Leserkommentar Abgasskandal Software-Update und ein kleines Sieb – VW präsentiert einfache Lösung

Johann Wiesböck

Anbieter zum Thema

Da ist sie nun: Die Universal-War-doch-gar-nicht-so-schlimm-NOx-Reduzierungslösung Made in Wolfsburg. Natürlich ist es schön, dass es nun so einfach gehen soll, und alle atmen auf, im wahrsten Sinn des Wortes. Lesen Sie hierzu einen Kommentar eines kompetenten ELEKTRONIKPRAXIS-Lesers.

Der Strömungsgleichrichter im 1.6-TDI-Motor ( EA 189 )(Bild:  VW)
Der Strömungsgleichrichter im 1.6-TDI-Motor ( EA 189 )
(Bild: VW)

Ich wusste es doch, Software kann eben alles, auch Fliegen bei Westwind und Mondschein, Erleichterung macht sich breit! Wirklich? Da bleiben doch noch ein paar Fragen offen, liebe VW-ler, bei aller politischen Rückendeckung. Ich bin Euch ja verbunden, schließlich fuhren und fahren meine Autos (von VW und aktuell mit Schwiesel, dem Schwindel-Diesel) immer gut und sparsam, und die wenigsten werden ein Interesse daran haben, dass VW auf wirkliche Talfahrt geht.

Wer aber glaubt, dass da ein einfaches Update der Software oder der Einsatz eines Luftströmungsfilters für unter einem Euro alle Probleme löst, der sollte sich einmal fragen, warum diese Lösung denn erst unter diesem massiven Druck zustande kommt. Und wer das nicht glaubt, ja, der wird solange graben, bis vielleicht herausgefunden wird, dass es doch nur eine mehr gewünschte und nicht realisierbare Lösung war.

Die Erklärung des VW-Chefs, dass bei der Entwicklung des EA189-Aggregats die Simulationen der physikalischen Vorgänge einfach noch nicht so weit gediehen waren, ist vielleicht in einer Vorstandsrunde beruhigend, aber ich kann mich gar nicht an den Quantensprung in der Simulation zwischen Oktober und November 2015 erinnern. Jener Sprung, der auf einmal die einfache Lösung gebracht hat.

Wollte man einfach keine Lösung ohne äußeren Druck finden?

Nein, Herr Diess, das (alte) VW-Management hat da ganz deutlich versagt, denn die Entdeckung der Schwindel-Software war 2014, und die erste Reaktion war Totschweigen. Man wollte einfach keine Lösung ohne äußeren Druck finden. Diese Form des Managements durch Schönen und In-Sicherheit-Wiegen muss vorbei sein, die nächste technische Lösung muss hieb- und stichfest sein.

Und dann noch eines: Die vorsichtigen Hinweise, dass man noch keine Leistungseinbuße und/oder Mehrverbrauch entdecken konnte, heißt wahrscheinlich, dass es eine oder sogar beide Kröten zum Schlucken gibt. Da bin ich aber auf die Reaktion seitens des Konzerns gespannt, wenn das eintritt, denn es gibt ja das Produkt-Haftungsgesetz. Ich jedenfalls dokumentiere den aktuellen Verbrauch sehr genau…

Der Autor dieses Kommentars ist ein treuer ELEKTRONIKPRAXIS-Lesers und der Redaktion bekannt. Wir kennen seine Autoexpertise nicht wirklich, wissen aber genau, dass er sehr viel von Software versteht.

(ID:43774239)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung