Fast 900 Mitarbeiter betroffen Schott Solar schließt bayerischen Standort und baut Stellen ab

Redakteur: Stefan Liebing

Die Solartochter des Spezialglasherstellers Schott wird ihren Standort im bayerischen Alzenau bis zum Jahresende schließen. Das Unternehmen der kriselnden Solarbranche kündigte außerdem an, die Mitarbeiterzahl insgesamt zu reduzieren.

Anbieter zum Thema

Von zuletzt 1100 Mitarbeiter sollen 870 "reduziert" werden.
Von zuletzt 1100 Mitarbeiter sollen 870 "reduziert" werden.
(Foto: Schott Solar)

Die Produktion bestimmter Module für Solarzellen werde eingestellt, teilte Schott Solar am Donnerstag in Mainz mit. Der Konzern begründete diesen Schritt mit der Konkurrenz aus Asien sowie "instabilen politischen Rahmenbedingungen in Europa".

Betroffen seien weltweit 870 Mitarbeiter, davon 140 in Alzenau in Unterfranken und 80 in Mainz. Ziel sei es, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sagte ein Sprecher. Es werde geprüft, ob die Mitarbeiter in anderen Konzernbereichen von Schott beschäftigt werden können. Insgesamt hatte Schott Solar zuletzt knapp 1100 Mitarbeiter. Die "Allgemeine Zeitung" (Mainz) hatte zuerst über die Pläne berichtet.

Aufgegeben wird die Herstellung sogenannter kristalliner Solarmodule aus Silizium, sagte der Sprecher. Diese Module werden für die Photovoltaik beispielsweise auf Dächern eingesetzt. Die Produktion von sogenannten Dünnschicht-Modulen in Jena laufe indes weiter, auch der Geschäftsbereich Concentrated Solar Power (CSP) werde fortgeführt. Die CSP-Technologie wird unter anderem in Parabolrinnen-Kraftwerken eingesetzt. Dabei fangen parabolisch geformte Spiegel die Sonnenstrahlen ein und konzentrieren sie auf "Receiver", die vor dem Spiegel montiert sind.

Schott Solar sprach in einer Mitteilung von "drastisch verschlechterten Marktbedingungen". Im Photovoltaikgeschäft gebe es nach wie vor Überkapazitäten und einen "massiven Preisverfall" insbesondere wegen asiatischer Wettbewerber. Zudem hätten "instabile politische Rahmenbedingungen in Europa" zusätzlichen Druck auf die Branche ausgeübt.

In Deutschland hatten sich erst am Mittwochabend Bund und Länder im Vermittlungsausschuss auf eine Kürzung der Solarförderung geeinigt. Dabei wurden nach Protesten der Länder die Kürzungen bei Dachanlagen zum Teil abgemildert, für große Solarparks gibt es indes fortan 20 bis 30 Prozent weniger Geld. Der Bundestag billigte am Donnerstag die Kürzung. (Quelle: dpa)

(ID:34390620)