Am 1. Februar 2025 unterschrieb Donald Trump eine Verfügung, die die engsten Handelspartner der USA trifft. Seit dem 4. Februar 2025 werden Zollsätze von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada erhoben, 10 weitere Prozent auf Waren aus China - diplomatische Verhandlungen konnten die Zölle für Kanada und Mexiko vorerst abwenden. Taiwans Handelsministerium möchte Unternehmen Unterstützung anbieten.
Ein neuer Handelskrieg bahnt sich an.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Mit der Vereidigung von Donald Trump als 47. Präsident der Vereinigen Staaten von Amerika ließ sich bereits erahnen, dass der neue Mann am Steuer versucht, den heimischen Markt mit der Erhöhung von Zöllen für importierte Waren zu schützen. Am 1. Februar 2025 teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, dass er über den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) eine Verfügung in Kraft gesetzt hat. Diese Verfügung bringt ab dem 4. Februar 2025 einen Zollsatz von 25 Prozent auf importierte Waren aus Kanada und Mexiko mit sich. Gleichwohl wurden die Zollsätze auf aus China importierte Güter um weitere 10 Prozent angehoben. Aus Kanada importierte Energieträger wie Rohöl sollen mit 10 Prozent Einfuhrsteuer werden.
Donald Trump argumentiert mit der „großen Bedrohung durch illegale Einwanderer und tödliche Drogen, die unsere Bürger töten, einschließlich Fentanyl.“ Mit den Zöllen beabsichtige man, die Bevölkerung der USA zu schützen. Nachdem die Regierung Mexikos zugestimmt hat, die nördlichen Grenzen des Landes mit zehntausend Soldaten zu besetzen, um den Kampf gegen den Drogenschmuggel zu verschärfen, versprach Trump am 3. Februar 2025, die am Folgetag drohenden Zollsätze für Mexiko einen Monat aufzuschieben (via Reuters). Trump erwägt Berichten von Reuters zufolge auch Zölle auf Importe aus der EU.
Für wen sind die Konsequenzen größer?
Die Regierung in China protestierte gegen den neuen US-Erlass. Aus Peking kam vorerst die Verurteilung der Zölle und man erklärte über das Handels- und das Außenministerium, dass China nicht näher bezeichnete „entsprechende Gegenmaßnahmen“ ergreifen werde. Am Morgen des 4. Februar 2025 ist inzwischen bekannt, dass die Volksrepublik mit Gegenzöllen reagiert, die ab dem 10. Februar 2025 gelten sollen. Auf Kohle und verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA wurden Zusatzzölle von 15 Prozent erhoben. Aus den USA importiertes Öl und landwirtschaftliche Maschinen sollen mit zehn Prozent Zusatzzoll versehen werden. Außerdem wolle man Google kartellrechtlich untersuchen (via Spiegel).
Auch Kanadas Premier Justin Trudeau räumte ein, dass die Zölle die kanadische Wirtschaft möglicherweise treffen werden. „Dies ist eine Entscheidung, die zwar den Kanadiern schaden wird, aber darüber hinaus wird sie auch echte Konsequenzen für Sie, das amerikanische Volk, haben“, wird Trudeau von NPR zitiert. In Kanada bereitete man sich nach den Zollankündigungen darauf vor, als Gegenmaßnahme ebenfalls Zölle zu erheben, in einer ersten Welle auf Geräte, Kleidung, Wein und Spirituosen, Orangensaft, Erdnussbutter und Motorräder.
Mittlerweile haben Trudeau und Trump miteinander telefoniert und ähnlich wie im Fall von Mexiko werden die Zollsätze für Kanada vorerst für 30 Tage verschoben, wie am 4.Februar 2025 bekannt wurde. Dafür leistete die kanadische Regierung Zusagen für den verstärkten Kampf gegen den Schmuggel von Fentanyl und der Vorläuferchemikalien.
Schlag für die Industrie
Sowohl in Mexiko als auch in China und Kanada werden insbesondere viele Fahrzeuge für den Import in die USA hergestellt. Zudem haben sich in den vergangenen Jahren viele Unternehmen der Halbleiterindustrie in Mexiko angesiedelt oder zumindest mit der Idee gespielt. Zum einen hat die US-Regierung mit der Einführung des CHIPS Acts im Jahr 2022 Mexiko zum Partner für den Ausbau des Halbleiter-Ökosystems gewählt. Zum anderen sind die Löhne in Mexiko wesentlich geringer als in den USA – da verwundert es kaum, dass sich Unternehmen für einen Produktionsstandort in Mexiko entschieden haben.
Nun scheint dieser Standortvorteil zu wanken. Von Glück können die Unternehmen sprechen, die viele Waren und Bauteile in China produzieren, sich aber für einen weiteren Standort in den USA entschlossen haben, etwa TSMC. Für die Unternehmen aus Taiwan, die von den neuen Importzöllen der USA hart getroffen werden, hat das taiwanische Wirtschaftsministerium (MOEA, Ministry of Economy Affairs) bereits einige Gegenmaßnahmen in die Wege geleitet, um etwa eine Verlegung der Produktionskapazitäten in die USA zu unterstützen.
Einrichtung eines Investitions- und Handelsdienstleistungszentrums
Neben der Einrichtung von Beratungs-Hotlines und Service-Teams und maßgeschneiderten Dienstleistungen für die Auslandsentsendung von Herstellern wird auch ein Investitions- und Handelsdienstleistungszentrum in den USA eingerichtet. „In Umsetzung der „Overseas Customs“-Politik des Wirtschaftsministeriums wurde das Taiwan Investment and Trade Service Centre (TITC) in den USA eingerichtet, um Unternehmen bei der Bewertung des Investitionsumfelds in den einzelnen US-Bundesstaaten, den Optionen für den Transfer der Lieferkette und der Vermittlung von Partnern vor Ort zu unterstützen“, teilt das MOEA mit. Auch für taiwanische Unternehmen, die Teile ihrer Produktion nach Südostasien oder Indien verlegen wollen, bietet das Wirtschaftsministerium Informationen und Beobachtungen zu den Zielmärkten, „einschließlich möglicher Staaten für Investitionen in den USA, lokaler Investitionsgesetze und -vorschriften, Möglichkeiten auf den relevanten Märkten und Unterstützung bei der Suche nach Partnern.“
Stand: 08.12.2025
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Generell hofft die taiwanische Regierung auf die Stärkung der industriellen Zusammenarbeit zwischen den USA und Taiwan. Dazu stellt das MOEA klar, dass man nicht vorhabe, Hilfe für chinesische Unternehmen zur Umgehung von US-Zöllen anzubieten. Darüber hätte, so die Presseabteilung des MOEA, das Medium MIT Technology Review fälschlicherweise berichtet. „Das MOEA stellt feierlich klar, dass seine langjährigen Bemühungen darauf gerichtet sind, taiwanesische Unternehmen zu unterstützen, und nicht chinesische Unternehmen, wie in dem Bericht fälschlicherweise behauptet wurde.“ (sb)