im Notfall kann aber jederzeit ein Mensch in die Fahrt eingreifen. Autonomes Fahren ist einer der vielversprechendsten Bausteine für die Verkehrswende.

KI-gesteuerte Rennsport-Technologie im Einsatz

Wichtige Grundlagen für das „Wiesn Shuttle“ kommen aus dem autonomen Motorrennsport. Seit 2022 nimmt das Team um Markus Lienkamp, Professor für Fahrzeugtechnik an der TUM und Sector Head Mobility des Munich Institute for Robotics and Machine Intelligence, an verschiedenen internationalen Rennserien teil. „Ohne menschlichen Fahrer oder Fernsteuerung, allein mit der überlegenen autonomen Software, konnte das Team bereits zahlreiche Siege einfahren, zuletzt im April auf der Formel 1-Strecke in Abu Dhabi. Selbst ohne Kontakt zu einem Navigationssatelliten, etwa in Tunneln, navigiert das Fahrzeug sicher“, sagte Markus Lienkamp.

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Open-Source-Ansatz: Mehr Sicherheit und Wissenstransfer

Eine Besonderheit des Projekts ist die Offenlegung des Quellcodes der eingesetzten Software. Dadurch sind alle sicherheitsrelevanten Mechanismen auch von externen Fachleuten einsehbar und überprüfbar. Mögliche Schwachstellen können so von einer weltweiten Community identifiziert und vom Projektteam dann umgehend behoben werden. Kommerzielle Anbieter hingegen halten ihre Quellcodes meist streng geheim. Geht es nach Markus Lienkamp, soll der Open-Source-Ansatz in Zukunft nicht nur in der Forschung zum Einsatz kommen, sondern dafür sorgen, dass auch kommerzielle autonome Fahrzeuge nachvollziehbar und sicher fahren.

Das MCube Wiesn Shuttle hier am größten Volksfest der Welt ist ein wunderbares Beispiel für die Verbindung von Tradition und Zukunft. Es bringt Pioniergeist und Spitzenforschung an die Menschen und macht München einmal mehr als europäische Vorreiterin für zukünftige Mobilität erfahrbar.

Prof. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM

Erste Testfahrten: Unfallfrei und sicher unterwegs

Als Test-Fahrgäste stellten sich bereits am 25. September Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann und der Referent für Arbeit und Wirtschaft, Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner, zur Verfügung. Der Rundkurs führte rund 20 Minuten lang durch die Gegend um das Volksfestgelände.

Publikumstag am 26.9.

Münchens Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner sagte: „Auf dem Oktoberfest kommen Hightech und Spitzenforschung zusammen. München mit seiner Spitzenforschung ist ein internationales Aushängeschild und ein Innovationsmotor Europas. Die Menschen müssen Forschung und Erfindergeist direkt erleben und anfassen können, damit sie neue Technologie akzeptieren. Daher lade ich alle Münchnerinnen und Münchner ein, sich das TUM ‚MCube Wiesn Shuttle‘ anzuschauen und mitzufahren.“

Tipp: Am 26. September können sich auch alle anderen Gäste des Oktoberfests für eine Fahrt mit dem autonomen Shuttle anmelden. Der Publikumstag findet von 8.30 bis 16.00 Uhr am St. Pauls Platz 9 statt.

Über MCube

Das „Wiesn Shuttle“ ist ein Leuchtturmprojekt des von der Bundesregierung seit über neun Jahren geförderten Zukunftsclusters „MCube – Der Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen“. MCube, aus der Technischen Universität München heraus geleitet, entwickelt skalierbare Mobilitätslösungen mit Modellcharakter für Metropolregionen in Deutschland und weltweit. Die 50 MCube-Partner setzen sich für eine nachhaltige, effiziente und sozial gerechte Mobilität ein, mit dem Ziel, Sprunginnovationen mit großer wirtschaftlicher Wirkmacht und hohem Lösungspotenzial für globale Herausforderungen zu realisieren. Der MCube ist einer von 14 geförderten Zukunftsclustern des Bundeswissenschaftsministeriums (BMBF).

Das MCube Wiesn Shuttle wird geleitet von der TUM in Kooperation mit folgenden Partnern: TÜV Süd AG, Landeshauptstadt München,Fernride GmbH, Saneon GmbH, Technische Universität München

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