Verkehrsplanung System misst den Verkehrsfluss einzig anhand der Lärmbelastung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Spanische Wissenschaftler haben ein System vorgestellt, das den Verkehrsfluss auf einer Straße einzig anhand des Umgebungsgeräusches abschätzen kann.

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Ein Kiosk: auf ihm lässt sich das neue Verkehrsmesssystem unauffällig platzieren
Ein Kiosk: auf ihm lässt sich das neue Verkehrsmesssystem unauffällig platzieren
(Bild: Universität von Granada)

Die neue, von Forschern der Universität Granada und der Universität Carlos III Madrid entwickelten Methode verspricht hohe Genauigkeit und kann beispielsweise Pkws, Schwerverkehr und Mopeds unterscheiden. Solche Daten sind nützlich für die Verkehrsplanung oder -leitung. Gegenüber aktuellen Methoden zur Verkehrszählung wie Magnetschleifen in der Straße verspricht die patentierte Lösung den Vorteil einer einfachen Installation - ein Messgerät kann ohne großen Aufwand montiert werden.

Einfaches Schätzen mit Lärm

Das an der UGR entwickelte System ermittelt den Verkehrsfluss mithilfe eines Signalprozessors und überträgt das Ergebnis drahtlos an einen Computer
Das an der UGR entwickelte System ermittelt den Verkehrsfluss mithilfe eines Signalprozessors und überträgt das Ergebnis drahtlos an einen Computer
(Bild: Universität von Granada)
Das spanische System ist laut Universität Granada ideal für mäßig bis stark befahrene Straßen, wo der Verkehrslärm die wichtigste Geräuschquelle ist. Hier kann die Entwicklung die Zahl der Fahrzeuge in relativ kurzer Zeit und dennoch deutlich genauer Abschätzen insbesondere als bisherige Ansätze, die auf eine längerfristige Geräuschmessung setzen. Dazu verarbeitet die Lösung die Messdaten mit einem speziellen Algorithmus, der auf bayes‘schen statistischen Methoden beruht. Dabei gelingt es auch, verschiedene Arten von Fahrzeugen wie Pkws, schwere Lkws und Motorräder zu unterscheiden.

Alternative oder Ergänzung zu bekannten Methoden

Die neue Methode, den Verkehrsfluss zu messen, ist als Alternative oder Ergänzung zu Ansätzen wie der Zählung per Videobild oder durch im Belag eingelassene Magnetschleifen gedacht. Ein großer Vorteil ist dabei, dass ein Messgerät ohne großen Aufwand und auch unauffällig beispielsweise an einem Zeitungskiosk, einer Gebäudefront oder auch einer Straßenlaterne angebracht werden kann.

Dank kabelloser Übertragung stehen so vergleichsweise leicht Daten zur Verfügung, die entweder für die langfristige Verkehrs- und Parkraumplanung oder auch kurzfristige Leitung – etwa durch Ampelsteuerung – genutzt werden können. (Pressetext)

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