Chip-Auftragsfertiger Top 10 der Auftragsfertiger: GlobalFoundries steigt ab, SMIC steigt auf

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Liest man von Auftragsfertigern in der Chip-Herstellung, dann sind meist zwei Namen präsent: TSMC und Samsung. Die beiden Konzerne teilen mehr als 70 Prozent des Marktes unter sich auf. Noch. Denn der chinesische Fertiger SMIC hat nicht nur UMC, sondern auch GlobalFoundries überholt. Die Leute des Marktforschungsunternehmens TrendForce haben sich die Zahlen des Q1 2024 angesehen.

Der Hwaesong Semiconductur Campus von Samsung im Süden von Südkorea.(Bild:  Samsung)
Der Hwaesong Semiconductur Campus von Samsung im Süden von Südkorea.
(Bild: Samsung)

Welche global tätigen Auftragsfertiger für Chips befinden sich auf einem Höhenflug, welcher Stern hingegen scheint ein wenig im Sinkflug begriffen? Dieser Frage stellen sich regelmäßig die Analysten des Marktforschungsinstituts TrendForce, wenn sie sich die gemeldeten Umsatzzahlen der zehn größten Auftragsfertiger im Chip-Segment anschauen.

Die Zahlen für das erste Quartal 2024 zeigen auf der einen Seite wenig Überraschendes, denn es wurde bereits mit einer typischen Nebensaison im Verbrauchersegment gerechnet. Das hat Tradition, denn schließlich werden die meisten Elektronikgeräte am ehesten im Spätherbst zu Rabattevents wie Black Friday oder zu Weihnachten verkauft; zumindest im westlichen Markt.

Entsprechend dienten die meisten dringenden Chip-Bestellungen von Kunden innerhalb der Lieferkette hauptsächlich der Auffüllung von Lagerbeständen. Insgesamt bewegte sich im ersten Quartal nicht viel. Prognosen für Automobil- und Industrieausrüstungsanwendungen wurden ständig überarbeitet, etwa aufgrund geopolitischer Entwicklungen und zunehmender ökonomischer Risiken. Der einzige Treiber in der Lieferkette ist aktuell Künstliche Intelligenz. Der sich stets zuspitzende Wettbewerb zwischen Unternehmen sorgt dafür, dass die Nachfrage nach KI-Hardware anhaltend hoch ist. Insgesamt, so die Analysten von TrendForce, wies der Markt generell eine schwache Dynamik auf.

Diese Faktoren führten zu einem Gesamtumsatz der Top-10-Auftragsfertiger von 29,2 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Eine Änderung in der Rangliste der Top 5 der Auftragsfertiger gab es dann aber doch.

Platztausch auf den Rängen 3 bis 5

Der erste Platz gehört, wenig überraschend, dem größten unter den Auftragsfertigern, nämlich Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC). Zwar machte TSMC im Q1 2024 im Vergleich zu Q4 2023 etwas weniger Umsatz, dafür stieg der Marktanteil auf satte 61,7 Prozent (von 61,2 Prozent). Ebenfalls fest im Sattel sitzt Platz 2 unter den Fertigern, nämlich Samsung. Im Vergleich zu TSMC allerdings verlor Samsung im Vorquartalsvergleich 0,3 Prozent der Anteile und fiel somit von 11,3 auf 11,0 Prozent.

Es wird angenommen, dass TSMC im Q2 mehr von der Lagerhaltungsstrategie von Apple profitieren könnte, als Samsung. Insgesamt erwecken die Daten den Anschein, als würden Samsungs Kunden im Q1 übermäßige Lagerhaltung betrieben haben, was dann in einem Nachfragerückgang in Q2 resultieren würde.

Auf Platz drei hat sich im Vorjahresquartalsvergleich (QoQ) etwas getan, denn GlobalFoundries (vorher auf Platz 3) wurde vom chinesischen Fertiger SMIC nicht nur auf Platz 4, sondern gleich auf Rang 5 verdrängt. Auf Platz 4 bleibt UMC. In Zahlen sieht das wie folgt aus:

Top 5 Global Foundries im Q1 2024

  • Platz 1 für TSMC mit 61,7 Prozent Marktanteil,
  • Platz 2 für Samsung mit 11,0 Prozent Marktanteil,
  • Platz 3 für SMIC mit 5,7 Prozent Marktanteil,
  • Platz 4 für UMC mit 5,7 Prozent Marktanteil (aber etwas weniger Umsatz) und
  • Platz 5 für GlobalFoundries mit 5,1 Prozent Marktanteil.

Danach reihen sich die HuaHong Group, Tower, PSMC, Nexchip und VIS ein, deren Marktanteil zusammengenommen 6,3 Prozent beträgt. Diese Tier-2-Foundries, so die Analysten von TrendForce, hatten mit langsamer Wiederbelebung, hartem Preiswettbewerb und ausgeprägten betrieblichen Unterschieden zu kämpfen.

Das QoQ-Wachstum von 4,3 Prozent von Huawei-Auftragsfertiger SMIC wird vornehmlich der Tendenz zu heimischen IC-Produktion sowie der Nachfrage nach Peripherie-ICs für OLED-DDI und CIS für neue chinesische Smartphones zugesprochen. Zumal sei für das zweite Quartal noch mit einem spürbaren Zuwachs zu rechnen, denn um den 18. Juni 2024 fand in China das 618-Shopping-Festival statt, vergleichbar mit dem Black Friday im Westen. Zum 618 werden traditionell viele elektronische Waren gekauft; in der Vergangenheit vermeldeten die Betreiber der Plattform JD, die ebenso die Erfinder dieses Festivals sind, dass insbesondere Tech-Firmen wie Apple und Xiaomi in den ersten Minuten hunderte Millionen Yuan umsetzen. Nach dem Singles Day im November ist 618 das größte Shopping-Event der Volksrepublik – und ein enormer Wirtschaftsmotor.

GlobalFoundries hingegen verzeichnete im ersten Quartal 2024 einen Rückgang der Wafer-Auslieferungen um 16 Prozent gegenüber dem Vorquartal; Anpassungen bei Aufträgen für den Automobilsektor, Industrieausrüstungen und traditionelle Rechenzentren sowie die Nebensaison bei Bestellungen für die Smartphone-Lieferkette trugen dazu bei. (sb)

(ID:50071262)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung