Warnung von TSMC TSMC stellt Arizona-Investitionen infrage, sollten die USA an Zollplänen festhalten

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Berichten zufolge ist dem US-Handelsministerium am 5. Mai 2025 ein Brief ins Haus geflattert, dessen Absender TSMC war. Die höflich formulierte und dennoch bestimmte Nachricht: Importbeschränkungen und Zölle gefährden die Nachfrage – und Investitionspläne des Unternehmens in Arizona.

Der Standort Arizona könnte sich für TSMC zum Gigacluster entwickeln ... unter gewissen Bedingungen.(Bild:  TSMC)
Der Standort Arizona könnte sich für TSMC zum Gigacluster entwickeln ... unter gewissen Bedingungen.
(Bild: TSMC)

TSMC gab der US-amerikanischen Regierung bereits Anfang Mai 2025 eine höfliche, aber bestimmte Warnung, wie das Unternehmen etwa gegenüber der Redaktion von Focus Taiwan bestätigte, ohne aber genauer auf die Inhalte des Schreibens an das Handelsministerium einzugehen. Dieser Brief wurde als Reaktion auf einen Aufruf zur Stellungnahme bezüglich möglicher Zölle auf Halbleiterimporte der Trump-Administration versendet.

Die US-Regierung hatte eine Untersuchung gemäß Abschnitt 232 des Trade Expansion Act von 1962 eingeleitet, der es dem Präsidenten der USA erlaubt, Importe anzupassen, wenn diese als Bedrohung oder Beeinträchtigung der nationalen Sicherheit angesehen werden. Bereits seit seiner Vereidigung sorgt Präsident Trump mit der möglichen Ankündigung von Halbleiter-Zöllen bis zu 100 Prozent für Planungsunsicherheiten in Unternehmen rund um den Globus. Unter der Behauptung, „Taipeh habe Washington das Chipgeschäft gestohlen“, drohen auch aus Taiwan importierten Halbleitern erhobene Zölle von bis zu 100 Prozent.

Unsicherheiten für die USA – und für TSMC

„Neue Importbeschränkungen könnten die derzeitige Führungsrolle der USA in der wettbewerbsfähigen Technologiebranche gefährden und Unsicherheit für viele laufende Halbleiterprojekte in den USA schaffen, einschließlich des bedeutenden Investitionsplans von TSMC Arizona in Phoenix“, schrieb TSMC Berichten zufolge an das US-Handelsministerium.

TSMC Arizona nimmt in Kürze eine zweite Wafer-Fabrik in Betrieb, für eine dritte wurde in jüngster Vergangenheit die Grundsteinlegung zelebriert. Zudem hatte TSMCs C. C. Wei im März angekündigt, dass man weitere 100 Milliarden US-Dollar in den Standort Arizona stecken wolle, um drei weitere Fabs für Wafer, zwei Werke für Testing & Packaging sowie ein F&E-Zentrum zu errichten.

Wenn der komplette Standort fertig gebaut ist, soll er pro Monat rund 100.000 Wafer produzieren. TSMC geht davon aus, dass dann 30 Prozent der Unternehmenskapazitäten für 2-Nanometer-Prozesstechnik und weiterentwickelte Technologieknoten in den USA situiert sein werden. Doch diese Investitionen könnten sich als nicht wirtschaftliche herausstellen, sollte die Nachfrage führender US-Kunden nach TSMCs Produktionskapazität und seinen Dienstleistungen nicht wachsen.

Investitionen gefährdet

Dieses Wachstum aber sieht man gefährdet. Im Zweifel müssen die Investitionen in den Standort Arizona neu bewertet werden. „Zölle, die die Kosten von Endverbraucherprodukten erhöhen, werden die Nachfrage nach solchen Produkten und den darin enthaltenen Halbleiterkomponenten verringern“, heißt es. „Daher beantragt TSMC respektvoll, dass alle aus dieser Untersuchung resultierenden Ausgleichsmaßnahmen nicht auf Endprodukte und halb fertige Produkte, die Halbleiter enthalten, ausgedehnt werden.“ Sowohl in Bezug auf Menge als auch Qualität seien importiertes Halbleiterfertigungsequipment und Materialien derzeit nicht auf dem US-Markt verfügbar.

„Mindestens sollten jegliche Zölle oder andere Importbeschränkungen mit realistischen Anpassungszeiten für TSMC Arizona und andere US-Unternehmen und Investoren, die sich bereits zu erheblichen Halbleiterproduktionen in den USA verpflichtet haben, verhängt werden“, so wird das Unternehmen zitiert. „Das würde auch gewährleisten, dass der zollfreie Zugang zu Inputs fortgesetzt wird, wo lokale Beschaffung nicht verfügbar oder unrealistisch ist oder Zeit benötigt, um Onshore zu gehen, insbesondere von langjährigen Lieferanten innerhalb des Ökosystems.“ (sb)

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