Lüftersysteme Sunons Kühltechnik ist vom Transrapid abgeschaut

Redakteur: Franz Graser

Der taiwanische Hersteller Sunon liefert Lüfter – unter anderem für Computerhersteller wie Apple, Dell oder Samsung. Die Taiwaner sind aber auch im Automobil- und Hausgerätebereich vertreten. Sunons Europa-Chef Jean-Philippe Louis stellt den Kühlungsspezialisten vor.

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Jean-Philippe Louis, General Manager von Sunon in Europa: Miniaturisierung und Energieeffizienz sind die Megatrends bei Lüftersystemen.
Jean-Philippe Louis, General Manager von Sunon in Europa: Miniaturisierung und Energieeffizienz sind die Megatrends bei Lüftersystemen.
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Was ist cool an Ihren Kühlsystemen?

Wir sind über 30 Jahre im Geschäft. Wir wurden im Jahr 1980 in Taiwan gegründet. Und von Anfang an hat sich unser Gründer auf Innovationen konzentriert. Sie müssen wissen, dass die Cooling-Branche eigentlich eine sehr traditionelle Industrie ist. Daher war es für uns ein großer Schritt, ein patentiertes neues Führungssystem zu kreieren, den sogenannten MagLev (Magnetic Levitation). MagLev – Sie können sich dabei das Prinzip von Magnetschwebezügen wie dem Transrapid vorstellen – bedeutet, dass es keine Reibungsverluste gibt.

Mit dieser Idee haben wir eine technische Barriere durchbrochen. Das war einer der Schlüsselfaktoren, warum Sunon weltweit und auch in Europa sehr erfolgreich geworden ist. Wir haben diese Technik im Jahr 2000 eingeführt, und haben seitdem zusammengerechnet etwa 500 Millionen Stück davon ausgeliefert.

Und wie funktioniert dieses MagLev-System?

Wenn der Lüfter arbeitet, wird ein magnetisches Feld zwischen dem Ventilator und der Leiterplatte erzeugt. Das bedeutet, es gibt nur einen Berührungspunkt am Ende der Welle. Angesehen davon schwebt der Lüfter auf dem Magnetfeld. Für den Kunden hat das die Vorteile, dass die Lebensdauer des Lüfters steigt und dass der Geräuschpegel reduziert wird. Ein weiteres Plus ist, dass die Leistungswerte des Lüfters über die Lebensdauer des Produktes sehr stabil bleiben. Denn bei anderen Lösungen nimmt zum Beispiel der Geräuschpegel des Lüfters zu, je älter er wird. Das ist wirklich unsere Schlüsseltechnik.

Wo wird Ihre Kühltechnik eingesetzt?

Wir haben im Notebook-Business angefangen. Aufgrund unserer Technik und mit unserem Motor-Design sind wir in der Lage, ein sehr dünnes Produkt zu liefern. Wir sind auch heute noch sehr gut im Notebook-Markt vertreten, wir beliefern zum Beispiel Apple, Dell oder Samsung, all die großen Player. Das wickelt natürlich unser Hauptquartier in Taiwan ab. Unser weltweiter Marktanteil im Notebook-Bereich beträgtt etwa 30 Prozent, schätze ich.

Daneben fokussieren wir uns auf LED-Beleuchtungslösungen. Wir haben eine große Familie von Produkten entwickelt, die auf der MagLev-Technik aufbaut. Und wir liefern nicht nur Lüfter, sondern komplette Kühlmodule. Wir haben zum Beispiel eine Kombination aus Lüfter und Kühlkörper. Wichtig dabei ist, dass das Design dieser Kombination sehr ansprechend aussieht.

Wenn man zum Beispiel ein LED-Spotlight herstellt, dann kann der Kühlkörper ein Teil des Designs sein. Wir haben ein Team, das sich speziell auf solche Kühlmodule konzentriert. Wir können deshalb sehr eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Und darum geht es uns bei Sunon: Nicht nur ein Produkt liefern, sondern den Kunden auch die entsprechenden Services anbieten.

Spezialisieren Sie sich nur auf die Luftkühlung oder bieten Sie auch Wasserkühlungen an?

Nein, Wasserkühlungen machen wir nicht. Wir haben allerdings eine Heatpipe-Technik, bei der Dampf – also eine kleine Menge Wasser – in den Röhren zirkuliert. Unsere Spezialität sind vor allem sehr kompakte Lösungen. Unser größter Lüfter misst 25 Zentimeter im Querschnitt, der kleinste acht Millimeter.

Das ist unser Mighty Mini Fan – ebenfalls eine Innovation. Dieses Produkt wird in Taschenprojektoren eingesetzt. Auf unserem electronica-Stand haben wir den Piko-Projektor von Philips gezeigt, der den Mighty Mini Fan verwendet. Damit konnten wir unsere technischen Fähigkeiten und das MagLev-Verfahren unter Beweis stellen.

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