VDMA-Studie

Schlüsseltechnologie Photonik birgt herausragende Erfolgsaussichten

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Forschungs- und Export-Quoten weit über verarbeitendem Gewerbe

Mit durchschnittlich fast 10 Prozent des Umsatzes liegt die F&E-Quote der Photonik-Industrie in Deutschland und Europa deutlich über der des Verarbeitenden Gewerbes mit weniger als 5 Prozent. Die Photonik unterstreicht damit als besonders forschungsintensiver Industriebereich ihre Bedeutung für Wachstum und Innovation. Besonders eindrucksvoll nimmt sich die F&E-Quote 2016 laut Studie des VDMA im Bereich Kommunikationstechnik aus (15 Prozent), gefolgt von den Bereichen Produktionstechnik (insbesondere Lithografie), Bildverarbeitung und Messtechnik, Medizintechnik und Displays (speziell Displaymaterialien). Die europäische Photonik-Industrie hat 2015 fast 10 Milliarden Euro investiert, neben Forschung und Entwicklung auch für Direktinvestitionen. Das Investitionsvolumen in neue Anlagen (Capex/Umsatz) erreichte 4,7 Prozent, wie Photonics21 in seiner Studie berichtet.

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Auch die Exportquote der Hersteller von Photonik-Produkten liegt mit gut 70 Prozent weit über den durchschnittlich erzielten 48 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe, wie die VDMA Studie unterstreicht. Seit 2011 konnte die Exportquote im Bereich Photonik sogar leicht gesteigert werden, insbesondere getrieben durch vermehrte Verkäufe in Asien im Bereich Bildverarbeitung und Messtechnik.

China wird Weltmarktführer

Die Anteile am Photonik-Weltmarkt haben sich in den vergangenen Jahren stark verschoben. Den langjährigen Weltmarktführer Japan hat China im Jahr 2015 mit einem Produktionsanteil von 26,6 Prozent abgelöst. Noch im Jahr 2011 lagen beide Länder mit 21,3 Prozent gleichauf. Europa ist mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent zum zweitgrößten Photonik-Produzenten aufgestiegen und knapp vor Japan (15,4 Prozent) gerückt. Nordamerika, das zwischen 2005 und 2011 mehr als 4 Prozent Weltmarktanteil eingebüßt hat, konnte seinen Marktanteil in den vergangenen Jahren wieder auf 13,6 Prozent steigern.

Innerhalb Europas haben sich die Marktanteilspositionen nur leicht verschoben: Deutschland hält mit rund 41 Prozent Produktionsanteil die Spitzenposition. Es folgen die Niederlande, die sich insbesondere durch den Bereich Lithografie positiv entwickelt haben, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Insgesamt sind in der europäischen Photonik-Industrie direkt 301.000 Menschen beschäftigt, wie die Studie von Photonics21 belegt. Lässt man das volatile Photovoltaik-Segment außer Betracht, sind seit 2005 trotz zwischenzeitlicher Finanzkrise insgesamt 55.000 neue Jobs in Europa entstanden. Bis zum Jahr 2020 erwartet die Studie von Photonics21 ein anhaltendes Beschäftigtenwachstum auf 313.000 Mitarbeiter. In Deutschland sind laut VDMA, bezogen auf 2016, insgesamt 124.000 Mitarbeiter bei Herstellern von Photonik-Produkten beschäftigt gewesen. Auch hier sind die Jobaussichten sehr gut: bis zum Jahr 2020 erwartet die Untersuchung, dass zusätzliche 13.500 Mitarbeiter in der direkten Produktion von Photonik-Erzeugnissen am Standort Deutschland beschäftigt sein werden, der Personalstand also auf insgesamt 137.500 Mitarbeiter ansteigen wird.

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