Industrielle Lokalisierung So gelingt der Einstieg in den Omlox-Lokalisierungsstandard

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Zwei neu veröffentlichte Leitfäden zeigen praxisnah, wie sich der offene Standard zur Ortung in Produktion und Logistik einsetzen lässt. Diese gibt es auf der Website von Profibus kostenlos zum Herunterladen.

Industrielle Lokalisierung mittels Omlox: Profibus erleichtert den Einstieg mit neuen Leitfäden.(Bild:  Trumpf)
Industrielle Lokalisierung mittels Omlox: Profibus erleichtert den Einstieg mit neuen Leitfäden.
(Bild: Trumpf)

PI (PROFIBUS & PROFINET International) und das Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo haben gemeinsam zwei umfassende und kostenlose Leitfäden zum Lokalisierungsstandard Omlox veröffentlicht. Ziel ist es, Unternehmen und Entwicklern den herstellerübergreifenden Einsatz der Technologie zu erleichtern. Omlox verknüpft unterschiedliche Ortungstechnologien und ermöglicht eine durchgängige Lokalisierung vom Wareneingang bis zum Versand.

Ein Standard, mehrere Zielgruppen

Die beiden Leitfäden mit den Titeln „Locating Technologies Reimagined“ und „How to Build Omlox Products – A Guide to Air Device Integration“ richten sich an unterschiedliche Anwender. Während sich das erste Dokument an Entscheider und Fachleute aus Logistik und Produktion wendet, gibt das zweite Entwicklern konkrete technische Hilfestellung.

„Locating Technologies Reimagined“ zeigt, wie Unternehmen mithilfe von Omlox Prozessdaten nutzbar machen, Transparenz schaffen und KI-basierte Analysen ermöglichen. Ergänzend enthält der Leitfaden ein systematisches Stufenmodell zur Einführung von Ortungstechnologien sowie eine Checkliste für KMU, was den praktischen Nutzen zusätzlich unterstreicht.

Der Leitfaden „How to Build Omlox Products“ geht technisch tiefer: Er erläutert die Architektur des Standards, beschreibt relevante IEEE-Spezifikationen wie 802.15.4z und gibt Hinweise zur Hardwareintegration, Auswahl geeigneter UWB- und OoB-Komponenten, Antennenauslegung und Firmwareentwicklung. Auch Anforderungen an Zertifizierung und regulatorische Rahmenbedingungen werden behandelt.

Vom Chip bis zur Zertifizierung – mit Beispielen aus der Praxis

Besonders praxisnah werden die Leitfäden dort, wo sie reale Anwendungsszenarien beschreiben. Also etwa die direkte Integration von UWB-Tracking in Maschinen, Werkzeuge oder Fahrzeuge bereits bei der Herstellung. So lassen sich Nachrüstungen vermeiden und digitale Fertigungsprozesse nahtlos gestalten. Konkrete Praxisbeispiele wie Mann+Hummel, Trumpf und Liebherr zeigen, wie unterschiedlichste Anforderungen mit Omlox-basierten Lösungen umgesetzt wurden – von der schnellen Lokalisierung einzelner Paletten bis zur unternehmensweiten Vernetzung von Lager- und Produktionsdaten.

Zudem adressiert das Whitepaper zentrale Herausforderungen der Geräte-Interoperabilität: Die Omlox Core Zone v2 Specification definiert ein standardisiertes Funkprotokoll für die Kommunikation zwischen Satelliten und mobilen Objekten – unabhängig vom Hersteller. Sie legt physikalische und MAC-Schicht-Funktionen fest, einschließlich eines blockbasierten TDMA-Zeitmanagements und mehrerer Ortungsverfahren wie TWR, UL-/DL-TDoA oder RToF.

Industrie 4.0 braucht Ortungsdaten

Omlox ermöglicht durch sein Middleware-Konzept, den Omlox Hub, auch standortübergreifende Anwendungen und konsolidiert Positionsdaten unterschiedlicher Technologien in einer einheitlichen Schnittstelle. Das spricht für den strategischen Stellenwert des Standards für die Digitalisierung industrieller Prozesse.

Laut Harry Fast, Leiter des Omlox-Prüflabors am Fraunhofer IOSB-INA, sei der Standard entscheidend für die durchgängige Digitalisierung industrieller Abläufe: „Mit Omlox steht der Industrie ein offener Standard zur Verfügung, der echte Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Lokalisierungstechnologien ermöglicht“

Xaver Schmidt, Vorstandsvorsitzender von PI, betont: „Lokalisierung ist ein zentraler Baustein der Industrie 4.0. Omlox erleichtert nicht nur die technische Integration, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für Datenanalysen, KI-gestützte Optimierungen und eine durchgehende Nachvollziehbarkeit industrieller Abläufe.“ (mc)

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