Neue Oszilloskop-Serie Tektronix präsentiert DPO Serie 7 mit proprietären ASICs

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Geringes Rauschen, ein hoher ENOB-Wert und eine bis zu 10-mal schnellere Datenausgabe im Vergleich zu Vorgängerversionen. Im Oszilloskop verbaut sind zwei proprietäre ASICs, optimierte FPGAs sowie eine leistungsstarke GPU.

Die Oszilloskop-Serie DPO 7 von Tektronix bietet Bandbreiten bis 25 GHz sowie neue ASIC-Chips für verbesserte Signalreinheit und Analysegeschwindigkeit.(Bild:  Tektronix)
Die Oszilloskop-Serie DPO 7 von Tektronix bietet Bandbreiten bis 25 GHz sowie neue ASIC-Chips für verbesserte Signalreinheit und Analysegeschwindigkeit.
(Bild: Tektronix)

Mit dem DPO Serie 7 stellt der Messtechnikhersteller Tektronix ein neues Referenzprodukt vor. Es wurde speziell für die anspruchsvollsten Anwendungen von Elektronikentwicklern konzipiert. Dieses leistungsfähige Oszilloskop ist ein bedeutender Fortschritt bei der Datenakquisition und -analyse. Damit können Entwickler und Ingenieure arbeiten, die an den Grenzen der Hochgeschwindigkeitskommunikation, des Quantencomputings und weiterer fortgeschrittener Technologien forschen.

Technische Merkmale und Vorteile

Das DPO der Serie 7 ist mit proprietären ASICs ausgestattet. Das senkt den Rauschpegel und erhöht die effektive Bitanzahl (ENOB). Mit Bandbreitenoptionen bis zu 25 GHz bietet es eine hohe Präzision und eine bis zu zehnfach schnellere Datenverarbeitung im Vergleich zu Oszilloskopen der Serie Tektronix DPO70000. Diese Leistungsfähigkeit wird durch die maßgeschneiderten ASICs Tek079 und Tek085 ermöglicht, die in enger Zusammenarbeit mit führenden Experten entwickelt wurden.

Der Vorverstärker-ASIC Tek085 mit integrierter Quiet-Channel-Technologie.(Bild:  Tektronix)
Der Vorverstärker-ASIC Tek085 mit integrierter Quiet-Channel-Technologie.
(Bild: Tektronix)

Der Vorverstärker-ASIC Tek085 wird im 9HP SiGe-Prozess von GlobalFoundries gefertigt und integriert die Quiet-Channel-Technologie. Diese Technologie implementiert eine aktive Entzerrung (Continuous Time Linear Equalization), um Kanalrauschen signifikant zu reduzieren, ohne das Eigenrauschen zu erhöhen. Dadurch verbessert sich die vertikale Rauscharmut im Vergleich zum Vorgängermodell Tek61 aus der 6er Serie um 50 %. Bei dem aktuellen Modell wird eine ENOB-Leistung von 7,5 Bit bei 8 GHz bis 6,5 Bit bei 25 GHz erreicht.

Bei dem Tek079 handelt es sich um einen A/D-Wandler-ASIC und wird direkt am Vorverstärker angeschlossen. (Bild:  Tektronix)
Bei dem Tek079 handelt es sich um einen A/D-Wandler-ASIC und wird direkt am Vorverstärker angeschlossen.
(Bild: Tektronix)

Der Tek079 ist ein Analog-Digital-Wandler ASIC und wird direkt an den Vorverstärker angeschlossen. Zudem verfügt er über einen 10-Bit A/D-Wandler, um eine hohe vertikale Auflösung (ENOB) zu erreichen. Seine hohe Abtastrate unterstützt die rauscharmen Signalpfade, wodurch exakte Messungen bis zu Bandbreiten von 25 GHz möglich werden.

Außerdem haben die Experten von Tektronix optimierte FPGAs in das Oszilloskop verbaut, welche die Echtzeit-Signalverarbeitung direkt nach der A/D-Wandlung übernehmen. Sie sind für schnelle, präzise Triggerung und Datenvorverarbeitung zuständig, was die Effizienz der Signalerfassung und -analyse stark verbessert. Auch der leistungsstarke GPU (Grafikprozessor) beschleunigt die nachgeschaltete Analyse und Darstellung der Signale. Das führt zu einer deutlich höheren Analysegeschwindigkeit und ermöglicht komplexe Visualisierungen in Echtzeit. Damit sind die Oszilloskope prädestiniert für Anwendungen in der Hochenergiephysik und bei der Integration von HF-Systemen, wo eine hohe Messgenauigkeit gefordert ist.

Skalierbarkeit und Investitionsschutz

Die Architektur des DPO der Serie 7 ist auf Skalierbarkeit ausgelegt und ist kompatibel mit dem TekConnect-Tastkopfsystem. Das TekConnect-Tastkopfsystem von Tektronix ist eine einheitliche Schnittstelle für Oszilloskop-Tastköpfe, die eine einfache Kompatibilität und modulare Erweiterbarkeit mit Oszilloskopen ermöglicht. Es ist darauf ausgelegt, die bestmögliche Signalintegrität und mechanische Stabilität bei Messungen sicherzustellen.

Das Gerät integriert die TekScope-Software, die durch eine benutzerfreundliche Oberfläche und plattformübergreifende Konsistenz besticht. Der 15,6-Zoll-Touchscreen ermöglicht einen sofortigen Zugang zu detaillierten Einblicken, was die Effizienz der Validierungsprozesse erheblich steigert. Des Weiteren wird die Unterstützung von Windows- und Linux-Systemen geboten, um eine nahtlose Integration in bestehende Arbeitsumgebungen sicherzustellen.

Das DPO der Serie 7 ist ideal für Forscher und Entwickler, die im Umfeld wie Hochgeschwindigkeits-Datenkommunikation, Halbleiterentwicklung und fortschrittlicher Elektronik tätig sind. Durch seine hohe Präzision und Geschwindigkeit unterstützt es die Entwicklung und Prüfung von Komponenten, die künftigen technologischen Durchbrüchen den Weg ebnen.

Die Oszilloskop-Serien bei Tektronix

Das Oszilloskop-Portfolio mit den aktuell erhältichen Serien 2, 3, 4, 5, 6 und 7.(Bild:  Tektronix)
Das Oszilloskop-Portfolio mit den aktuell erhältichen Serien 2, 3, 4, 5, 6 und 7.
(Bild: Tektronix)

Mit der jetzt vorgestellten Serie 7 vervollständigt Tektronix sein bisheriges Oszilloskop-Angebot. Die Serien bauen aufeinander auf mit zunehmender Bandbreite, Kanalanzahl, (optionalen) digitalen Kanälen, Auflösung und Analyse-Features. Dabei wächst auch die Komplexität und der Preis. Die Serien 2 und 3 eignen sich für mobile, kompakte Einsätze und Mixed-Domain-Analysen (MDO), die Serien 5 und 6 haben ihren Fokus auf High-End-Anwendungen und intensive Analysen. Die Serie 4 ist eine ältere, inzwischen eher weniger präsente Serie.

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Die Oszilloskop-Serien im Vergleich

Oszilloskop-Serien Vergleich

Serie Bandbreite Analoge Kanäle Digitalkanäle (optional) Abtastrate Besonderheiten / Funktionen
Serie 2 70 MHz bis 500 MHz 2 oder 4 16 1,25 bis 2,5 GS/s Kompaktes, tragbares MSO für mobilen Einsatz, Touchscreen, bis zu acht Stunden Akkulaufzeit, integrierter Funktionsgenerator, Mischer
Serie 3 (MDO) 100 MHz bis 1 GHz 2 oder 4 16 Bis zu 5 GS/s Mixed-Domain-Oszilloskop mit integriertem Spektrumanalysator (bis 3 GHz), großes HD-Touchdisplay, EMI- und IoT-Messungen möglich
Serie 4 Ältere Serie, weniger bekannt Weniger aktuelle Modelle Weniger Weniger Eher ältere Mittelklasse-Serie, mittlerweile überwiegend ersetzt
Serie 5 B 200 MHz bis 1,5 GHz 4 oder 6 Bis zu 48 6,25 GS/s FlexChannel-Eingänge, bis 16-Bit-ADC für höhere Auflösung, großes kapazitives HD-Touchdisplay, Langzeitaufzeichnung, erweiterte Analysefunktionen
Serie 6 B 1 GHz bis 10 GHz 4, 6 oder 8 Bis zu 64 6,25 GS/s Sehr hohe Bandbreite, mehr Kanäle, leistungsfähige MSOs, insbesondere für High-Speed, Low-Noise Anwendungen geeignet

 (heh)

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