Bedingt automatisiertes Fahren Stellantis legt Berichten nach das eigene Level-3-ADS auf Eis

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Berichten zufolge hat Stellantis beschlossen, den Einsatz des eigenen Level-3-Automated-Driving-Systems vorerst auszusetzen. Gründe seien die hohen Kosten, technische Hürden sowie eine geringe Marktnachfrage, obwohl das System nach Angaben des Unternehmens bereits fertig entwickelt ist.

STLA AutoDrive überwacht die Umgebung kontinuierlich mithilfe einer Reihe fortschrittlicher Sensoren, um auch nachts oder bei schwierigen Wetterbedingungen eine präzise Wahrnehmung und einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.(Bild:  Stellantis)
STLA AutoDrive überwacht die Umgebung kontinuierlich mithilfe einer Reihe fortschrittlicher Sensoren, um auch nachts oder bei schwierigen Wetterbedingungen eine präzise Wahrnehmung und einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.
(Bild: Stellantis)

Im Februar 2025 hatten die Verantwortlichen von Stellantis das System STLA AutoDrive vorgestellt, ein Automated Driving System (ADS), das bedingt automatisiertes Fahren erlaubt. Das bedeutet, dass der Fahrer des Fahrzeugs die Aufmerksamkeit vom Verkehr abwenden darf, allerdings sofort übernehmen muss, wenn das System es verlangt. Das STLA AutoDrive funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h, und unterstützt ab einem höheren Tempo außerdem Level 2 (Hände müssen am Lenkrad bleiben) und Level 2+ (Hände dürfen vom Lenkrad genommen werden, die Aufmerksamkeit muss aber beim Verkehr bleiben).

Bei der Vorstellung galt das System als einer der Pfeiler von Stellantis’ Technologiestrategie, das sich vordergründig an Pendler in dicht besiedelten städtischen Gebieten richtet. Zudem sei es im Februar 2025 bereits einsatzbereit gewesen. Berichten von Reuters zufolge, die am 26. August 2025 die Runde machten, scheint das Interesse an STLA AutoDrive allerdings gering zu sein. Demnach habe man bei Stellantis beschlossen, das Level-3-ADS vorerst nicht einzusetzen. Die Entscheidung spiegelt steigende Entwicklungskosten, technische Hürden und Unsicherheiten hinsichtlich der Verbrauchernachfrage nach dieser fortschrittlichen Technologie wider.

„Drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen teilten Reuters mit, dass das Projekt auf unbestimmte Zeit zurückgestellt worden sei“, schreibt man bei CBT News. Ganz so einsatzbereit scheint STLA AutoDrive also weiterhin nicht gewesen zu sein.

Level 0 bis Level 5 – was kann das?

Die SAE J3016-Norm unterscheidet sechs Automatisierungsstufen (Level 0 bis 5). Bei Level 0 gibt es keine Automatisierung, der Mensch fährt allein. Level 1 umfasst einzelne Assistenzfunktionen wie den Spurhalteassistenten oder die adaptive Geschwindigkeitsregelung, während bei Level 2 mehrere Systeme kombiniert werden können. Das betrifft etwa automatisches Lenken und Bremsen gleichzeitig, doch der Fahrer muss weiterhin durchgehend überwachen.

Ab Level 3 spricht man von einem Automated Driving System (ADS): Das Fahrzeug kann bestimmte Fahraufgaben selbstständig übernehmen, der Fahrer darf sich zeitweise abwenden, muss aber auf Abruf eingreifen. Level 4 erlaubt hochautomatisiertes Fahren, etwa im Rahmen von Robo-Taxis oder Shuttle-Diensten, wo das Auto in festgelegten Einsatzgebieten komplett ohne Fahrer auskommt. Level 5 schließlich steht für die volle Automatisierung: Das Fahrzeug kann überall und jederzeit ohne menschliches Zutun fahren. (sb)

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