Hohe Bestände, niedrige Nachfrage STMicroelectronics legt im Q1 2025 Produktionspausen ein

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Zahlen des Chip-Herstellers STMicroelectronics für das abgeschlossene Finanzjahr 2024 sind nicht so rosig wie erhofft, weil insbesondere im Industrie- und Automotive-Sektor die Nachfrage nur langsam steigt. Deswegen sollen in Fabs Produktionspausen eingelegt werden.

Die Verantwortlichen von STMicroelectronics legen die Geschäftszahlen für das Jahr 2024 vor und bezeichnen das Jahr als eines der bis dato schwierigsten.(Bild:  STMicroelectronics)
Die Verantwortlichen von STMicroelectronics legen die Geschäftszahlen für das Jahr 2024 vor und bezeichnen das Jahr als eines der bis dato schwierigsten.
(Bild: STMicroelectronics)

2024 war eines der schwierigsten Jahre für STMicroelectronics, wie die Verantwortlichen des Chip-Herstellers im Investorengespräch zu den Quartalszahlen Q4 2024 und Finanzjahr 2024 festhalten. Speziell im Industrie- und Automobilsektor hat sich die angespannte Lage bemerkbar gemacht. Zwar erholt sich die Nachfrage im Automobilbereich langsam, auch aufgrund der hohen Elektrifizierungsrate in Asien.

Der industrielle Sektor bleibt allerdings schwach, weswegen der Plan von ST für 20 oder mehr Milliarden US-Dollar Umsatz auf 2030 verschoben wurde. Für die für dieses Ziel ursprünglich anvisierten Jahre 2027/2028 wird ein neuer Plan aufgestellt. Das Unternehmen setzt auf Produktionsoptimierung, Kostensenkung und Innovation, um langfristiges Wachstum zu sichern. Das bedeutet, dass zunächst die Lagerbestände abgebaut werden müssen und die Produktion der ST-Standorte in vielen Bereichen im Q1 2025 vorerst pausiert wird.

Produktionspause

Es wird erwartet, dass das erste Quartal 2025 das schwächste des Jahres sein wird. Darauf zielte auch die Frage eines Investors in der an die Präsentation der Jahreszahlen anschließenden Fragerunde ab. Jean-Marc Chery, Präsident und CEO von ST, beantwortete die Frage nach der Auslastung der Fabs damit, dass bereits Maßnahmen ergriffen wurden, um die Produktion in allen Werken im ersten Quartal zu pausieren. Dabei ginge es um die „erhebliche Stilllegung der Produktion in Fabs, Assembly und Testing“, so Chery – nachzuhören bei Minute 00:37 der Audiospur des Investoren-Calls.

Lorenzo Grandi, Präsident und CFO von ST, rechnet auch im Q2 mit einem weiteren Abbau der aufgebauten Lager. Er ist allerdings auch positiv gestimmt, dass im Jahr 2025 generell Auswirkungen der Sparmaßnahmen des Unternehmens zu sehen sind, die bereits vorgenommen wurden. Bis 2027 sollen pro Jahr 300 bis 360 Millionen US-Dollar eingespart werden.

Investitionen sind allerdings weiterhin geplant. So wird in Catania in Italien eine neue SiC-Fabrik für die Herstellung von Leistungsbauelementen und -modulen einschließlich Tests und Packaging den Silicon Carbide Campus von ST erweitern, an dem sich bereits eine Substrat-Produktionsanlage für Siliziumkarbid befindet. Ebenfalls sind die Umstrukturierungspläne nicht vom Tisch, um die Produktionskapazitäten für 300-mm-Wafer (in Agrate und Crolles) und 200-mm-SiC-Wafer (in Catania) zu erhöhen. Jüngst erst waren Vermutungen aus der Branche lautgeworden, dass das Projekt von STMicroelectronics und Wolfspeed im französischen Crolles auf Eis läge.

Finanzielle Ergebnisse von STMicroelectronics im Überblick

Q4 2024

  • Umsatz: 3,32 Mrd. US-Dollar (-22,4 % im Jahresvergleich, +2,2 % zum Vorquartal)
  • Bruttomarge: 37,7 %
  • Operative Marge: 11,1 %
  • Nettogewinn: 341 Mio. US-Dollar (-63 % im Jahresvergleich)

Gesamtjahr 2024

  • Umsatz: 13,27 Mrd. US-Dollar (-23,2 % im Jahresvergleich)
  • Bruttomarge: 39,3 % (2023: 47,9 %)
  • Operative Marge: 12,6 % (2023: 26,7 %)
  • Nettogewinn: 1,56 Mrd. US-Dollar (-63 %)
  • Investitionen (CAPEX): 2,53 Mrd. US-Dollar
  • Free Cashflow: 288 Mio. US-Dollar

Für das erste Quartal 2025 erwartet ST einen Umsatz von 2,51 Mrd. US-Dollar, was einem Rückgang von 27,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Bruttomarge wird auf ca. 33,8 % geschätzt. Zudem plant das Unternehmen Investitionen (CAPEX) in Höhe von 2,0 bis 2,3 Mrd. US-Dollar für das Jahr 2025. (sb)

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