Die Stimmung in den Unternehmen ist katastrophal und verschlechtert sich so schnell, wie es noch vor wenigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten hatte. Gleichzeitig erwartet das IAB im Jahresschnitt 2,5 Millionen Kurzarbeiter und drei Millionen Arbeitslose.
Bei Volkswagen lief vor Kurzem nach mehr als fünf Wochen Corona-Stillstand die Fahrzeugproduktion wieder an. Die deutsche Wirtschaft wird wegen der Corona-Krise nach einer Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) deutlich einbrechen.
(Bild: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/POOL/dpa)
Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen ist wegen der Corona-Krise „katastrophal“ und so schlecht wie noch nie. Das Ifo-Geschäftsklima brach im April um 11,6 Punkte auf 74,3 Zähler ein, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag (24.4.) mitteilte. Das ist sowohl der stärkste jemals gemessene Rückgang als auch ein Rekordtief. Demnach haben die deutschen Unternehmen noch nie so pessimistisch in die nähere Zukunft geblickt wie derzeit.
Nach dem sehr starken Einbruch im Vormonat hatten Analysten einen weiteren Rückgang erwartet, allerdings nur auf 79,7 Punkte. „Die Coronakrise trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Der Index deutet darauf hin, dass es in den kommenden Monaten auch in der Baubranche rapide abwärts gehen könnte, die bislang noch eine Stütze der Konjunktur ist. Mit ihrer aktuellen Lage sind die Baufirmen zwar mehrheitlich noch zufrieden, wie die Münchner Wirtschaftsforscher in ihrer Meldung schrieben. Aber der Index für das Bauhauptgewerbe sei noch nie so stark gesunken.
In den übrigen Bereichen der deutschen Wirtschaft verdüstern sich die Aussichten immer weiter. In der Industrie sind die Erwartungen demnach von „massivem Pessimismus“ geprägt. Die aktuelle Geschäftslage der Industriefirmen habe sich dramatisch verschlechtert, und die Erwartungen fielen auf ein historisches Tief. In der Dienstleistungsbranche herrscht laut ifo bei den Erwartungen „Pessimismus ohne Beispiel“. Im Handel setzte sich der Sturzflug der Stimmungsindikatoren ebenfalls fort.
IAB: 2,5 Millionen Kurzarbeiter, drei Millionen Arbeitslose
Und auch das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht schwarz für das Jahr 2020 und erwartet im Jahresschnitt 2,5 Millionen Kurzarbeiter, einen Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 8,4 Prozent, dazu in der Spitze drei Millionen Arbeitslose. „Die deutsche Wirtschaft stürzt in die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte“, heißt es in dem Bericht des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit.
Zum Vergleich: Der bisherige Spitzenwert bei der Kurzarbeit in Deutschland lag im Mai 2009 bei 1,44 Millionen Personen – was einen deutlich geringeren Jahresdurchschnitt für 2009 ergab. In der Spitze könnte die Zahl der Kurzarbeiter Schätzungen anderer Institute zufolge auf mehrere Millionen Menschen steigen. Erste Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit am kommenden Donnerstag (30. April) bekanntgeben. Eine Befragung der Hans-Böckler-Stiftung hatte für die erste Aprilhälfte vier Millionen Kurzarbeiter in Deutschland ermittelt.
„Die Werte fallen deutlich drastischer aus als in den Frühjahrsprognosen vom März dieses Jahres, als etliche Informationen, etwa zum Fortgang der Eindämmungsmaßnahmen, zum Produktionsstopp in der Automobilindustrie, zur Aussetzung der Vermögensprüfung in der Grundsicherung und zu vielen internationalen Entwicklungen, noch nicht verfügbar waren“, räumt das Institut ein. Diese Prognosen waren noch davon ausgegangen, dass der Wirtschaftseinbruch kürzer und weniger heftig ausfallen würde. „Die Wirtschaft gerät durch den Shutdown, den Einbruch der Weltkonjunktur und die hohe Unsicherheit unter enormen Druck“, sagte IAB-Volkswirt Enzo Weber, Mitautor des Berichtes.
Das Szenario des IAB geht davon aus, dass die Wirtschaft bis Jahresende wieder weitgehend hochfährt. Es sei jetzt aber auch nicht mehr auszuschließen, dass sich die derzeitige Rezession zu einer globalen, systemischen Krise auswachsen könnte. Dabei würden immense und langanhaltende Schäden in der Real- und Finanzwirtschaft entstehen.
Öffnung der Wirtschaft – mit angemessenen Regeln
„Die Zahl der Arbeitslosen wird auf Basis der Vorausschau in den nächsten Monaten auf über drei Millionen steigen“, heißt es in dem Bericht. „Im Zuge der angenommenen Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit macht sie im Verlauf der zweiten Jahreshälfte wieder gut die Hälfte des vorherigen Anstiegs wett.“ Im Jahresdurchschnitt werden der Prognose zufolge mehr als eine halbe Million Menschen mehr arbeitslos sein als im Vorjahr. Dass es in vielen Branchen zu mehr Arbeitslosigkeit komme, liege „an der Wucht des wirtschaftlichen Schocks“. Betroffen sind fast alle Branchen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Ein günstigerer Verlauf würde sich dagegen ergeben, sollte sich eine zügige Öffnung der Wirtschaft – auch weltweit – mit angemessenen Regeln für den Gesundheitsschutz als gangbarer Weg herausstellen, glauben die Nürnberger Forscher. Dies wäre etwa auch der Fall, sollten unerwartet schnell ein Impfstoff oder eine effektive Behandlungsmethode bereitstehen.