Zukunftsfähigkeit des Stromnetzes Schätzung: Das Stromnetz benötigt 500.000 Transformatoren und Kabelkilometer bis 2045

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Energiewende bringt große Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt für die Infrastruktur in Deutschland. Um den Anforderungen neuer Erzeuger und Verbraucher von Strom gerecht zu werden, schätzen BDEW und ZVEI, dass für die Sanierung des Stromnetzes bis zum Jahr 2045 unter anderem 500.000 Transformatoren und Kabelkilometer benötigt werden.

Jetzt und in den kommenden Jahren muss intensiv ins Stromnetz investiert werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Jetzt und in den kommenden Jahren muss intensiv ins Stromnetz investiert werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Energiewende wird gebremst. Nicht etwa vom Ausbau der Energieerzeuger, Windkraft und Photovoltaik sind bereits seit Jahren ein großes Thema in Unternehmen und in der Bevölkerung. Allerdings kann das Stromnetz mit der Lieferung der Energie aus Windrädern, Solaranlagen und Co. nicht so mühelos umgehen, wie mit Energie aus Kohle- oder Atomkraft. Das hat mit der Netzstabilität zu tun.

Erneuerbare Energien erschweren die Netzstabilität, weil sie wetterabhängig, schwer planbar und weniger regelbar sind. Ihre dezentrale Erzeugung und fehlende effiziente Speicherlösungen verstärken die Herausforderungen. Nun befinden sich in der Landschaft bereits jetzt zahllose Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, es werden Speicherkapazitäten hochgezogen und Wärmepumpen ersetzen altgediente Geräte wie Ölheizungen. Ladesäulen stehen den E-Auto-Fahrern zur Verfügung, und dann kommen auch noch energieintensive Rechenzentren hinzu. Als das Stromnetz entworfen wurde, spielten all diese Faktoren noch keine Rolle. Heute müssen sie sinnvoll in das Stromnetz integriert werden, denn viele von ihnen spielen eine Rolle im Plan zur Energiewende.

Das Stromnetz ist bestenfalls löchrig

Um Wirtschaft und Bevölkerung kontinuierlich und zuverlässig mit Strom versorgen zu können, ist bereits seit Jahren klar, dass das Stromnetz saniert, ausgebaut und teils erneuert werden muss. Das wird kosten, und zwar nicht nur die entsprechenden Geldmittel und Fachkräfte, sondern die entsprechende Technologie muss zur Verfügung stehen. Die Bergische Universität Wuppertal hat im Auftrag des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Verbands für die Elektronik- und Digitalindustrie (ZVEI) eine Analyse angestellt. Darin geht es um den technologischen Bedarf an Betriebsmitteln im Verteilnetz bis 2045.

Die Prognose: Bis zum Jahr 2045 werden wenigstens 500.000 Kilometer Kabel für Leitungen benötigt, sowohl hochspannungstaugliche als auch Mittel- und Niederspannungskabel. Gleichzeitig werden auch mindestens 500.000 Transformatoren fällig. „Der Technologiebedarf ist nicht nur im Übertragungsnetz, sondern auch in den Verteilnetzen groß. Er entspricht 50 bis 80 Prozent der aktuell verbauten Betriebsmittel“, so die Analyse. Genauer:

  • Mehr als 500.000 Kilometer Kabel werden in der Niederspannung benötigt, unter anderem als altersbedingter Ersatz, zum Austausch („dickere“ Kabel),
  • mehr als 500.000 Transformatoren für die Umspannung von Mittel- auf Niederspannung (entspricht etwa 80 Prozent des Bestands) und
  • mehr als 5.000 Transformatoren für die Umspannung von Hoch- auf Mittelspannung (entspricht etwa 70 Prozent des Bestands).

Diese Mengen werden nicht nur wegen ihres Alters fällig, sondern auch, weil die Technologien durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien stärker gefordert werden. „Das Stromnetz muss jetzt umgebaut werden, mit ausreichenden Transportkapazitäten und effizienter Auslastung mittels Digitalisierung, um jederzeit eine sichere Stromversorgung gewährleisten zu können“, so BDEW und ZVEI(sb)

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