Rückgang der Auftragseingänge Schwieriger Geschäftssommer für deutsche Elektro- und Digitalindustrie

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Aufträge aus dem Inland wie aus dem Ausland sind im Juni 2024 in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie rückläufig, verkündet der Verband ZVEI. Auch die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreswert geringer.

Im Sommer 2024 ist die wirtschaftliche Lage in der Elektronik- und Digitalindustrie in Deutschland angespannt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Im Sommer 2024 ist die wirtschaftliche Lage in der Elektronik- und Digitalindustrie in Deutschland angespannt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist im Vergleich zum Vorjahr auch im Juni 2024 angespannt. Die Branche verzeichnete im Juni 2024 einen starken Rückgang der Auftragseingänge um 26,3 % im Vergleich zum Vorjahr, wobei Inlands- und Auslandsorders fast gleichermaßen betroffen waren, wie der Elektro- und Digitalverband ZVEI am 8. August 2024 berichtete.

„Dabei fiel das Minus bei den Inlandsorders mit 26,7 Prozent nur leicht höher aus als bei den Bestellungen ausländischer Kunden (- 26,0 %). Aus der Eurozone gingen im Juni 19,8 Prozent weniger neue Aufträge ein als im gleichen Vorjahresmonat. Die Orders aus Drittländern reduzierten sich um 28,7 Prozent“, bemerken die Leute vom ZVEI. „Die Auftragseingänge fielen hier insgesamt um 26,3 Prozent gegenüber Vorjahr, wobei der Rückgang durch Großaufträge im Vorjahresmonat überzeichnet ist“, hielt zudem ZVEI-Konjunkturexperte Peter Giehl fest.

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Es wird auch weniger produziert

Zusätzlich zum Minus bei den Auftragseingängen zeigten auch die Produktion und Umsätze eine Negativentwicklung. Die Kapazitätsauslastung fiel auf 75,6 Prozent, gemessen an der branchenüblichen Vollauslastung. Und mehr als die Hälfte der Elektrounternehmen, rund 54 Prozent, berichtete im Juli 2024 über Auftragsmangel. „Angebotsseitige Engpässe wie Arbeits- bzw. Fachkräftemangel (23 Prozent) und Materialknappheit (11 Prozent) wurden erst danach genannt“, so der ZVEI. Zuletzt waren die Umfragewerte beim Auftragsmangel im zweiten Quartal 2020 ähnlich hoch, bevor die Beschaffungskrise vorerst die Branche im Griff hatte.

Die wichtigsten Zahlen finden Sie hier im kurzen Überblick:

  • Rückgang der Auftragseingänge im Juni 2024: -26,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • Rückgang der Inlandsaufträge: -26,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • Rückgang der Auslandsaufträge: -26,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • Kapazitätsauslastung im Juli 2024: 75,6 %, gemessen an der branchenüblichen Vollauslastung
  • Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel: 54 %
  • Nominale Erlöse im Juni 2024: 19,0 Mrd. Euro (-12,1 % im Vergleich zum Vorjahresmonat)
  • Branchenumsatz Januar bis Juni 2024: -8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (110,4 Mrd. Euro; davon 52,9 Mrd. Euro Erlöse mit inländischen und 57,5 Mrd. Euro Erlöse mit ausländischen Kunden)

Die Branchenstimmung verschlechterte sich ebenfalls, besonders in der aktuellen Lagebewertung. Dies deutet auf anhaltende Herausforderungen und eine Abschwächung des Geschäftsklimas hin.

„Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im Juli 2024 wieder eingetrübt“, so Giehl. „Dabei verschlechterte sich insbesondere die aktuelle Lage deutlich. Die allgemeinen Geschäftserwartungen hingegen wurden nur geringfügig ungünstiger beurteilt als noch im Juni, sodass sie wieder leicht unterhalb der Nulllinie rangierten.“ (sb)

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