Spartenübernahme Siemens will industrielle Antriebstechnik von ebm-papst übernehmen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Verantwortlichen der Siemens AG haben mit einer Vereinbarung ihre Kaufabsicht für die IDT-Sparte von ebm-papst kundgetan, um mit dem Zukauf die Position des Unternehmens im Bereich der Fabrikautomatisierung und -digitalisierung zu stärken. Der Transaktionsabschluss wird für Mitte 2025 erwartet.

Montagearbeit im Werk von ebm-pabst in Lauf an der Pegnitz.(Bild:  Christof Wolf)
Montagearbeit im Werk von ebm-pabst in Lauf an der Pegnitz.
(Bild: Christof Wolf)

In Fabriken kommen immer mehr automatisierte Systeme zum Einsatz sowie Technologien und Prozesse zur Optimierung der Fertigungsabläufe, der Effizienz und der Produktqualität. Genutzt werden von den Unternehmen unter anderem Automatisierungstechnologien wie Robotik, computergesteuerte Maschinen, Automatisierungssoftware und Sensortechnologien. Somit sollen menschliche Arbeitskräfte von repetitiven oder gefährlichen Aufgaben entlastet sowie die Produktionsgeschwindigkeit und Qualität erhöht werden.

Um dem Unternehmen in diesem Bereich eine sattelfeste Position zu verschaffen und das Xcelerator-Portfolio zu stärken, haben die Verantwortlichen der Siemens AG am 21. März 2024 die Absicht verkündet, die Sparte für industrielle Antriebstechnik von ebm-papst zu übernehmen.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet; der Abschluss der Transaktion wird Mitte 2025 erwartet, sofern alle erforderlichen außenwirtschaftlichen und fusionskontrollrechtlichen Freigaben gewährt werden. Über den Kaufpreis wurde von allen beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.

IDT-Geschäft zu Siemens

In der Sparte für industrielle Automatisierung bei ebm-papst sind derzeit rund 650 Mitarbeitende an Standorten in Lauf an der Pegnitz, St. Georgen und Oradea (Rumänien) beschäftigt. Das Geschäft umfasst intelligente, integrierte mechatronische Systeme im Schutzkleinspannungsbereich und Fahrlenksysteme, die in frei beweglichen, fahrerlosen Transportsystemen genutzt werden. Diese Lösungen sind Teil der Automatisierungsstrategien der Fertigungsabläufe vieler Unternehmen; entsprechend werden diesem Segment hohe Wachstumschancen zugerechnet.

Die Siemens AG lässt über Vorstandsmitglied und CEO Digital Industries Cedrik Neike mitteilen, dass sowohl das Portfolio als auch die hoch qualifizierten Mitarbeitenden hervorragend zu Siemens passen würden. In einer weiteren, von ebm-papst veröffentlichten Mitteilung wird betont, dass alle Mitarbeitenden mit Abschluss der Transaktion übernommen werden. Die Antriebe für die industrielle Antriebstechnik, die derzeit noch im St. Georgener Werk Hagenmoos gefertigt werden, werden nach Oradea verlagert; bedeutet, dass das Werk in St. Georgen künftig nur noch Lüfterkomponenten produziert.

„Wir erschließen uns mit dieser Akquisition neue Geschäfts- und Kundenpotenziale in dem schnell wachsenden Markt intelligenter, batteriebetriebener Antriebslösungen in der Intralogistik sowie mobiler Roboterlösungen“, so Neike.

Wachstumspotenziale in anderen ebm-papst-Sparten

Dr. Klaus Geißdörfer, CEO der ebm-papst-Gruppe, sieht die IDT-Sparte mit Blick auf Entwicklungs- und Vertriebspotenziale bei Siemens gut aufgehoben. „Siemens ist ein langjähriger Kunde sowie ein Unternehmen mit einer starken internationalen Marktdurchdringung und einer umfassenden Kundenbasis. Die nun vereinbarte Integration ermöglicht dem IDT-Geschäft einen globalen Marktzugang“, so Geißdörfer.

Gleichzeitig eröffnen sich in der ebm-papst-Gruppe durch den Verkaufserlös neue Wachstumsmöglichkeiten. 2022 beschloss man bei ebm-papst, sich auf die Kerngeschäfte Luft- und Heiztechnik zu konzentrieren. Man möchte den aus der Transaktion gewonnenen Erlös in die Divisionen Air Technology und Heating Technology investieren, um den internationalen Ausbau der Bereiche zu stärken sowie um die Digitalisierung und Nachhaltigkeit der Produktportfolios voranzubringen.

„Damit kommen wir dem langfristigen Marktbedarf nach energieeffizienten Lösungen, insbesondere auf den Zukunftsmärkten Datacenter, Reinraum und Wärmepumpen, nach“, fügt Geißdörfer hinzu. (sb)

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