Geringere Lithografiemaschinen-Nachfrage Technisches „Whoopsie“ und angepasste Jahresziele lassen ASML-Aktie fallen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Aufgrund eines technischen Fehlers wurde der Quartalsbericht des Belichtungsmaschinen-Herstellers ASML zu früh veröffentlicht. Dieser Fauxpas und angepasste, wirtschaftliche Jahresziele aufgrund einer geringeren Nachfrage haben die ASML-Aktie um 16 Prozent fallen lassen; rund 60 Mrd. Euro Marktkapitalisierung verpufften.

ASML baut nicht nur hochmoderne EUV- und DUV-Geräte, sondern refurbisht auch alte Geräte, arbeitet an Inspektionssystemen und bietet natürlich einen umfangreichen Kundensupport.(Bild:  ASML)
ASML baut nicht nur hochmoderne EUV- und DUV-Geräte, sondern refurbisht auch alte Geräte, arbeitet an Inspektionssystemen und bietet natürlich einen umfangreichen Kundensupport.
(Bild: ASML)

Wie schnell die Marktkapitalisierung eines börsennotierten Unternehmens sich in Teilen (und manchmal auch vollständig) in Luft auflösen kann, durften in der 42. Kalenderwoche des Jahres 2024 die Verantwortlichen des niederländischen Lithografiemaschinen-Herstellers ASML erfahren. Am 15. Oktober 2024 wurde aufgrund eines technischen Fehlers vorzeitig, am Morgen, der Quartalsbericht von ASML auf der Unternehmenswebseite veröffentlicht.

Das war so offensichtlich nicht beabsichtigt, wie ASML umgehend einräumte und an niederländische Aufsichtsbehörden meldete. Der Bericht enthält unter anderem eine Anpassung der Jahresziele; die Prognosen fallen etwas weniger positiv aus. Das hatte Konsequenzen, denn in kürzester Zeit fiel der Aktienkurs von ASML um rund 16 Prozent. 60 Milliarden Euro Marktkapitalisierung sind dabei in Luft aufgegangen. Es ist anzunehmen, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich das Wertpapier wieder erholt. Aber sind die Aussichten des weltweit führenden Unternehmens für Belichtungsgeräte für die Chipproduktion tatsächlich so düster?

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Anpassung der Ziele, aber das macht kaum Sorgen

Die Nachfrage nach den Lithografie-Maschinen ist schlicht nicht so hoch wie erwartet, erklärt ASML-CEO Christophe Fouquet in seinem Kommentar und Ausblick für die Q4- und Ganzjahreszahlen. Es ist anzunehmen, dass das unter anderem daran liegt, dass Intel Foundry mehrere Chip-Fertigungsprojekte vorerst auf Eis gelegt hat. Reuters-Berichten zufolge hat auch Samsung Foundry die Bestellungen neuer EUV-Geräte unter anderem für den Standort in texas zurückgestellt. Zusätzlich erholt sich die Nachfrage auf dem Chipmarkt langsamer als erwartet. Aufgrund des Wirbels um künstliche Intelligenz, von dem angenommen wird, dass er noch weiter zunehmen wird, macht man sich bei ASML allerdings keine ernsthaften Sorgen.

„Unser Gesamtnettoumsatz lag im dritten Quartal mit 7,5 Mrd. € über unserer Prognose, was auf höhere Umsätze bei DUV und Installed Base Management zurückzuführen ist. Die Bruttomarge lag bei 50,8 % und damit im Rahmen unserer Prognose“, so Fouquet. „Während es im Bereich der künstlichen Intelligenz weiterhin starke Entwicklungen und Aufwärtspotenzial gibt, dauert die Erholung in anderen Marktsegmenten länger. Es scheint, dass die Erholung schleppender verläuft als bisher erwartet. Es wird erwartet, dass sich dies auch 2025 fortsetzen wird, was zu einer gewissen Zurückhaltung der Kunden führt.“

ASML rechnet für das Gesamtjahr 2024 mit einem Gesamtnettoumsatz von etwa 28 Milliarden Euro, für das Jahr 2025 mit einer Spanne zwischen 30 und 35 Milliarden Euro. Das liegt eher im unteren Bereich dessen, was im Rahmen des großen Investorentags 2022 kommuniziert wurde. „Wir erwarten eine Bruttomarge zwischen 51 % und 53 %, was unter der damals angegebenen Spanne liegt und vor allem mit dem verzögerten Eintreffen der EUV-Nachfrage zusammenhängt“, sagt Fouquet.

Zu tun gibt es sicherlich genug

Ein Blick in die von ASML kommunizierten Daten zeigt immerhin, dass im dritten Quartal 2024 106 Maschinen verkauft worden sind – was natürlich nicht heiß, dass sie auch sofort ausgeliefert werden. Tatsächlich soll es bei ASML noch genügend Aufträge geben, die noch abgearbeitet werden müssen. Außerdem lässt sich mit einem Blick in den GAAP-Report zumindest erkennen, dass es nach den eher schwächeren ersten und zweiten Quartalen 2024 wieder leicht aufwärtsgeht; Q3 2024 liegt in den meisten Punkten auch über dem Vorjahresquartal. (sb)

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