Projekt Stargate Samsung erwägt KI-Allianz mit OpenAI und Softbank

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Lee Jae-yong, der Vorsitzende von Samsung Electronics, hat koreanischen Medienberichten zufolge die CEOs von OpenAI und dem japanischen Softbank-Konzern zu einem privaten Gespräch nach Seoul eingeladen. Demnach trafen sie die drei Führungskräfte, um Pläne für eine koreanisch-amerikanisch-japanische Allianz im Bereich der künstlichen Intelligenz und das zuvor angekündigte 500-Milliarden-Dollar-„Stargate-Projekt“ auszuloten.

Samsung scheint zu erwägen, in die KI-Allianz zum Projekt Stargate einzusteigen. Der Vorsitzende von Südkoreas führendem Halbleiterkonzern traf sich mit dem Geschäftsführer der japanischen Softbank-Gruppe und dem CEO von OpenAI, um eine möglische Kooperation im Ausbau der KI-Infrastruktur zu diskutieren.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Samsung scheint zu erwägen, in die KI-Allianz zum Projekt Stargate einzusteigen. Der Vorsitzende von Südkoreas führendem Halbleiterkonzern traf sich mit dem Geschäftsführer der japanischen Softbank-Gruppe und dem CEO von OpenAI, um eine möglische Kooperation im Ausbau der KI-Infrastruktur zu diskutieren.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Samsung Electronics plant mit diesem Dreiertreffen die Umsetzung eines weltweiten, weitreichenden Kooperationsprojekts. Der Vorsitzende traf sich kürzlich mit den Chefs großer globaler Technologieunternehmen wie Meta, Amazon und Qualcomm, um Möglichkeiten groß angelegter Kooperationen zu prüfen.

Samsung betreibt derzeit keine offiziell bekannten Entwicklungen im Bereich von KI-Modellen. Als einer der der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Speicherhalbleiter hat sich der koreanische Großkonzern aber auch auf die Entwicklung von High-Bandwith-Memory-Bausteinen, die speziell auf die Bedürfnisse von KI-Training in Rechenzentren optimiert sind, konzentriert. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Foundries und führt aktiv KI in seinen Fernsehern und Smartphones ein.

Der Elektronikkonzern versucht, mit hohen Ausgaben seinen Rückstand bei Chips für künstliche Intelligenz aufzuholen. Das Unternehmen will seine Ausgaben für Forschung und Betrieb auf hohem Niveau halten, wie es am Freitag mitteilte. Im vergangenen Jahr lagen die gesamten Investitionen mit 53,6 Billionen südkoranischen Won (35,7 Mrd Euro) etwas höher als im Vorjahr. Die Ausgaben für Speichertechnik dürfen 2025 auf dem hohen Niveau des Vorjahres bleiben, erklärte das Management.

International haben viele Regierungen kürzlich Programme gestartet, um ihre lokalen Bemühungen im Bereich der künstlichen Intelligenz auszubauen. Südkorea ist da keine Ausnahme: Bis 2027 möchte das Land zur Schaffung eines „National AI Computing Centers“ 2,5 Billionen Won (ca. 1,65 Milliarden Euro) in den Aufbau der KI-Infrastruktur investieren. Samsung als einem der größten Elektronikkonzerne des Landes kommt hierbei eine besondere Rolle zu.

Die japanische SoftBank Group und das für den generativen KI-Vorreiter ChatGPT bekannte Unternehmen zählen zu den führenden Köpfen im „Stargate-Projekt“ zum Aufbau einer groß angelegten KI-Infrastruktur. Bis zu 500 Milliarden Dollar sollen für dieses Großprojekt in den nächsten Jahren fließen. Zu den wichtigen Technologiepartner, die mehrere Investitionen in Milliardenhöhe angekündigt haben, zählen darüber hinaus noch Softbank-Tochter Arm, der OpenAI-Großinvestor Microsoft, Nvidia und Oracle.

Auch die Diskussionen über die „KI-Allianz Korea-USA-Japan“ dürften an Dynamik gewinnen. Während seines Besuchs in Korea traf CEO Altman nicht nur den Vorsitzenden Lee, sondern auch unter anderen auch den Geschäftsführer von SK hynix, Choi Tae-won, sowie weitere führende Köpfe der koreanischen Techindustrie. Berichten zufolge besprachen Altman und Choi Kooperationspläne für KI-Dienste, Rechenzentren und Halbleiter. Der CEO von OpenAI befand sich in Seoul, um dort persönlich den OpenAI-Entwicklerworkshop „Builder Lab“ zu eröffnene: „Korea verfügt über starke KI-bezogene Branchen wie Halbleiter und Energie und ist eines der Länder, die KI aktiv einführen“, sagte Altman gegenüber Reportern am Rande des Events. Auf Stargate angesprochen fügte er hinzu:„Ich denke, es gibt viele gute koreanische Unternehmen, die einen Beitrag leisten können.“

Softbank-CEO Masayoshi Son wurde von Reportern der koreanischen Wirtschaftszeitung Maeil angesprochen, als er sich auf dem Weg in das Samsung-Bürogebäude Seocho in Seoul befand „Ich werde potenzielle Kooperationspläne mit Samsung Electronics besprechen“, bestätigte er den Grund seines Besuchs. Auf die Frage, ob er Investitionen von Samsung Electronics anfordern würde, vermied er eine direkte Antwort und sagte: „Es gibt keine konkreten Pläne.“

Der Samsung-Vorsitzende Lee Jae-yong hatte in den vergangenen Jahren durch einen aufsehenerregenden Bestechungsprozess im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem der Fall, der fast ein Jahrzehnt lang einen Schatten über die Geschäftsführung von Samsung geworfen hatte, war Lee nur wenige Stunden vor dem Treffen mit Altman und Son von den Vorwürfen freigesprochen worden. Es wird angenommen, dass dieses Treffen ein Zeichen für den Wunsch ist, Samsung eine neue Richtung zu geben und die Befürchtungen zu zerstreuen, dass das Unternehmen seinen Weg verliert. „Vorsitzender Lee Jae-yong legt in letzter Zeit mehr Wert darauf, seine Worte durch Ergebnisse statt durch Worte zu beweisen“, zitiert die Zeitung Maeil einen nicht näher benannten Insider der koranischen Tech-Landschaft(sg)

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