Heimische Halbleiterei TSMCs Werk in Arizona fertigt Ryzen 9000 und Apples A16

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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TSMCs Fab 21 in Arizona produziert nun auch AMDs Ryzen-9000-Prozessoren und Apples S9 System-in-Package (SiP). Mit dem bereits bestätigten A16 fürs iPhone hätte das Halbleiterwerk nun drei aktuelle Chips in der US-Produktion.

Die Halbleiter-Produktion der TSMC Fab 21 fährt hoch.(Bild:  Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd)
Die Halbleiter-Produktion der TSMC Fab 21 fährt hoch.
(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd)

Der gut vernetzte Journalist Tim Culpan berichtet aus Taipeh über die neuen Produkte in der TSMC-Fab in Arizona.  Zuvor wurden in der Anlage bereits Chips vom Typ A16 Bionic für Apples iPhone 15 und 15 Plus gefertigt. Der Produktionsstart in den USA gilt als bedeutender Meilenstein in der Halbleiterbranche, da die Fabrik hochentwickelte Chips für zwei der weltweit führenden Technologieunternehmen liefert. Diese Entwicklung reiht sich in den globalen Trend zur Diversifizierung der Produktionskapazitäten ein. Ziel ist es, geopolitische Risiken und Unterbrechungen in Lieferketten zu minimieren.

Produktionskapazität fährt hoch

Die Produktionskapazität der ersten Phase der Fab 21 liegt derzeit bei 10.000 Wafern pro Monat. Geplant sei, diese Zahl mit einem Ausbau auf bis zu 24.000 Wafers zu erhöhen. Jedoch sieht sich das Unternehmen mit mehreren Herausforderungen konfrontiert: Verzögerungen bei der Installation von Anlagen sowie ein anhaltender Fachkräftemangel bremsen die geplante Expansion. Um dies zu kompensieren, rekrutiert TSMC verstärkt eigenes Personal aus Taiwan und investiert parallel in Schulungsprogramme für lokale Arbeitskräfte.

Zudem sind die Betriebskosten der Fab 21 deutlich höher als in taiwanesischen Werken. Dennoch betrachtet TSMC die Anlage als strategisch notwendig, um Kunden in Nordamerika effizienter bedienen zu können. Subventionen aus dem CHIPS Act und die enge Zusammenarbeit mit US-Behörden spielen eine zentrale Rolle bei der Realisierung dieses Projekts.

Langfristig plane das Unternehmen, durch moderne Ausrüstung und innovative Produktionsmethoden die Effizienz zu steigern. Damit sollen die Herausforderungen gemeistert und die Wettbewerbsfähigkeit der Anlage gesichert werden.

Könnte die Fab 21 ausgegliedert werden?

Der Produktionsstart der Fab 21 im Jahr 2024 unterstreicht TSMCs strategische Relevanz einer heimischen Halbleiterproduktion in den USA. Durch die hergestellten Prozessoren für AMD und Apple soll die Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstandorten reduziert und die technologische Souveränität der Vereinigten Staaten gestärkt werden.

Die strategische Platzierung des Werks in Arizona und dessen Verbindung zu weiteren geplanten Projekten, wie einem benachbarten Packaging-Werk, betonen die Ambitionen der USA. Culpan spekuliert, dass die Fab 21 langfristig unter Druck von US-Regierungsstellen ausgegliedert werden könnte. Zunächst würde das Werk zu 100 % von TSMC kontrolliert, könnte jedoch später an der NYSE oder NASDAQ gelistet werden. Dabei würde der Anteil von TSMCs Hauptsitz in Taipeh schrittweise abnehmen. Das Geschäftsmodell könnte auf einer Lizenzierung von Technologie und Management beruhen, da es unwahrscheinlich ist, dass die Fab 21 eigenständig Spitzenforschung und -entwicklung betreibt. (mc)

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