E-Autos als Stromspeicher "Schwarmbatterie” könnte Millionen Haushalte versorgen

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Die aktuell mehr als 166.000 bidirektional-fähigen Elektroautos in Deutschland könnten nicht nur als Transportmittel, sondern auch als flexible Energiequelle dienen. Das zeigt eine Analyse des Energieversorgers Eon. Diese Fahrzeuge seien in der Lage, ausreichend Strom zu speichern, um mehr als 1,7 Millionen Haushalte über zwölf Stunden hinweg mit Energie zu versorgen. Das würde nachts flexible Kraftwerke entlasten und viele Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen.

Eon zeigt Potenzial bidirektionaler E-Autos: Strom für 1,75 Millionen Haushalte(Bild:  Eon)
Eon zeigt Potenzial bidirektionaler E-Autos: Strom für 1,75 Millionen Haushalte
(Bild: Eon)

Laut der Eon-Studie sind bereits über 166.000 „bidi-ready“ E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs, deren Batterien nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch ins Netz zurückspeisen können. Filip Thon, CEO von Eon Deutschland, berichtet, dass ein flächendeckender Einsatz als “Schwarmbatterie” bereits erprobt werde und rechnet das Potenzial vor.

Strom für eine Stadt

Die Untersuchung basiert auf einer durchschnittlichen Batteriekapazität von 61 Kilowattstunden (kWh) und der Annahme, dass 60 Prozent dieser Kapazität nachts zur Verfügung stehen. Zwischen 17.30 Uhr bis 5.30 Uhr würden durchschnittlich 3,12 kWh verbraucht. Diese Parameter ergeben ein Speicherpotenzial von circa 5.500 Megawattstunden (MWh). Selbst wenn nur ein Viertel der Akku-Kapazität genutzt würde, könnten etwa 2.300 MWh bereitgestellt werden, was genug Energie für 730.000 Haushalte in einer Nacht bedeutet.

Zudem könnte ein einziges bidirektional-fähiges Fahrzeug rechnerisch bis zu elf Haushalte versorgen. Durch die flächendeckende Nutzung dieser Technologie könnten flexible Kraftwerke entbehrlich werden, was nicht nur eine erhebliche Einsparung von Erdgas und CO2-Emissionen zur Folge hätte, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern könnte. Im Umkehrschluss würde ein einziger Haushalt nachts mit nur 15 Prozent der Akkukapazität eines E-Autos auskommen.

Die “Schwarmbatterie” sei wohl auch breit akzeptiert unter den Nutzern: Eine Umfrage von Eon zeigt, dass 79 Prozent der E-Autofahrer mit einem Eigenheim bereit sind, bidirektional zu laden, bei Photovoltaikanlagenbesitzern steigt diese Zahl sogar auf 83 Prozent. (mc)

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