Insolvenzantrag nach Chapter 11 Nissan- und Stellantis-Zulieferer Marelli beantragt Insolvenz

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Automotive-Zulieferer Marelli, der einst aus Magneti Marelli und Calsonic Kansei hervorgegangen war, hat in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 beantragt. Zur Unterstützung hat das Unternehmen über 1,1 Milliarden US-Dollar an Debtor-in-Possession-Finanzierung erhalten.

Marelli hat in den USA Insolvenz nach Chapter 11 beantragt.(Bild:  Marelli)
Marelli hat in den USA Insolvenz nach Chapter 11 beantragt.
(Bild: Marelli)

Die schwierige Lage im Automobilsektor und die dadurch entstandenen Finanzierungslücken haben den Zulieferer Marelli dazu veranlasst, in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 zu beantragen. Auf diesem Wege will man die langfristigen Schuldenverpflichtungen restrukturieren und die Liquiditätslage stärken, ohne dass es zu operativen Einschränkungen kommt.

Rund 80 Prozent der Gläubiger des Unternehmens haben eine Vereinbarung zur Unterstützung der Restrukturierung unterzeichnet. Zudem erhielt Marelli eine Zusage über 1,1 Milliarden US-Dollar an Debtor-in-Possession-Finanzierung der Gläubiger, um damit neben dem operativen Cashflow den Betrieb während Insolvenzverfahren und Restrukturierung abzusichern. Das Insolvenzgericht muss diesem Kredit allerdings zustimmen.

„Wir bei Marelli haben proaktiv notwendige Maßnahmen ergriffen, um unsere finanzielle Lage zu stabilisieren und unseren Kunden, Partnern und Mitarbeitenden auch langfristig einen Mehrwert bieten zu können“, so David Slump, Präsident und CEO von Marelli. „Trotz positiver Entwicklungen und verbesserter Profitabilität haben branchenweite Marktbelastungen zu einer Finanzierungslücke im Working Capital geführt, die wir nun angehen müssen.“

Misere im Automotive-Bereich dauert an

Laut Berichten zählen Stellantis und Nissan zu Marellis größten Kunden; auch Bosch, Mazda und Tesla werden von dem Unternehmen beliefert (via CBTNews). Insbesondere bei Nissan sieht die wirtschaftliche Lage nicht allzu rosig aus. Nach Rekordverlusten im Geschäftsjahr 2024 plant das japanische Unternehmen radikale Einschnitte, unter anderem Stellenabbau und Werkschließungen. Seit Monaten kommt es zu Berichten, demnach sind etwa Verhandlungen mit Honda über eine vertiefte Partnerschaft gescheitert. Zuletzt habe es Interesse an einer Kooperation mit Tesla gegeben. (sb)

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