EU-Gipfel von Politik und Wirtschaft Bidirektionales Laden: Marktreife bis 2025 ist das Ziel

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Bereits in den frühen 2010er-Jahren wurde das Potenzial von E-Auto-Batterien als Stromzwischenspeicher erkannt. Beim Europäischen Gipfel für bidirektionales Laden wurde von Politik und Wirtschaft das Ziel gesetzt, die Technologie bis 2025 zur Marktreife zu bringen.

Geht es nach dem BMWK, erreicht bidirektionales Laden im Jahr 2025 die Marktreife.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Geht es nach dem BMWK, erreicht bidirektionales Laden im Jahr 2025 die Marktreife.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Wer die Energiewende von fossilen Rohstoffen weg hin zu erneuerbaren Energien schaffen will, benötigt vor allem eines: jede Menge Speicher, um die aus Solar- und Windkraft gewonnene Energie nicht nur nach zuhalten, sondern auch transportieren zu können. Auch geht es mit Blick auf erneuerbare Energien darum, die Stabilität der Energienetze zu gewährleisten.

Passenderweise sind bereits jetzt auf den Straßen jede Menge mobiler Speicher unterwegs, nämlich in Form von E-Fahrzeugen und ihren leistungsfähigen Batterien, die, vereinfacht gesagt, Energie von Punkt A zu Punkt B transportieren könnten. Damit das funktioniert, wird bereits seit geraumer Zeit das bidirektionale Laden erforscht. Dabei geht es darum, dass im E-Auto zwischengespeicherter Strom wieder ins Stromnetz eingespeist wird. Nicht nur das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sieht darin neue Geschäftschancen, sondern auch weitere Entscheidungsträger aus der Wirtschaft und der europäischen Politik stimmen dem Vorhaben zu.

Neue Geschäftsmodelle

Die Vorstellung: „Als mobile Stromspeicher können E-Autos das Eigenheim oder ein Gewerbe mit Strom versorgen, wenn dieser gerade teuer ist, oder am Strommarkt selbst Gewinne erwirtschaften“, so das BMWK. „In Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage können sie günstigen Solarstrom auch dann bereitstellen, wenn die Sonne nicht scheint.“ Um das Potenzial und Perspektiven des bidirektionalen Ladens zu diskutieren, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zum EU-Gipfel nach Berlin geladen. Was ist dabei herausgekommen?

Marktreife des bidirektionalen Ladens bis 2025 zum Ziel gesetzt

Mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft aus sieben europäischen Nachbarstaaten wurden am 27. November 2023 konkrete Vorhaben erarbeitet, um das bidirektionale Laden voranzubringen. Wichtig ist unter anderem, dass die Technologie die Nutzung von relevanten Fahrzeug- und Energiedaten verlangt, was wiederum datenschutzrechtlich von Belang sein kann. Die neue EU-Verordnung über Batterien befasst sich zwar unter anderem mit diesem Thema, doch an der Stelle, so ein Ergebnis des Gipfeltreffens, sind weitere Fortschritte bezüglich der Harmonisierung und Sicherheit notwendig.

Einer Harmonisierung bedarf es außerdem bei unterschiedlichen Netzanschlussvoraussetzungen mit Blick auf die Rückspeisung von Strom, damit ein förderlicher Rechtsrahmen für intelligentes und bidirektionales Laden geschaffen werden kann. Es wird, so das BMWK, ein vereinheitlichtes europäisches Instrumentarium notwendig, um einerseits Netz- oder Systemüberlastungen zu vermeiden und andererseits das bidirektionale Laden überhaupt erst zu ermöglichen.

„Interoperable Normen und Standards sollten beschleunigt und zeitnah durch Industriekonsortien entwickelt werden. Wichtige Themen sind die Durchgängigkeit des Kommunikationssignals, die Priorisierung von Steuersignalen, europaweite Anschluss- und Eingriffsregeln zum Beispiel für Regelenergiedienstleistungen auch durch Flottenkraftwerke sowie deren Messung und Abrechnung“, teilt das BMWK mit und weist darauf hin, dass im Rahmen des Forschungsprogramms Elektromobil bereits verstärkt und mit Erfolg an der Machbarkeit des bidirektionalen Ladens gearbeitet wird.  (sb)

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