FBDi-Directory Spielverlagerung beim Distributionsmarkt Deutschland

Autor / Redakteur: Georg Steinberger * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Wechselkursschwankungen, gravierende Unterschiede in den einzelnen Produktgruppen und eine Bundesweite Umverteilung des Marktes führen am Ende nur zu einem geringen Wachstum.

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Grafik 2: Umsatz nach Bundesländern: Bayern baut Standortvorteil weiter aus.
Grafik 2: Umsatz nach Bundesländern: Bayern baut Standortvorteil weiter aus.
(Bild: FBDi April 2015)

Welcher Fussballfan kennt nicht diese grandiose Webseite von Fußballverrückten mit dem bezeichnenden Titel. Dabei trifft der Titel sicher nicht nur auf Fußball zu, sondern auch auf die Komponentenindustrie. Einer der wesentlichen Spieler in diesem Markt ist die Distribution. Die Frage „welcher“ erübrigt sich.

2015 war für den Komponentenmarkt ein etwas seltsames Jahr. Weltweit wuchs die Komponentenindustrie Industrie kaum, 4 % bei den Halbleitern, wenn man dem ZVEI Glauben schenken darf, und wohl noch etwas geringer, wenn man alle Bauelemente einbezieht. In Europa dagegen wuchs der Markt schon deutlicher, eher Richtung 10 %, sogar deutlich über 10 %, wenn man nur die Halbleiter betrachtet.

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Tipp: FBDi-Directory gratis

Der Fachverband der Bauelemente-Distribution bietet nicht nur Handlungshilfen, Zahlenmaterial und Statistiken zum deutschen Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente. Er informiert auch regelmäßig in spannenden Beiträgen, wie die Elektronikindustrie unsere Welt revolutioniert hat und in Zukunft beeinflussen könnte. Interessiert? Dann werfen Sie einen Blick ins FBDi-Directory 17, das in Zusammenarbeit mit der ELEKTRONIKPRAXIS entstanden ist (eventuell ist eine kostenfreie Registrierung erforderlich).

Hurra? Nö! Nicht wirklich, denn das war in lokaler Währung. Da sich im internationalen Vergleich immer noch der US-Dollar die Ehre als Leitwährung gibt, lässt sich das europäische Wachstum zum allergrößten Teil auf Währungseffekte zurückführen – der Euro stürzte von durchschnittlichen ~1,30 Dollar auf ~1,12 Dollar. In US-Dollar gerechnet, stagnierte Europa vielmehr.

Wechselkurs, Kursschwankungen, Produktionsverlagerung

Die Distribution findet lokal statt, deshalb überwiegend in Euro. Und hier zeigte sich, egal welche Quellen man zitiert – Europartners, DMASS oder den FBDi selbst – zumindest beim Umsatz ein positives Bild. Die Halbleiterdistribution wuchs europaweit laut DMASS um 14,6 %. Die gesamten Komponentenindustrie hat laut Europartners um rund 9 % zugelegt, der deutsche Komponentendistributionsmarkt wuchs laut FBDi nur um 5,8 %.

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D’Musi spielt im Süden

Nichts wesentlich Neues bietet die FBDi-Statistik über die Verteilung des Marktes nach Bundesländern für das Jahr 2015. Da nicht alle Mitglieder durchgehend über die vergangenen Jahre meldeten, ist ein direkter Vergleich mit etwa 2010 nur bedingt möglich. Aber dennoch – Bayern und Baden-Württemberg stellen mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Marktes für die Bauelementedistribution.

Bayern (26 %) konnte Baden-Württemberg überholen (24 %), quasi eine Umkehr der Verhältnisse. Nordrhein-Westfalen ist der drittgrößte Regionalmarkt, gefolgt von Hessen (8 %). Beide Länder haben leicht zugelegt. Auf Augenhöhe sind Niedersachsen, Sachsen und Thüringen mit je 4 %. Alle anderen Regionen und Stadtstaaten stellen zwischen 1 und 3 % des deutschen Marktes.

Warum andere Regionen im Vergleich zum Süden so „schwach“ in Sachen Hightech, oder besser in der kritischen Masse der Hightech-Kunden sind, hat sicher historische Gründe, beschreibt aber auch den fehlenden Fokus mancher Landesregierungen. Der Beweis: Thüringen und Sachsen konnten sich in den letzten 20 Jahren dank der richtigen Förderung deutlich besser positionieren als manche alte Bundesländer.

Lange Jahre war Deutschland der Musterknabe in Sachen Anteil am europäischen DTAM und erweiterte seinen Anteil stetig auf 1/3 des gesamten Marktes aus. Die letzten beiden Jahre ist dieser aufgrund des „schwachen“ Wachstums deutlich zurückgegangen.

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