Geschäftsaussichten Samsungs Foundry-Geschäft stehen Berichten zufolge weitere Verluste in Q2 ins Haus

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Nicht nur das Foundry-Geschäft des US-amerikanischen Intel-Konzerns ist in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, sondern auch das der Samsung Foundry. Branchenexperten erwarten vor Verkündigung der Q2-Zahlen schwache Ergebnisse. Die Probleme erscheinen vielmals hausgemacht.

Es wird damit gerechnet, dass Samsung Foundry auch in Q2 des Geschäftsjahres 2025 wenig Positives zu berichten hat.(Bild:  Samsung)
Es wird damit gerechnet, dass Samsung Foundry auch in Q2 des Geschäftsjahres 2025 wenig Positives zu berichten hat.
(Bild: Samsung)

Bislang ist Samsung Foundry nach der Konkurrenz aus Taiwan (TSMC) der Auftragsfertiger mit dem weltweit größten Marktanteil; zwischen 7 und 8 Prozent des weltweiten Foundry-Umsatzes wurden im ersten Quartal 2025 von der südkoreanischen Foundry gestemmt. Allerdings hat sich bei den Trendforce-Zahlen des ersten Quartals bereits abgezeichnet, dass Samsung Foundry an Boden verliert, während die chinesischen Mitbewerber von SMIC langsam aber sicher aufholen.

Für das zweite Quartal 2025 werden von Analysten ebenfalls defizitäre Ergebnisse erwartet. Laut Berichten von Trendforce und südkoreanischen Wirtschaftsmedien wie DealSite Korea soll die kombinierte Logik-Sparte, also Foundry und System LSI, einen operativen Verlust von über zwei Billionen Won eingefahren haben. Offizielle Zahlen fehlen, da Samsung die Foundry-Ergebnisse traditionell nicht separat ausweist. Doch Analystenschätzungen deuten darauf hin, dass ein Großteil des Verlusts auf die Auftragsfertigung entfällt. Gewissheit wird es am 31. Juli 2025 geben, wenn die Quartalszahlen im Rahmen des Earnings Calls von Samsung präsentiert werden.

Ursachen: Zwischen Zyklus und Struktur

Ein Teil des Rückgangs lässt sich mit der konjunkturellen Situation erklären: Die Nachfrage nach Smartphone- und KI-Chips war im Frühjahr 2025 schwächer als erwartet. Hinzu kamen die US-Exportbeschränkungen für High-End-Halbleiter nach China. Auf diesen Markt ist Samsung stärker angewiesen als etwa TSMC. Die Folge des wirtschaftspolitischen Hickhacks waren eine geringere Auslastung und Umsatzverluste.

Dazu kommen strukturelle Probleme in Spiel. Samsung hat in den vergangenen Jahren mehrere Großkunden an TSMC verloren; darunter Apple, Nvidia, Qualcomm und zuletzt offenbar auch Google. Die Gründe reichen von niedrigeren Yields bei 3-nm- und 4-nm-Prozessen bis zu Qualitätsbedenken. Die niedrige Auslastung belastet zusätzlich die Marge. Hohe Fixkosten in den Fabs treffen auf ausbleibende Volumenaufträge. Neue Kapazitäten, etwa in der texanischen Foundry in Taylor, werden wegen fehlender Nachfrage nicht wie geplant hochgefahren. Der Start wurde auf 2027 verschoben; ein Indikator für eine anhaltend schwierige Geschäftslage. Die Aufträge für Legacy-Prozesse können die Verluste im High-End-Segment sowie Vorfinanzierungen für neue Technologien nicht abfangen.

Immerhin: Samsung könnte laut Branchenkreisen kurz davorstehen, Qualcomm als Kunden für den 2-nm-Prozess zu gewinnen. Das würde einen potenziellen Prestigegewinn und einen Schritt zur Marktvertrauensstärkung bedeuten. Auch im Speicherbereich zeichnet sich Besserung ab. Die mehrfach gescheiterte Zertifizierung von HBM3E durch Nvidia steht offenbar bevor, und weitere Lieferungen an Broadcom und AWS sind geplant. (sb)

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