Fortschrittliche Autochips Trotz Boykotten: Nvidia baut China-Partnerschaften aus

Von Michael Eckstein 2 min Lesedauer

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Chiphersteller Nvidia wird bei chinesischen Autobauern immer beliebter. BYD und weitere Elektroautohersteller in der Volksrepublik setzen künftig auf „Drive Thor“, den neuesten Autochip des US-Herstellers.

Das Drive-Thor-System von Nvidia erfreut sich einer hohen Nachfrage – auch in China.(Bild:  Nvidia)
Das Drive-Thor-System von Nvidia erfreut sich einer hohen Nachfrage – auch in China.
(Bild: Nvidia)

BYD, das erst vor kurzem Tesla überrundet hat und zum weltweit größten Hersteller von Elektroautos geworden ist, werde schon im nächsten Jahr das System on a Chip (SoC) Thor von Nvidia für das autonome Fahren und ADAS-Fahrassistenz seiner Fahrzeuge verbauen, sagte Danny Shapiro, der Vizevorstandschef für Autochips bei Nvidia in einer Videokonferenz mit Analysten.

Auch die chinesischen Elektroautomarken Xpeng und Hyper, ein neuer Premiumableger von GAC Aion, konnte Nvidia als neue Kunden gewinnen, nachdem NIO und Geely bereits vor Monaten ihre Kooperation mit dem US-Chiphersteller angekündigt hatten.

Wie gut die autonomen Fahrfunktionen in Elektroautos sind, wird mehr und mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der gegenwärtigen Phase der Elektromobilität. Wegen seiner leistungsstarken Chipsets für KI-Anwendung gilt Nvidia derzeit nicht nur bei chinesischen Autobauern, sondern auch bei Marken wie Mercedes-Benz, Jaguar, oder Land Rover als bevorzugter Partner.

„Jeder Autobauer, der irgendeine Art von Künstlicher Intelligenz verwendet – und neuerdings generative KI – adoptiert die Systeme von Nvidia,“ wird Shapiro von der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei Asia zitiert. Auch Zeekr, eine E-Automarke des Geely-Konzerns und Li Auto werden auf Drive Thor setzen, war schon zuvor bekannt geworden.

Ersatz für Einbußen im Geschäft mit KI-Chips für Rechenzentren

Diese neuen Geschäfte in Chinas Autoindustrie sind für Nvidia ein wichtiger Ersatz für die Verluste, die es aufgrund der China-bezogenen Handelsbeschränkungen der US-Regierung erleidet. Das Unternehmen darf seine leistungsstärksten KI-Chips für Rechenzentren nicht mehr nach China verkaufen. Washington argumentiert, sie machten das chinesische Militär zu gefährlich.

Das insbesondere im Hinblick auf „Large Language Models“ (LLM) für autonome Fahrfunktionen entwickelte Chipset Drive Thor ist der Nachfolger von Drive Orion. Die ersten E-Autos mit Drive Thor dürften 2025 auf den Markt kommen. Sie werden Medienberichten zufolge das autonome Fahren bis zur Stufe 4 ermöglichen.

Nicht nur hat Drive Thor eine wesentlich höhere Rechenleistung als sein Vorgänger-Chip von Nvidia, sondern erlaubt den Herstellern auch, viele bislang über ihre Fahrzeuge verstreuten Funktionen auf einem einzigen SoC zu konsolidieren, was Kosten und Gewicht spart und damit im Idealfall größere Reichweiten der Elektroautos ermöglicht.

Unter anderen können Autohersteller beim Einsatz von Drive Thor viele Meter an Elektrokabeln einsparen, die derzeit im Auto verteilte SoC-basierte Einheiten verknüpfen. Damit werden sowohl der Einkauf als auch die Montage vereinfacht und verbilligt.

Nicht nur Autochips, auch Trainingsprozessoren sind gefragt

BYD wird darüber hinaus nicht nur die neusten Autochips von Nvidia nutzen, sondern auch für seine KI-Entwickler die Cloud-Dienstleistungen und Trainingstechnologien des US-Herstellers nutzen.

Unter anderem werde BYD mit Nvidia zusammenarbeiten, um die Automatisierung in seinen Autowerken und seine Lieferketten zu modernisieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters von der Entwickler-Konferenz GTC im kalifornischen San Jose.

Die Partnerschaft mit BYD werde über den Bau von Autos hinaus auf „gesamte Workflows“ ausgedehnt, kündigte Danny Shapiro an. So würden Nvidia-Plattformen den Einsatz von intelligenten Robotern in den Autowerken von BYD steuern. Und die 3D-Graphik-Plattform „Omniverse“ von Nvidia solle bei BYD künftig „das Shopping-Erlebnis der Autokäufer verbessern“, berichtet Nikkei Asia ergänzend. (me)

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