Beruf und Karriere So halten Sie erfolgreiche und mitreißende Vorträge

Redakteur: Martina Hafner

Die Zauberformel für einen erfolgreichen Vortrag lautet: Unterhalten Sie sich einfach und verständlich mit Ihrem Publikum über Geschichten, die es und Sie bewegen. Wer diesen und einige weitere Punkte beachtet, kann seine Zuhörer begeistern.

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Da es sich hier um eine Kolumne handelt, die notgedrungen mit wenig Platz auskommen muss, werde ich mich ab jetzt auf das Wesentliche beschränken. Deshalb spare ich mir die Hinweise auf rhetorische Kniffe, körpersprachliche Feinheiten und das technische Waffenarsenal der Präsentationstechnik. Meine Zauberformel für einen erfolgreichen Vortrag lautet: Unterhalten Sie sich einfach und verständlich mit Ihrem Publikum über Geschichten, die es und Sie bewegen.

Zunächst ist es wichtig, dass Sie mit dem Publikum reden und nicht zum Publikum. Machen Sie das Publikum zum Teil der Geschichte, die Sie erzählen. Sätze wie „Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in folgender Situation….“ oder „Vielleicht geht es Ihnen wie mir…“ genügen, um passive Lauscher in aktive Mitfühler zu verwandeln.

Fragen wie „Haben Sie so etwas Ähnliches schon einmal erlebt?“, „Was würden Sie sich wünschen?“ oder „Was glauben Sie?“ machen zurückhaltende Zuhörer zu Mitdenkern und extrovertierte zu Co-Referenten. Lassen Sie den Menschen nach solchen Aufforderungen auch Zeit zum Mitfühlen, Mitdenken und Mitmachen. Sie können getrost davon ausgehen, dass Sie ohnehin zu schnell von Aussage zu Aussage springen.

Die Kunst wirkungsvoller Unterhaltung

Die größte Kunst wirkungsvoller Unterhaltung besteht darin, die Spannung der Sprachlosigkeit zu ertragen, die es Ihrem Zuhörer - oder sollte ich besser sagen: Ihrem Gesprächspartner? - erlaubt, Fantasie zu entfalten und Aha-Erlebnisse auszukosten. Wenn die Menschen Ihnen folgen können, nicken sie Ihnen ermunternd zu, äußern Zweifel, stellen Fragen oder liefern eigene Beiträge. Das macht Vorträge zur angeregten Unterhaltung. Wenn sie gedanklich hinterher hetzen müssen, flüchten sie sich in die Fantasie oder nicken gelangweilt oder erschöpft ein.

Einfach und verständlich sprechen, aber nicht banal

Neben den sprachlosen Lücken, die das Publikum mit eigenen Gedanken und Gefühlen füllen kann, trägt eine einfache und verständliche Sprache dazu bei, dass die Zuhörer mit Ihnen Schritt halten können. Ich wähle bewusst die Kombination der Eigenschaften einfach und verständlich, weil einfache Wortwahl nicht zwangsläufig zu verständlichen Sätzen führt.

Einfach und verständlich, heißt aber nicht banal! Worte, Bilder und Analogien die Sie benutzen, um Neues oder Ungewohntes zu vermitteln, sollten Ihrem Publikum geläufig sein. Es geht darum, mit der Sprache Brücken zu bauen statt Gräben aufzureißen. Wenn Ihr Ziel ist, andere schlau zu machen anstatt nur selber schlau zu erscheinen, fahren Sie einfach besser. Verzichten Sie im Zweifelsfall immer auf Abkürzungen und Buzz Words, auch wenn sie noch so cool und angesagt sind.

Der tägliche Irrsinn in Präsentationen

An dieser Stelle ziehe ich nun leidenschaftlich in die Schlacht gegen sprachliche Verwirrung und präsentationstechnologischen Irrsinn, die wir täglich auf Kongressen, Messen und anderen Veranstaltungen erleben. Warum um alles in der Welt hält man deutsch gesprochene Vorträge mit englischer Projektion?

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